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F. Gottesdienſt.
Wegen der großen Anzahl von Zöglingen erſchien es zweckmäßig, die evangeliſchen Seminariſten in 2 Abtheilungen zu theilen. Während des Sommers beſuchte die eine Ab⸗ theilung den Vormittagsgottesdienſt in der Burgkirche, die andere den Gottesdienſt in der Stadtkirche. Während des Winters wurde ſtatt des Gottesdienſtes in der Stadtkirche der Abendgottesdienſt in der Burgkirche beſucht. Die katholiſchen Schüler betheiligten ſich beim Gottesdienſt der hieſigen katholiſchen Kirchengemeinde. Zu Anfang der beiden Semeſter ſind gemeinſchaftliche Erbauungsſtunden in der Anſtalt abgehalten worden.
6. Chronik.
1. Das Schuljahr 1877/78 hat am 16. April 1877 ſeinen Anfang genommen und wird am 4. April 1878 geſchloſſen werden.
2. Die Zahl der Zöglinge, im vorigen Schuljahr 169, hat ſich zu Anfang des Schul⸗ jahres auf 210 erhöht. In Folge deſſen wurden auch zu den beiden Unterklaſſen Parallel⸗ klaſſen errichtet, ſo daß wir nunmehr 6 Klaſſen ſtatt der früheren 3, alſo ein Doppel⸗ Seminar haben.
3. Durch Entſchließung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern, Abtheilung für Schulangelegenheiten, vom 9. April ſind ernannt worden:
a. der Lehrer an der hieſigen Realſchule Heinrich Weinel zum proviſoriſchen Lehrer;
b. der Candidat der evangeliſchen Theologie Otto Wiſſig aus Gießen zum wiſſen⸗ ſchaftlichen Hilfslehrer;
c. der Schulamtsaſpirant Johannes Brehm aus Rhein⸗Dürkheim zum muſikaliſchen Hilfslehrer.
Mit Beginn des Schuljahres haben die neu ernannten Lehrer ihre Thätigkeit an der Anſtalt angetreten.
4. Wegen der ungewöhnlich großen Schülerzahl mußte auch in dieſem Jahre der Sommerausflug ausfallen. Mit Rückſicht darauf wurden im Hochſommer einige Tage Ferien gegeben. Kleinere Ausflüge mit einzelnen Klaſſen, ſowie Turnfahrten, brachten erfriſchende Abwechslung in das Anſtaltsleben und förderten das gemüthliche Verhältnis zwiſchen Lehrern und Lernenden.
5. Am 29. Auguſt hatten wir die Ehre, den Herrn Superintendenten Oberconſiſtorial⸗ rath Dr. Linß in der Anſtalt zu begrüßen. Von Herrn Miniſterialrath Knorr eingeführt und begleitet, wohnte er den ganzen Vormittag dem Religionsunterricht in allen Klaſſen bei, nahm Einſicht von dem Unterricht der Religionslehrer und überzeugte ſich durch ſelbſtgeſtellte Fragen von dem Standpunkte der Schüler.
6. Am 17. bis 19. September wurde im Auftrage Großherzoglichen Miniſteriums des Innern eine Prüfung der Schulamts⸗Aſpirantinnen vorgenommen, zu der ſich 20 Damen an⸗ gemeldet und eingefunden hatten. Wie in früheren Jahren, wohnte auch diesmal der münd⸗ lichen Prüfung und Schlußconferenz Herr Oberſchulrath Greim bei.
7. An dem vierten Seminarlehrertag, der am 25. und 26. September in Neuwied ab⸗ gehalten worden iſt, haben ſich der Director, Profeſſor Dr. Köhler, ſowie die Seminar⸗ lehrer Wahl, Kirchner, Dr. Heid, Schwarz, Süß und Weinel betheiligt.
8. Mit Beginn des Winterſemeſters konnte endlich der zu Seminarzwecken hergerichtete (ehemalige) Lazarethbau zur Verwendung kommen. Die Wohnungen für Lehrer und Pedellen wurden bezogen, der für Violinunterricht beſtimmte Saal, ſowie das phyſikaliſche Kabinet und das chemiſche Laboratorium ausgeſtattet und in Gebrauch genommen. Dagegen müſſen der Zeichenſaal und der Saal für Ertheilung des naturkundlichen Unterrichts vorerſt als


