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F. Gottesdienſt.
Wegen der großen Anzahl von Zöglingen erſchien es zweckmäßig, die evangeliſchen Seminariſten in zwei Abtheilungen zu theilen. Während des Sommers beſuchte die eine Abtheilung den Vormittagsgottesdienſt in der Burgkirche, die andere den Gottesdienſt in der Stadtkirche. Während des Winters wurde ſtatt des Gottesdienſtes in der Stadtkirche der Abendgottesdienſt in der Burgkirche beſucht. Die katholiſchen Schüler betheiligten ſich beim Gottesdienſt der hieſigen katholiſchen Kirchengemeinde. Zu Anfang des Schuljahres iſt eine gemeinſchaftliche Erbanungsſtunde in der Turnhalle der Anſtalt gehalten worden und am 14. Januar hat unter Theilnahme aller Lehrer nnd Schüler eine Trauerfeier für den in den Weihnachtsferien bei ſeinen Eltern plötzlich geſtorbenen Seminariſten Friedrich Weber in der Burgkirche ſtattgefunden.
6. Chronik.
1. Das Schuljahr 1879/80 hat am 28. April 1879 ſeinen Anfang genommen und wird am 11. März 1880 geſchloſſen werden.
2. Aus dem verfloſſenen Schuljahr haben wir noch nachzutragen, daß der frühere Seminarwundarzt Heinrich Schenck am 27. Februar 1879 geſtorben iſt. Eine Wieder⸗ beſetzung der Stelle eines Seminarwundarztes ſoll nicht erfolgen.
3. Am 17. April 1879 geruhten Seine Königliche Hoheit der Großherzog
den Director der Taubſtummen⸗Anſtalt zu Friedberg Dr. Ludwig Matthias auf ſein Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte mit Wirkung vom 1. October l. J. an in den Ruheſtand zu verſetzen, und
den Lehrer und Prediger an der Königlich Preußiſchen Taubſtummen⸗Anſtalt zu Berlin Louis Wodaege zum Director der Taubſtummen⸗Anſtalt zu Friedberg mit Wirkung vom 1. October l. J. an zu ernennen.— Herr Director Wodaege hat ſeine Thätigkeit an unſerer Anſtalt am 25. October 1879 begonnen.
4. Am 12. September, dem Geburtstage Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, wurde unter Betheiligung ſämmtlicher Lehrer und Zöglinge des Seminars eine erhebende Feſtfeier in der neuen Turnhalle der Anſtalt abgehalten.
5. An demſelben Tage iſt dem Director der Anſtalt das Ritterkrenz I. Klaſſe des Ver⸗ dienſt⸗Ordens Philipps des Großmüthigen Allergnädigſt verliehen worden.
6. Von Ausflügen und größeren Excurſionen, welche im Laufe des Schuljahres von einzelnen Klaſſen oder Abtheilungen unter Leitung der Lehrer gemacht worden ſind, erwähnen wir folgende: nach Frankfurt in den Zoologiſchen Garten, nach der Saalburg, auf den Winterſtein, nach Münzenberg, auf den Hausberg, nach Ziegenberg, an den Selzerbrunnen bei Groß⸗Karben.
7. Bezüglich des Geſundheitszuſtandes können wir leider nichts Erfreuliches berichten. Die Einflüſſe des anhaltenden ſtrengen Winters wirkten auf die Geſundheit der Lehrer und Zöglinge ſehr nachtheilig, ſo daß verhältnißmäßig viele Erkrankungen und in Folge davon auch viele Verſäumniſſe ſeitens der Schüler vorkamen.
Zwei Zöglinge haben wir durch den Tod verloren:
Friedrich Weber aus Eſſenheim im Kreiſe Mainz ſtarb in den Weihnachts⸗ ferien bei ſeinen Eltern am 22. Dezember 1879 plötzlich an den Folgen eines Magengeſchwürs;
Adam Preß aus Pfungſtadt im Kreiſe Darmſtadt verſchied dahier nach längerem Leiden an der Lungenſchwindſucht am 12. Februar 1880 und wurde unter dem Geleite ſeiner Lehrer und Mitſchüler am 15. Februar auf dem hieſigen Friedhof beſtattet.


