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Am 13. Oktober wurde das Wintersemester mit der Aufnahmeprüfung der neu ange- meldeten Schüler eröffnet. Tags darauf fand ein feierlicher Gottesdienst in der Gymnasialkirche statt, und nach Mitteilung des Stundenplanes nahm der regelmäßige Unterricht seinen Anfang.
Am 20. Dezember wurde für die verstorbenen Wohltäter des Gymnasiums in der Gymnasialkirche das jährliche Gedächtnisamt abgehalten.
Am 27. Januar wurde zur Feier des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. in der Aula eine Schulfeierlichkeit veranstaltet, bei der Oberlehrer Brunzel die Festrede hielt. Vorher war in der Gymnasialkirche Festgottesdienst mit Te Deum; die evangel. Schüler beteiligten sich an dem Festgottesdienst, der nach der Schulfeier stattfand.
Am 4. Februar wurde das Andenken an Hrabanus Maurus durch Aufführung der Antigone von Sophocles nach der Komposition von Mendelssohn-Bartholdy festlich begangen. Der- Männerchor der Gesangselekta des Gymnasiums unter Leitung ihres Gesanglehrers von Keitz hatte unverdrossen die schwere Aufgabe eingeübt; den Vortrag der verbindenden Dichtung hatte- Dr. Amelungk zu übernehmen die Liebenswürdigkeit gehabt. Se. Bischöfl. Gnaden und ein zahlreiches Publikum beehrten bei dieser Gelegenheit die Anstalt.
Am 15. Juni, 18. Oktober, 9. und 22. bezw. 21. März wurden in allen Klassen der Erinnerung der betreffenden Tage entsprechende Ansprachen gehalten.
Die regelmäßigen Ferien waren nach Vorschrift der Verf. vom 31. März 1892 verteilt: Pfingstferien vom 17. bis 21. Mai, Sommerferien vom 5. Juni bis 4. August, Herbstferien vom 27. September bis 13. Oktober, Weihnachtsferien vom 23. Dezember bis 7. Januar. Wegen zu großer Hitze fiel der Nachmittagsunterricht aus am 2., 3. und 6. Juni, am 19. August und am 4. September..


