Jahrgang 
1886
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F. Gottesdienſt.

Die Schüler beſuchten regelmäßig den Vormittagsgottesdienſt in der Burgkirche. Der kirchlichen Feier des Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, ſowie dem Feſtgottesdienſte am Sedanstage haben Lehrer und Schüler gemeinſchaftlich beigewohnt.

6. Chronik.

1. Das Schuljahr 1885/86 hat am 27. April 1885 ſeinen Anfang genommen und ſoll am 17. April 1886 geſchloſſen werden.

2. Am 30. März 1885 verließ der Hilfslehrer Habermann unſere Anſtalt, um eine Lehrerſtelle in Frankfurt a. M. zu übernehmen. Am 25. April wurde der von Großherzoglichem Miniſterium des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Schulangelegenheiten, durch Entſchließung vom 14. April zu ſeinem Dienſtnachfolger ernannte proviſoriſche Hilfslehrer Ludwig Buff aus Butzbach, ſeither Schulverwalter in Vilbel, in ſein Amt eingewieſen.

3. Der diesjährige größere Ausflug, welcher die ſchöne Bergſtraße zum Ziel hatte, iſt am 24. Juli ausgeführt worden, und 14 Tage Sommerferien ſchloſſen ſich ihm an.

4. Am 17. Auguſt beſuchten die Herren Geheimer Staatsrat Knorr, Geheimer Oberſchulrat Greim und Oberconſiſtorialrat Dr. Köhler unſere Anſtalt und wohnten mehreren Unterrichtsſtunden bei.

5. Der Namenstag und Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit des Groß⸗ herzogs, ſowie der Sedanstag ſind in herkömmlicher Weiſe gefeiert worden.

6. Durch Allerhöchſtes Dekret vom 11. Oktober 1885 wurde der proviſoriſche Seminar⸗ lehrer Otto Schüler definitiv zum Lehrer an unſerer Anſtalt ernannt.

7. Die zweite Pedellenſtelle, welche ſeit Verſetzung des früheren Pedellen Conrad an das Großherzogliche Schullehrer⸗Seminar zu Alzey gegen Tagegeld verwaltet wurde, iſt durch Allerhöchſte Entſchließung vom 21. Januar 1886 dem Johann Heinrich Hofmann auf Widerruf übertragen worden.

8. Über den Geſundheitszuſtand haben wir Folgendes zu bemerken.

Seminarlehrer Schmidt war infolge eines rheumatiſchen Leidens mehrere Wochen hindurch außer Stand, ſeinen Dienſt zu verſehen. Bei den übrigen Lehrern kamen glücklicher⸗ weiſe nur vorübergehende Erkrankungen vor. Ein Schüler der Unterklaſſe, Ludwig Möbus aus Wingershauſen im Kreiſe Schotten, mußte bald nach ſeinem Eintritt in die Anſtalt wegen ſeines leidenden Zuſtandes nach Hauſe geſchickt werden, und ſchon am 25. Auguſt 1885 traf die Nachricht ein, daß er an der Lugenſchwindſucht geſtorben ſei. Eine ziemlich große Anzahl von Verſäumniſſen der Zöglinge wegen Unwohlſeins wirkte namentlich gegen das Ende des Schuljahrs ſtörend auf den Fortgang des Unterrichts ein, und es ſind während des Schuljahrs 1885/86 nur etwa 50 Schultage zu verzeichnen geweſen, an welchen alle Schüler dem Unterricht beiwohnten.