heiligen Kommunion geführt. 11 evangeliſche Schüler wurden von Herrn Superintendenten Ruhl zur Konfirmation vorbereitet und am weißen Sonntag konfirmiert.
Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im Berichtsjahre befriedigend. Immerhin haben Diphtherie und Scharlach auch in dieſem Jahre wiederum in einzelnen Fällen den Schul⸗ beſuch unvorteilhaft beeinflußt.
5. Der Unterricht beginnt vom Anfang des Schuljahres bis zum 21. Mai einſchl. um 8 Uhr vormittags und erſtreckte ſich auf Vormittag und Nachmittag; vom 23. Mai bis zum Schluſſe des Sommerhalbjahres begann er täglich, außer Mittwochs und Sonnabends, um 7 Uhr mor⸗ gens, ſodaß während dieſer Zeit faſt der ganze wiſſenſchaftliche Unterricht auf die Vormittage mit je 5 Unterrichtsſtunden gelegt werden konnte.—
Am 19. und 20. Mai und am 6. Juni wurde der Unterricht wegen zu großer Hitze verkürzt.
Da das Vogelsgebirge und die Rhön im Sommer 1910 das Gelände für das Manöver der Großherzgl. Heſſiſchen Diviſion des XVIII. Armeekorps bildeten, ſo war unſeren Schülern militäriſche Anregung mancher Art geboten, zumal unſere Stadt wochenlang Einquartierung hatte. Am 16. September wurde der Unterricht ausgeſetzt, um zum Beſuche des Manövers Ge⸗ legenheit zu geben.
Im Winter fiel das Turnen wiederholt zu gunſten des Schneeſports aus.
6. An dem Geburts⸗ und dem Todestage der erſten beiden Kaiſer wurden Gedenkworte von den Ordinarien an die Schüler ihrer Klaſſe gerichtet.
Die Erinnerung an die hundertſte Wiederkehr des Todestages der Königin Luiſe wurde, ſtatt am 19. Juli, der in die Ferien fiel, am 1. Juli durch einen Schulakt im roten Saale der Orangerie begangen. Herr Oberlehrer Hübinger entwarf in ſeiner Anſprache ein lebensvolles Bild der hohen Dulderin. Da das Kuratorium einen anſehnlichen Betrag zur Verfügung ge⸗ ſtellt hatte, um davon Gedächtnisſchriften über die Königin Luiſe anzuſchaffen, ſo konnte aus jeder Klaſſe ein Schüler mit einem paſſenden Geſchenkbuche bedacht werden. Dem Kuratorium danke ich namens der Anſtalt für dieſe Bewilligung herzlichſt.
Der Sedantag wurde von den Klaſſen Quinta und Sexta und der Vorſchule als Vorfeier am 1. September durch Lieder und Vorträge von Gedichten und eine Anſprache des Herrn Vor⸗ ſchullehrers Rauck begangen. Die Hauptfeier wurde am 2. September im Zeichenſaale der An⸗ ſtalt abgehalten. Herr Oberlehrer Dr. Beyer ſchilderte in, anſchaulicher Weiſe in ſeiner Rede einen Tag im Hauptquartier des Kronprinzen während des großen Krieges. Nachmittags wur⸗ den zur Feier dieſes Tages auf der ſtädtiſchen Bleiche zum erſten Male Wettſpiele zwiſchen Schülern der Oberrealſchule, des hieſigen Königlichen Gymnaſiums und des hieſigen Königlichen Lehrerſeminars veranſtaltet; ſie beſtanden in einem Dreikampfe: Wettlauf, Weitſprung, Hoch⸗ ſtemmen. Zur Beſchaffung der Mittel für die Preiſe, die in Eichkränzen und Diplomen be⸗ ſtanden, ſteuerten neben anderen freundlichen Gebern das Kuratorium der Oberrealſchule und
einer der Herren Kuratoren der Anſtalt anſehnliche Beträge bei. Auch hierfür Anerkennung und Dank!


