Jahrgang 
1881
Einzelbild herunterladen

20

eine ſolche Ueberbürdung der bereits in hohem Grade belaſteten Lehrer, daß man ſich nach kurzer Zeit zu anderweitiger Aushilfe entſchließen mußte. Mit Genehmigung Großherzog⸗ lichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz, Abtheilung für Schulangelegenheiten, wurden die betreffenden Unterrichtsſtunden im Violin⸗ und Klavierſpiel folgenden 11 Seminariſten der Oberklaſſe übertragen: Habermann und Süß wöchentlich je 4 St. in der Mittel⸗ klaſſe, Ackermann, Baldauf, Cronenberg, Görlach, Gremm, Hedderich, Hoch, Sauer und Schmidt je 2 St. in der Unterklaſſe. Sowol für die Bereitwilligkeit, mit welcher ſich die Genannten dieſen Verpflichtungen unterzogen haben, als auch für die Sorg⸗ falt und Treue, mit welcher ſie denſelben nachgekommen ſind, iſt ihnen unſere Anſtalt zur dankbaren Anerkennung verpflichtet, und es gereicht uns zu um ſo größerer Freude, dieſen Dank hier ausſprechen zu können, als durch ihre Leiſtungen die Möglichkeit gegeben wurde, dem erkrankten Lehrer, deſſen Leiden aller Wahrſcheinlichkeit nach Folgen ſeines anſtrengenden Dienſtes waren, Zeit zur Erholung und Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit zu gewähren.

3. Durch Allerhöchſte Decrete vom 3. Juli iſt der proviſoriſche Seminarlehrer Heinrich Weinel zum Lehrer am hieſigen Schullehrer⸗Seminar und der proviſoriſche Seminarlehrer Dr. Wilhelm Uloth zum Lehrer am Schullehrer⸗Seminar in Bensheim, beide mit Wirkung vom 1. October d. J. an, ernannt worden. An demſelben Tage wurde der proviſoriſche Lehrer Auguſt Albert Theodor Kleinſchmidt, durch höchſtes Decret zum Lehrer am hieſigen Schullehrer⸗Seminar mit Wirkung vom 1. October an, unter Be⸗ laſſung in der Kategorie der Volksſchullehrer, ernannt.

4. Am 10. Auguſt iſt dem Pedellen Johannes Conrad die Stelle des Pedellen am Schullehrer⸗Seminar zu Alzey mit Wirkung vom 1. October an übertragen worden. Die erledigte Stelle an unſerer Anſtalt wurde vom 1. October bis 7. November von dem früheren Pedellen Wilhelm Fink und nach deſſen Tode von Friedrich Jakobi interimiſtiſch verſehen.

5. Am 6. bis 8. September wurde im Auftrage Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz die übliche Herbſtprüfung für Schulamtsaſpirantinnen abgehalten, zu welcher ſich 15 Damen angemeldet und eingefunden hatten. Der mündlichen Prüfung und Schlußconferenz wohnte, wie in früheren Jahren, der Herr Geheime Oberſchulrath Greim bei.

6. Der 12. September, der Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs iſt durch Betheiligung ſämmtlicher Lehrer und Schüler am Feſtgottesdienſt und durch patriotiſche Anſprachen in den einzelnen Klaſſen, die mit einem Hoch auf den allverehrten Landesherrn ſchloſſen, gefeiert worden.

7. Durch hohe Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz, Abtheilung für Schulangelegenheiten, wurde der proviſoriſche Hilfslehrer Johannes Brehm, mit Wirkung vom 1. October an von ſeiner hieſigen Stelle abberufen und fand derſelbe bald darauf Verwendung als proviſoriſcher Lehrer an der Vorſchule des Gymnaſiums zu Darmſtadt.

8. Am Schluſſe des Sommerhalbjahrs verließen 67 Zöglinge, 34 aus der Mittel⸗ klaſſe und 33 aus der Unterklaſſe, unſere Anſtalt, um mit Beginn des Winterſemeſters in das neu errichtete Schullehrer⸗Seminar in Alzey einzutreten. Die beiden Parallelklaſſen der genannten Klaſſen gingen ein und nur die Oberklaſſe verblieb in ihrem ſeitherigen Beſtand, ſo daß wir ſeit Herbſt 5 Klaſſen haben mit der erfreulichen Ausſicht, im künftigen Schuljahre auf die normale Zahl von 3 Klaſſen zu gelangen.

9. Am 3. November hatte der Director unſerer Anſtalt die Ehre, der feierlichen Ein⸗ weihung des Schullehrer⸗Seminars in Alzey beizuwohnen. Sowol die erhebende Feier ſelbſt, an welcher ſich die höchſten Staats⸗ und Schulbehörden, ſowie viele Lehrer und Schulfreunde betheiligten, als auch die eingehende Beſichtigung der prächtigen und vorzüglich ausgeſtatteten Anſtaltsräume, welche ſich unmittelbar an die Feier anſchloß, gaben dem Ver⸗ treter der 63 Jahre älteren Schweſteranſtalt Anregung und Veranlaſſung zu gar mancherlei Erwägungen und Vergleichungen. Freudigen Herzens ſtimmte er ein in die der jungen Anſtalt von allen Seiten entgegengebrachten Glück⸗ und Segenswünſche. Auch an dieſer Stelle rufen wir ihr ein herzliches Glückauf! zu. Möge ſie im Vereine und edlen Wetteifer mit ihren beiden älteren Echweſeben durch Heranbildung eines