C. Lehraufgaben.
Ober-Prima.
Klassenlehrer: Abt. A: Der Direktor, Abt. B: Professor Dr. Lahmeyer.
1. Religionslehre. 2 St. a) Kath.: Glaubenslehre, nach Dreher; Wiederholungen aus der gesamten Religionslehre. Frye.— b) Evang.: Bibelkunde des alten und neuen Testamentes, Lektüre der Apostelgeschichte. Wiederholung einzelner Abschnitte aus dem Katechismus und verschiedener Kirchenlieder. Hattendorff.
2. Deutsch. 3 St. Literaturgeschichtlicher UÜberblick von Goethe bis auf die Romantik einschließlich. Behandelt wurden: von Goethe: Dichtung und Wahrheit, ausgewählte lyrische Gedichte, Iphigenie; von Schiller: Die Räuber, Kabale und Liebe, Wallenstein, Braut von Messina, ausgewählte Dichtungen der Gedankenlyrik. Kurze Wiederholung der früher be- sprochenen Werke der beiden großen Dichter. Privatim gelesen und kurz erklärt wurde im Abt. A: Shakespeares König Lear; in Abt. B: Shakespeares Hamlet, Grillparzers Ahnfrau und Werners 24. Februar. Abt. A. Haas. Abt. B. Kilb.
Themata der Aufsätze: Abt. A: 1. Dürfen wir das Drama Heinrich von Kleists „Prinz Friedrich von Homburg“ ein romantisches nennen? 2. Man lernt nur kennen, was man liebt. (Klassenarbeit.) 3. Cordelia und Iphigenie. 4. Warum führte Euripides in seiner„Taurischen Iphigenie“ einen deus ex machina ein?(Klassenarbeit.) 5. a) Was man ist, das blieb man andern schuldig. b) Welcher Mittel der Charakteristik bedient sich Goethe in seinem Drama„Egmont“? 6. Sind Max und Thecla eine blosse Episode, die man aus Schillers„Wallenstein“ ausscheiden könnte?(Klassenarbeit.) 7. Ein grosses Muster weckt Nacheiferung Und gibt dem Urteil höhere Gesetze. 8. Welche heilsamen Wirkungen hat die Fremdherrschaft Napoleons I. in Deutschland her- vorgebracht?(Abiturientenarbeit.)— Abt. B: 1. a) Goethes Entwickelung bis zum UÜbergange zur Universität(nach„Dichtung und Wahrheit“9). b) Welchen Einfluss hat die Strassburger Zeit auf die Entwicklung Goethes ausgeübt?(nach„Dichtung und Wahrheit“). 2. Bescheidenheit— Für jun- ges Blut— Ein schön Geschmeid— Und hohes Gut. 3. a) Warum ist für so viele Italien das Land der Sehnsucht? b) Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser, Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind!(Klassenaufsatz.) 4. a) Hamlet, die Tragödie des Pessimismus. b) Inwiefern ist Hamlet eine tragische Person? c) Welche Bedeutung hat der Gegensatz zwischen Hamlet und Laertes für den Grundgedanken der Hamletdichtung? 5. a) Inwiefern ist„Die Ahnfrau“ eine Sthick- salstragödie und in welchem Sinne? b) Gang der Handlung in der Ahnfrau. c) Vergleich der Ahn- frau mit dem 24. Februar. 6.„Dass nur Menschen wir sind, das beug in Ergebung das Haupt uns; doch dass Menschen wir sind, richt es uns herrlich empor“.(Klassenaufsatz.) 7. Inwiefern ist der Ausspruch Schillers, dass er bei der Aufführung der Braut von Messina„zum ersten Male den Ein- druck einer wahren Tragödie bekommen habe“, gerechtfertigt? 8.„Dein wahres Glück, du Menschen- kind, o glaube es mit nichten, dass es erfüllte Wünsche sind, es sind erfüllte Pflichten!“(Prüfungs- aufsatz.)


