Jahrgang 
1912
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und Preiben einer chinesischen Großstadt, fernab von den europäischen Einflüssen der Ver- tragshäfen und sahen Denkmäler chinesischer Kultur und Baukunst vorüberziehen.

Auf tagelangem, einsamen Patrouillenritt folgten die Hörer dem Vortragenden durch das felsige Hochgebirge zur fernenGroßen Mauer und sahen dort Teile des deutschen Expeditionskorps in der Felsenwildnis und im siegreichen Gefecht gegen chine- sische Truppen. 3

UÜber die stillen, eindrucksvollenKaisergräber von Si-ling geleitete der Vortra- gende die Hörer zum zweitenmale in das Gebirge und an dieGroße Mauer mit dem wei- ten Blick in die feorne Mongolei. Dann folgten wir dem Vortragenden in die Reichshaupt- stadt Pe-king. Zahlreiche Bilder zeigten das Straßenleben und die geheimnisvollen Schätze und Bauwerke der dem Europäer in Friedenszeiten verschlossenenVerbotenen Stadts. An der Hand dieser Bilder entwickelte der Vortragende, der seit 9 Jahren chinesische Sprach- und Literaturstudien betreibt, die Bedeutung und den Charakter der chinesischen Kultur- und Religionsverhältnisse.

Eine gemeinsame deutsch-französische Expedition gegen die chinesische Armee führte zum drittenmale in das wilde Hochgebirge und zum letzten siegreichen Gefecht an der Großen Mauer. Zahlreiche Bilder zeigten die außerordentlichen Marschleistungen der deutschen Truppen auf den schmalen Gebirgswegen und Saumpfaden.

Zum Schlusse betonte der Vortragende, daß China bisher aus allen geschichtlichen Stürmen und Umwälzungen durch seine Zähigkeit immer wieder ohne Erschütterungen hervorgegangen ist, und daß eine nicht mehr ferne Zeit die politische und militärische Er- starkung des Riesenreiches zu einem internationalen Machtfaktor bringen dürfte.

Am 20. Juni machten die einzelnen Klassen unter Führung ihrer Klassenleiter den üblichen Ausflug.

Am 22. August gab das Lehrerkollegium mit den Schülern der Prima dem am 19. August im 72. Lebensjahre verschiedenen Gymnasialpedellen a. D. Herrn Cyrillus Hirschfelder, einem verdienten Veteran aus den Jahren 1866 und 1870/71, der bis Herbst 1908 37 Jahre lang an dem Gymnasium sein Amt mit großer Hingebung und Ge- wissenhaftigkeit versehen hatte, das Grabgeleite, wobei der Männerchor der Prima am offenen Grabe den ergreifenden vierstimmigen ChoralIn paradisum sang. Das Anden- ken des Verstorbenen wird an der Anstalt in Ehren fortleben.

Am 2. September fand zur Feier des Sedantages eine Festlichkeit mit Gesang. Mu- sik und Deklamationen in der Aula statt. Die Festrede hielt Professor Gutheil.

Am 26. September unterzog der Direktor des Königlichen Provinzial-Schulkolle- giums zu Cassel, Herr Ober- und Geheimer Regierungsrat Dr. Paehler, das mit dem Gymnasium verbundene Pädagogische Seminar einer eingehenden Revision.

Am 30. September, dem hundertjährigen Geburtstage der hochseligen Kaiserin und Königin Augusta, wurde im UInterrichte der verewigten Kaiserin und ihrer Zeit in geeig- neter Weise gedacht.

Das Winterhalbjahr begann Montag den 16. Oktober.

Vom 15.18. November nahm der Unterzeichnete an der ersten Direktorenversamm- lung der Provinz Hessen-Nassau in Oassel teil.