Jahrgang 
1897
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Nachruf.

Vorgeſtern verſchied dahier der Profeſſor am Königl. Gymnaſium Dr. Anſelm Braun. Der Verblichene war erſt zu Oſtern v. Is. auf ſeinen Wunſch an das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt verſetzt worden⸗ dem er ſo frühzeitig entriſſen werden ſollte.

Die Anſtalt verliert in dem Verewigten einen Lehrer von hervorragender Befähigung, Geyiſſenhaftigkeit und liebevoller Geſinnung gegen die Schüler. Das unterzeichnete Lehrerkollegium trauert um den Verluſt eines liebenswürdigen Mitarbeiters, der durch ſeine echt kollegialiſche Geſinnung und Herzensbildung ſich ein dauerndes Andenken bei uns geſichert hat.

Fulda, 2. 1. 1897. Das Lehrerkollegium des Königl. Gymnaſiums.

Am 16. Jan. wurde für den Verſtorbenen ein feierliches Requiem in der Gymnaſialkirche abgehalten.

Die erledigte Oberlehrerſtelle wurde nach der mitgeteilten Verfügung in eine Hilfslehrerſtelle umge⸗ wandelt, das Geſuch des Unterzeichneten, die Stelle als ſolche beſtehen zu laſſen, abſchlägig beſchieden.

3. Um die durch Beurlaubung des Direktors bezw. des Prof. Braun entſtehenden Lücken in der Unterrichtserteilung auszufüllen wurde, durch Verfügung des K. Provinzialſchulkollegiums v. 29. 4. 96 8. 2814 der viſfeenſchaftliche Hilfslehrer Debes mit der Erteilung von Unterricht am hieſ. Gymnaſium be⸗ auftragt und dieſer Auftrag durch Verfügung v. 6. 10. S. 6451 zunächſt für das Winterhalbjahr verlängert.

4. Desgl. wurde der Hilfslehrer Albert Marxrhauſen durch Verfügung v. 2. 10. S. 6361 mit der Stellvertretung des beurlaubten Profeſſors Dr. Braun beauftragt. Er tritt mit Beginn des k. Schuljahres in die Provinz Schleswig⸗Holſtein über und übernimmt eine Lehrerſtelle am Domgymnaſium in Schleswig. Die herzlichſten Wünſche diesſeits begleiten den allſeits geachteten Kollegen und beliebten Lehrer nach ſeinem neuen Wirkungskreiſe.

5. Durch Verfüg. vom 22. 8. S. 5522 wurde der Hilfslehrer Dr. Küſter vom Gymnaſium in Rinteln zum Oberlehrer am hieſ. Gymnaſium ernannnt.

Dr. Wilhelm Küſter, geb. am 31. Auguſt 1857 zu Holzappel(Reg.⸗Bez. Wiesbaden), evangeliſch, wurde vorgebildet auf den Gymnaſien zu Hadamar und Wiesbaden und ſtudierte von Oſtern 1877 ab zu Leipzig Geſchichte und Philologie. Im Jahre 1883 erwarb er daſelbſt auf Grund einer Arbeit:Beiträge zur Finanz⸗ geſchichte des deutſchen Reiches nach dem Interregnum J. Teil:Das Reichsgut in den Jahren 1273 1313 die philoſophiſche Doktorwürde und beſtand im Herbſt 1884 die Prüfung pro fac. doc. Nach vier⸗ und einhalb⸗ jähriger Lehrthätigkeit an der berechtigten Lehr⸗ und Erziehungsanſtalt Keilhau in Thüringen trat er bei dem königl. Gymnaſium zu Wiesbaden als Probekandidat ein. Nach vollendetem Probejahr war er in Wies⸗

baden, Homburg, Diez und Rinteln als Hilfslehrer thätig. Am 1. Oktober 1896 wurde er am hieſ. königl. Gymnaſium als Oberlehrer angeſtellt und am 13. Oktober in der Lehrerkonferenz durch den Unterzeichneten

vereidigt.

6. Am 21. Auguſt 1896 ſtarb der am 1. April 1895 in den Ruheſtand getretene frühere Zeichen⸗ lehrer am K. Gymnaſium, Binder. Seine ehemaligen Schüler und einige Lehrer der Anſtalt gaben ihm am 24. Auguſt das Geleit zur Gruft. R. i. p.

7. Am 19. Nov. mußte der Zeichenlehrer Pavel, der wegen eines Lungenleidens ſchon ſeit Anfang des Monats den Unterricht ausgeſetzt hatte, um Urlaub, der ihm durch Verf. vom 3. 12., S. 7666 bewilligt wurde, einkommen..