A. Zur Geschichte der Anstalt.
1. Allgemeines. Zu Beginn des Schuljahres wurden 40 Schülerinnen, davon 34 in Sexta (gegen 24 im Vorjahr) neu aufgenommen. Der Bestand am Anfang wies 200 Schülerinnen auf (gegen 195 im Vorjahr). Im Laufe des Schuljahres traten 12 Schülerinnen ein, sodaß eine Gesamt- zahl von 212 erreicht wurde, gegenüber 199 im Vorjahr. Der Bestand am Schlusse des Schul- jahres ist 200(gegen 192 im Vorjahr). Näheres s. Tab. S. 15.
Das Schuljahr wurde am 4. April mit einer kurzen Feier eröffnet.
In Obersekunda und Untersekunda wurde von Beginn des Schuljahres ab je eine zweite Rechenstunde eingeführt, wodurch sich die wöchentliche Stundenzahl der beiden Klassen auf 32 erhöhte.
An dem Milchfrühstück nahmen im Sommer 50, im Winter 118 Schülerinnen teil.
Vor Weihnachten wurde— ähnlich wie im Vorjahr— zur Erleichterung für die Eltern, die etwa ihre Kinder mit einem Buche beschenken wollten, den Schülerinnen auf grund des„Ver- zeichnisses empfehlenswerter Jugendschriften“(zusammengestellt von den vereinigten deutschen Prüfungsausschüssen) eine größere Anzahl von Jugendschriften namhaft gemacht.
Am 14. juli verschied der langjährige hochverdiente Leiter des hessischen Schulwesens, Herr Geheimrat Dr. Eisenhuth. Sein Wirken und sein humanes Wesen werden auch an unserer Schule unvergessen bleiben.
2. Personalangelegenheiten. Frl. Birnbaum war zum Zwecke eines Studienaufenthalts in der französischen Schweiz vom 26. Juni bis 7. August beurlaubt.— Durch Verfügung der obersten Schulbehörde vom 19. September wurde Herr Lehramtsassessor Dr. Laufersweiler auf seinen Antrag aus dem hessischen Schuldienst entlassen und durch Verfügung vom 5. Oktober Herr Lehr- amtsreferendar August Schlörb aus Schotten mit Wirkung vom 10. Oktober zum Nachfolger be- stellt. Zu Ostern 1911 gibt Herr Pfarrkurat Erker in Bad-Nauheim den katholischen Religions- unterricht, den er seit Gründung der Schule 1905 bis jetzt erteilt hat, ab. Das Lehrerkollegium wird seiner als eines liebenswürdigen Amtsgenossen stets gern gedenken. Die Erteilung des Unter- richts wird Herr Kaplan Krämer in Friedberg übernehmen.
3. Gesundheitliches. Schulausflüge. Einen Ueberblick über die Zahl und die Art der Erkrankungen bei den Schülerinnen gibt die nachstehende Tabelle, in der lediglich die durch Krankheit verursachten Versäumnisse berücksichtigt sind. Nach dieser Aufstellung er- streckte sich fast die Hälfte aller Versäumnisse nicht über 1 Woche und über dreiviertel aller Er- krankungen(80,6%) waren leichterer Art. Die Zahl der Schülerinnen, die von ansteckenden Krank- heiten befallen wurden, war allerdings wieder erheblich(21 gegen 15 im Vorjahr), aber bei einem Teil der Fälle reichte der Beginn der Erkrankung noch ins Vorjahr zurück. Die Fälle verliefen sämtlich günstig.— In der Tabelle ist die Woche zu 6 Tagen gerechnet. Wiederholte Erkran- kungen der gleichen Art bei derselben Schülerin sind nicht mitgezählt.


