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E Gottesdienſt. Jeden Sonntag beſuchen die Zöglinge mit den Lehrern den Vormittags⸗Gottesdienſt in der Burgkirche. Außerdem wird an jedem Mittwoch⸗Abend in der Anſtalt eine Erbauungs⸗ ſtunde gehalten, in welcher nach Gebet, Reſponſorien und Choralgeſang mit Orgelbegleitung
von einem der angeſtellten Theologen— Steinberger, Stamm, Soldan, Marx— ein erbaulicher Vortrag gehalten wird..
F. Chronik.
1. Im Sommer 1872 wurden von Großherzoglicher Staatsregierung die Gehalte ſämmt⸗ licher Lehrer, ſowie der übrigen Bedienſteten am Seminar mit Ruͤckwirkung vom 1. Januar an unter angemeſſener Erhöhung neu regulirt, wofür wir nicht verfehlen unſern aufrichtigen Dank auszuſprechen.—6
2. Ebenfalls wurde die zu Stipendien für bedürftige und würdige Seminariſten ausge⸗ ſetzte Summe, welche bis zum Jahr 1867 jährlich 650 fl., von 1868 an 1200 fl. betrug, auf 2700 fl. erhöht, welchen neuen Beweis des wohlwollenden Intereſſes höchſter Staats⸗ regierung für die Sache der Lehrer⸗ und Volksbildung wir mit freudigem Dank entgegen genommen haben. 4
3. Es dürfte überhaupt von Intereſſe ſein, die Mittheilung zu vernehmen, daß ſich das Budget des Seminars, welches noch im Jahr 1864 nur einen Credit von 7283 fl. zur Ver⸗ fügung ſtellte, durch die ſeitdem erfolgten Bewilligungen ſo bedeutend erhöht hat, daß es im laufenden Jahr, ganz abgeſehen von den beträchtlichen Unterhaltungs⸗ und Erweiterungs⸗ koſten der Gebäude, mit 18224 fl. abſchließt, welche Summe ſich jedoch, wenn die von Groß⸗ herzoglichem Miniſterium des Innern in dem Staatsbudget für 1873—75 geſtellten Anträge die Zuſtimmung der Landſtände finden, nicht unbedeutend erhöhen wird. Es dürften die angegebenen Zahlen den erfreulichen Beweis liefern, welche angelegentliche Fürſorge die höchſte Staatsregierung und die ihr zur Seite ſtehende Landesvertretung der fortſchreitenden Entwick⸗ lung des Seminars und der Beſeitigung früher mit Recht beklagter Mißſtände widmet.
4. Bei der von dem landwirthſchaftlichen Verein der Provinz Rheinheſſen im Herbſt 1872 zu Mainz veranſtalteten Ausſtellung landwirthſchaftlicher Erzeugniſſe wurde dem hieſigen Seminar für ein ausgeſtelltes, von dem Lehrer der Naturwiſſenſchaften, Herrn Dr. Heid, unter Mitwirkung verſchiedener Seminariſten angelegtes Grasherbarium ein Ehrenpreis, be⸗ ſtehend in einem ſilbernen Becher von 50 fl. Werth und einer ſilbernen Medaille, und ein ehrendes Diplom zuerkannt. Durch Verfügung Großherzoglicher Oberſtudiendirection wurde der Becher Herrn Dr. Heid, die Medaille dem Seminariſten Joſeph Munk aus Frieſenheim, welcher ſich bei Anlegung des Herbariums beſonders betheiligt hatte, überlaſſen, das Diplom aber zu den Literarien des Seminars genommen.
5. Desgleichen wurde im Herbſt 1872 bei einer von dem landwirthſchaftlichen Bezirks⸗ verein des Kreiſes Friedberg dahier veranſtalteten Obſtausſtellung dem Seminarlehrer Wahl für eine Serie im Seminargarten gepflanzter und veredelter Obſtbäume eine Prämie von 3 fl. und für eine Collection im Seminargarten gezogenen Obſtes ein Ehrendiplom zuerkannt.
6. Durch Entſchließung Großh. Miniſteriums des Innern vom 31. December 1872 wurde der unterzeichnete Director wiederholt zum außerordentlichen Mitgliede der Kreis⸗ Schulcommiſſion Friedberg ernannt. 85.
7. Vom 27. Januar bis 8. Februar 1873 wurde das Seminar im Auftrag Großher⸗ zoglichen Miniſteriums des Innern und unter mehrtägiger Anweſenheit des Großherzoglichen Miniſterialrathes Herrn Knorr von den beiden Realſchuldirectoren Herrn Greim von Offenbach und Herrn Schäfer von Alsfeld einer eingehenden Viſitation unterzogen.


