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4. F. Gottesdienſt.
Die Schüler beſuchten regelmäßig den Vormittagsgottesdienſt in der Burgkirche. Der kirchlichen Feier des Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, ſowie dem Feſtgottesdienſte am Sedanstage haben Lehrer und Schüler gemeinſchaftlich beigewohnt. An dieſen beiden Tagen, ſowie an mehreren anderen Sonntagen beteiligte ſich der Singchor an der Liturgie durch den Vortrag mehrſtimmiger Geſänge.
6. Chronik. 1. Das Schuljahr 1886/87 hat am 17. Mai 1886 ſeinen Anfang genommen und ſoll am 2. April 1887 geſchloſſen werden.
2. Am Ende des vorigen Schuljahrs trat Profeſſor Dr. Weiffenbach aus dem Lehrerkollegium aus, nachdem er auf beſonderen Wunſch den Religionsunterricht bei ſeinen früheren Schülern bis zu ihrer Entlaſſung aus dem Seminar fortgeſetzt und beendigt hatte.
3. Während des Schuljahrs ſind verſchiedene Ausflüge in die Umgegend mit einzelnen Klaſſen unternommen worden. Am 21. Juli beſuchte die Oberklaſſe unter Leitung des Seminarlehrers Dr. Heid den Palmengarten und den Zoologiſchen Garten zu Frankfurt a. M.
4. Der Namenstag und Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit des Groß⸗ herzogs, ſowie der Sedanstag ſind in herkömmlicher Weiſe gefeiert worden.
5. Am 13., 14. und 15. September wurde im Auftrag Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz im Seminar eine Lehrerinnenprüfung abgehalten, bei der das Lehrerkollegium, verſtärkt durch den Großherzoglichen Seminarlehrer Helm aus Bensheim, als Prüfungskommiſſion fungierte. Der mündlichen Prüfung, welche am 15. September ſtattfand, wohnten außerdem bei die Herren: Geheimer Oberſchulrat Greim, Prälat Dr. Habicht und Dekan Brentano.
6. Am 16. September beehrten die Herren Geheimen Staatsräte von Knorr und Hallwachs, Herr Geheimer Oberſchulrat Greim und Herr Superintendent Dr. Sell unſere Anſtalt mit einem Beſuche, um von den Leiſtungen der Zöglinge im Orgelſpiel und Geſang Kenntnis zu nehmen.
— 7. Seminarlehrer Schüler iſt vom 20. Auguſt an auf 5 Wochen zu militäriſchen Übungen eingezogen worden. Sein Dienſt wurde während dieſer Zeit ſo weit, als thunlich, von den übrigen Lehrern und dem Direktor mitverſehen.
8. Mit unſerer erſten diesjährigen Abendunterhaltung am 18. Dezember feierten wir zugleich den 100. Geburtstag des Komponiſten Carl Maria von Weber. Außer den Angehörigen des Seminars hatte ſich auf ergangene Einladuug eine größere Anzahl von Freunden der Anſtalt und Verehrern der Muſik dazu eingefunden, ſo daß der Turnſaal vollſtändig beſetzt war. Die Feier, bei welcher ausſchließlich Kompoſitionen von Weber zum Vortrag kamen, verlief genau nach folgendem Programm:
1) Ouvertüre zu„Freiſchütz“ für 2 Klaviere, 8händig. 2) Vortrag:„C. M. von Weber.“ 3) Chor:„Im Wald“ aus„Precioſa“. 4) Ouvertüre zu„Precioſa“ für Klavier, 4händig. 5) Lieder mit Klavierbegleitung: a. Wenn ich ein Vöglein wär; b. Heimlicher Liebe Pein; c. Ballade; d. Bach, Echo und Kuß; e. Liebes⸗ lied; f. Klage. 6) Ouvertüre zu„Oberon“ für 2 Klaviere, 8 händig. 7) Leyer und Schwert, Liedercyklus von Th. Körner und C. M. von Weber, verbindende


