Jahrgang 
1906
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Leuchtgens ²). Herr Seminarlehrer Karl Emil Müller') iſt durch Dekret vom 12. April 1905 Nachfolger des Herrn Seminarlehrer Feuerbach geworden, der zum Kreisſchulinſpektor in Schotten im Dezember 1904 ernannt worden war.

Am 27. Mai beteiligten wir uns an der ſtädtiſchen Schillerfeier und verſammelten uns am 9. Juni in engerem Kreiſe nochmals zu einer ſolchen, bei der Herr Oberlehrer Alles die Feſtrede hielt.

Am 1. Juli verließ uns Herr Oberlehrer Ernſt Henſing nach 10jähriger, er⸗ ſprießlicher Tätigkeit, um als Kreisſchulinſpektor zu Darmſtadt ſeine bewährte Kraft weiterhin in den Dienſt der Volksſchule zu ſtellen.

An ſeiner Stelle wurde Herr Dr. Wilhelm Schäfer) am 9. Auguſt in den Dienſt eingewieſen.

Herr Prof. Georg Popovics, griech., orient., ſerb. Oberſchulrat zu Karlowitz beehrte das Seminar Ende Auguſt mit ſeinem Beſuch.

Der von Herrn Seminarlehrer Gatzert aufs beſte vorbereitete Ausflug des

ganzen Seminars in die Rhön am 1. und 2. September wird allen Teilnehmern in ſchönſter Erinnerung bleiben. Am Abend des erſten Wandertages gedachte der Unter⸗ zeichnete imHôtel Adler in Gersfeld der Bedeutung des 2. September, und der Chor ſang ſeine ſchönſten Lieder.

Auch in dieſem Jahre hat Herr Oberlehrer Helmke von der Auguſtinerſchule hier den Schülern der Oberklaſſe durch archäologiſche Vorträge am 31. Oktober und 7. November und durch Erklären der hieſigen Altertumsſammlung am 5. und 12. November einen großen Dienſt erwieſen. Wir nehmen gerne die Gelegenheit wahr, ihm an dieſer Stelle nochmals unſeren verbindlichſten Dank auszuſprechen.

In zwei Teile geteilt, beſuchte die Oberklaſſe am 8. und 11. November die ein⸗ klaſſige Volksſchule zu Oſſenheim bezw. die zweiklaſſige zu Rendel unter Führung der Herren Seminarlehrer Müller und Leuchtgens.

Großherzogs Geburtstag feierten wir im Saale desHoôtel Trapp in herkömmlicher Weiſe; die Feſtrede hielt Herr Seminarlehrer Müller über die Land⸗ gräfin Karoline von Heſſen.

Am 26. November wurde Herr Medizinalrat(i. P. ſeit 1. April 1905) Dr. Matthias beerdigt, der ſich ſeit 1901 als Seminararzt und als Lehrer der Schulgeſundheitslehre, ſoweit es ſein Geſundheitszuſtand erlaubte, bereitwillig in den Dienſt des Seminars geſtellt hatte. Sein Andenken wird bei uns in Ehren gehalten.

Seit 17. April 1905 iſt Seminararzt Herr Kreisarzt Dr. Nebel.

Am 25. November beſuchte Herr Dr. Schäfer mit den meiſten Seminariſten der Oberklaſſe das Hüttenwerk zu Wetzlar und außer anderen Sehenswürdigkeiten auch das neuerrichtete Schullehrerſeminar daſelbſt.

Hochſchule daſelbſt, dann auf der Landesuniverſität, wo er im Februar 1905 die Fakultätsprüfung in reiner und angewandter Mathematik und in Phyſik beſtand. Seit 9. Mai 1905 iſt er am Lehrerſeminar Friedberg verwendet.

²) Heinrich Leuchtgens, geb. am 31. Oktober 1876 zu Lich, beſuchte von 1893 bis 1896 das Großh. Schullehrerſeminar zu Friedberg, war bis 1905 Lehrer in Holzhauien v. d. H., beſtand im März 1903 die erweiterte Prüfung und iſt ſeit Oſtern d. Is. am Schullehrerſeminar Friedberg verwandt.

³) Karl Emil Müller, geb. am 17. April 1864 zu Dillenburg, beſuchte von 1881 bis 1883 das Schullehrerſeminar zu Friedberg, war Lehrer in Fauerbach v. d. H., Vonhauſen, Lindheim, Steinfurth und Fauerbach b. Fr., beſtand im Januar 1898 die erweiterte Prüfung und wurde im Oktober desſelben Jahres ſuun Oberlehrer der Stadtſchule zu Lauterbach ernannt. Seit Oſtern d. Js. iſt er am Großh. Schullehrer⸗ ſeminar Friedberg verwandt.

.*1) Wilhelm Schäfer geb. am 3. September 1881 zu Niefernheim, beſuchte von 1887 bis 1900 das Seminar Ein Darmſtadt bis Herbſt 1902, beſtand 1901 das Abiturientenexamen an der Oberrealſchule zu Darmſtadt, ſtudierle zeĩ ſemeſter an dem Polytechnikum, darauf an der Landesnniverſität Mathematik, Phyſik und Geographie. Am 2. Auguſt 1904 erwarb er die philoſophiſche Doktorwürde, beſtand im Sommer 1905 das Fakultätsexamen und iſt ſeit Auguſt 1905 am Lehrerſeminar Friedberg verwendet.