Jahrgang 
1904
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Oſtern 1886 am Städtiſchen Gymnaſium nach zweijähr. Beſuch der Prima mit dem Zeugnis der Reife abging, um in Marburg, Berlin und Marburg Theologie und Philologie(Franzöſiſch und Latein) zu ſtudieren. Nach dem erſten theologiſchen Examen in Marburg Frühjahr 1889 ſtudierte er weitere 3 Monate in Paris und legte am 1. Dezember das zweite theologiſche Examen in Caſſel ab(Tentamen). Vor Oſtern 1890 erwarb er in Marburg ein Oberlehrerzeugnis mit der Facultas in Religion und Hebräiſch für alle, Franzöſiſch und Latein für Mittelklaſſen. Nach Oſtern wurde er als proviſoriſcher Lehrer an dasGymnaſium und die Realſchule nach Worms bernfen. Februar 1891 promovierte er in Marburg mit der DiſſertationChanson de Huon de Bordeaux nach den Pariſer Handſchriften der Bibl. Nat. 1451 und 22 555, die er im 90. Heft derAusgaben und Abhandlungen auf dem Gebiet der romaniſchen Philologie vervollſtändigte. Schließlich erwarb er durch eine Erweiterungsprüfung im Franzöſiſchen die Facultas für alle Klaſſen. Im Juli 1891 erfolgte die defini⸗ tive Anſtellung in Worms. In der Beilage zum Oſterprogramm 1895 des Gymnaſiums und der Realſchule Worms gab er dieChanson d'Esclarmonde nach der Pariſer Handſchrift 1451 der Bibl. Nat. fr. heraus.

An Stelle des Herrn Hilfslehrers Karl Kurz trat am 27. IV. 1903 Herr Hilfs⸗ lehrer Albert Schmidt.

Albert Schmidt, geb. den 30. Oktober 1882 zu Windhauſen im Kreiſe Alsfeld, beſuchte das Großh. Schullehrer⸗Seminar zu Friedberg von 18991902. Nach je halbjähr. Verwendungen an der höheren Bürger⸗ ſchule zu Rüſſelsheim a. M. und der Gemeindeſchule zu Dreieichenhain wurde er durch Verfügung Großh. Miniſteriums des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, vom 8. April 1903 zum Hilfslehrer am Schul⸗ lehrer⸗Seminar zu Friedberg ernannt.

Zu Beginn der Sommerferien machte Herr Seminarlehrer Gatzert mit einem Teil der Oberklaſſe eine neuntägige Reiſe.(Thüringer Wald, Berlin, Stettin, Inſel Rügen, Harz.)

Herr Hilfslehrer Thierolf nahm in Darmſtadt von Anfang Juli bis 29. Auguſt teil am Zeichenlehrerkurs.

Herr Miniſterialrat Dr. Eiſenhuth beehrte die Anſtalt mit einem Beſuch am 10. Auguſt.

An der Feier des 2. September beteiligten wir uns.

Am 9. und 10. November weilte Herr Seminarlehrer Lemmermann aus Bremen, und am 20. und 21. November Herr Seminardirektor Otto von Eiſenach hier, um den Unterricht und die Einrichtungen unſeres Seminars kennen zu lernen.

Am 19. Dezember, in der Stunde der Beiſetzung der Prinzeſſin Eliſabeth von Heſſen, vereinigten wir uns zu einer Trauerfeier.

An den patriotiſchen Gedenktagen hielten die Herren Seminarlehrer Muth und Balſer die Feſtreden, bei der Weihnachtsfeier Herr Oberlehrer Lic. Jäger.

Herrn Prof. Dr. Löbell, Direktor des Gymnaſiums und der Realſchule dahier, ſei dafür Dank geſagt, daß er den Seminariſten geſtattete, den Vortragsabenden ſeiner Anſtalt beizuwohnen, ebenſo Herrn Oberlehrer Helmke für die Einfuhrung der Ober⸗ klaſſe in die archäologiſche Sammlung.

Am 18. Dezember veranſtalteten wir eine Herderfeier. Ein Schüler der Ober⸗ klaſſe, Weber, hielt die Feſtrede, die vom Chor und von Deklamationen entſprechend unterſtützt wurde.

Leider mußte Herr Medizinalrat Dr. Matthias krankheitshalber den begonnenen Unterricht in der Schulgeſundheitslehre unterbrechen. Die ärztliche Behandlung der Seminariſten übernahm gütigſt Herr Medizinalrat Dr. Weckerling, während Herr Dr. Kullmann von Butzbach den Unterricht in Schulgeſundheitslehre weiterführte.

Der Geſundheitszuſtand bei Lehrern und Schülern war im ganzen gut.

Ausflüge wurden in die Umgebung und nach Frankfurt zum Beſuch der Oper, des Schauſpiels und des Zoologiſchen Gartens unter Leitung von Lehrern gemacht.

Die Oberklaſſe beſuchte die einklaſſige Schule zu Oſſenheim am 20. Januar und die zweiklaſſige Schule zu Rendel am 23. Januar 1904.

Herr Turninſpektor Schmuck wird am 5. Februar den Turnunterricht beſichtigen.

Unſere Bibliothek, die Lehrmittelſammlungen und der Seminargarten ſind durch Geſchenke bereichert worden. Allen freundlichen Gebern ſagen wir herzlichen Dank.