— 14—
Anſere Pfingſtfahrten ſind mit der Zeit zu einer unveräußerlichen Tradition der Schillerſchule geworden. Die diesjährige Reiſe, an der unter Leitung des Anterzeichneten, ſich 22 Schülerinnen aus IIb— Fs. l. und 4 Damen und Herren beteiligten, hatten München und Garmiſch⸗ Partentirchen zum Ziel; ſie dauerte vom 7.—11. Juni 1927.
1. Tag: Fahrt im beſchleunigten Perſonenzug über Frankfurt— Mannheim—Graben⸗Neudorf— Stutt⸗ gart—Lllm— Augsburg— München mit reichen Eindrücken.
2. Tag: Deutſches Muſeum, Alpines Muſeum; bedeutende Bauwerke bei einem Runoͤgang durch die betreffenden Stadͤtviertel der bagriſchen Hauptſtadt. Gemütlicher Ausklang im Hofbräuhaus.
3. Tag: Früh morgens Fahrt nach Garmiſch— Partenkirchen;; Beſuch der Partnachklamm und Aufſtieg nach Graſeck mit wundervollem Blick auf die im Keuſchnee ſich ſonnenden ragenden Finnen und ſteilen Wände des Wetterſteingebirges. Abſtieg und Gang durch das ſtimmungsvolle Partenkirchen nach Garmiſch, Beſuch des Rieſerſees; Beſichtigung der Kreuzeck⸗Schwebebahn und auf dem Rückweg zum Bahnhof Karwendel, Wetterſtein, Kreuzeck, kleiner und großer Wachſenſtein, Alpſpitze, Zugſpitze, Daniel und in der Ferne die öſterreichiſchen Alpen im Golde der Abenoͤſonne. Kückfahrt nach München.
4. Tag: Thereſienwieſe mit Bavaria; Ausſtellung„Das bauriſche Handwerk“, die Pinakotheken, Glaspalaſt, Gluptothek, Propgläen, Hofgarten mit dem Ehrenmal für die im Weltkrieg Gefallenen. Armeemuſeum.
5. Tag: Heimreiſe über Augsburg— Treuchtlingen— Würzburg— Aſchaffenburg- Hanau.
Mit den eingezahlten RM. 32.— wurdͤe beſtritten:
1. Reiſe Frieoͤberg— München und zurück.
2. Sämtliche übrigen Fahrt- und Eintrittsgelder(Elektriſche, Garmiſch, muſeen pp.)
3. Llebernachten in der Münchner Groß⸗Jugenoͤherberge(Wenoͤlſtraße), Morgenimbiß, ein warmes Eſſen und Kaffee oder Milch am Tag.
Alles in allem: die diesjährige Pfingſtfahrt nahm einen glänzenden Verlauf und reiht ſich ſo den früheren Schulreiſen würdig an.
Zur Feier des„Heſſiſchen Jugendͤtages“ unternahmen ſämtliche Klaſſen am 24. Juni 1927 Ausflüge nach bedeutenderen Punkten der engeren Heimat und verlebten in fröhlicher Klaſſen⸗ gemeinſchaft eindrucksvolle Stunden.
Im Mittelpunkt unſrer diesjährigen„Verfaſſungsfeier“ am 20. Auguſt ſtand die Feſtrede des Studienaſſeſſors Frl. Dr. Trapp; in anſchaulichſter Form wurde das Werk von Weimar gewürdigt und die Bedeutung der Schule für die Erziehung vor allem vaterländiſchen Gemeinſchaftsgefühles heraus⸗
geſtellt. Das„Deutſchlandlied“ beſchloß die ſchöne Feier.
Jur Feier des„Achtzigſten Geburtstages des Herrn Reichspräſidenten“ verſammelten ſich die Schülerinnen in ihren zum Teil tagszuvor feſtlich aufgeputzten Sälen und ge⸗ dachten bei erhebenden Anſprachen ihrer Klaſſenführer und bei dem Inhalt des Tages entſprechenden Liedern des greiſen Vaters des Vaterlandes.
zu einer Stunde ſtillen Gedenkens und ernſter Einkehr, zugleich aber auch tiefempfundenen Be⸗ kenntniſſes zu Volk und Vaterland geſtaltete ſich unſere„Gefallenenfeier“ am 19. Nov. 1927. Händels Largo GWioline: Herr Dr. Riedel; am Flügel: Herr Schieferſtein), der Chor der IVVn„Das Leben welkt wie Gras“(Leitung Herr Schie,erſtein) und der Gedichtvortrag„Seele, vergiß ſie nicht“ von Hebbel(Frl. Ellg Schwarz Fs. l) ſtellten die Seelen ein auf die ergreifenden Worte wilh. v. Scholz „An meinen Sohn“(Frl. Dr. Schopbach).„Vergeßt unſere Helden nicht; ſie ſtarben ja für uns“, das war der Grunoͤgedanke der Anſprache des Anterzeichneten, der den Geiſt wahrer vaterlandsliebe als den Geiſt des Opfers und der vollen Hingabe an die Geſamtheit kennzeichnete. Gedicht und Chor „Den Gefallenen“ ließ die Herzen vor dem Auseinandergehen noch einmal in wehmütigem Gedenken zuſammenſchlagen.
Anſere diesjährige„Weihnachtsfeier“(22. Dez. 1927) hatte unter Leitung des Herrn Schieferſtein das Gepräge einer Morgenfeier mit muſikaliſchen, deklamatoriſchen und einfachſten theatra⸗


