Jahrgang 
1927
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Hermann Rodenhauſen zum Oberſtudienrat an der Auguſtinerſchule. Der Unterzeichnete, der alſo mit Ablauf des Schuljahres die Anſtalt verläßt, ſteht etwas mehr als zehn Jahre an ihrer Spitze, länger als ſeine Vorgänger bis zum Direktor Möller hinauf, der Oſtern 1888 abging(Curſchmann 1888 1889, Windhaus 18891893, Goldmann 18931809, TLöbell 1899 1905, Balſer 1905 1900, Ritſert 19101916, Altendorf 1917 1927). Er hatte das Glück, Teiter der Anſtalt in einer Zeit entſchiedenen Aufſchwungs zu ſein(Ausbau der Realſchule zur Oberrealſchule, Erhöhung der Schülerzahl von 399 auf 530, der Klaſſenzahl von 15 auf 25). Es iſt verſtändlich, daß er ſchon aus dieſem Grunde nicht mit leichtem Herzen ſcheidet. Er kehrt als Direktor an die Anſtalt zurück, von der er durch Großh. Dekret vom 10. Februar 1917 einſt hierher berufen wurde, nachdem er dort 16 Jahre als Oberlehrer und Profeſſor gewirkt hatte. Oberſtudiendirektor Reuter, der Nachfolger des Anterzeichneten, kehrt gleichfalls als Direktor an eine Anſtalt zurück, der er früher als Lehrer viele Jahre angehörte. Möge die Auguſtinerſchule unter ſeiner Teitung weiterhin blühen, wachſen und gedeihen! Studienrat Prof. Dr. Molz wirkt an der Schule ſeit Oſtern 1920. Er beſitzt tiefdringende wiſſenſchaftliche Kenntniſſe, er⸗ probtes Tehrgeſchick und hervorragende Erziehereigenſchaften. Möge es ihm vergönnt ſein, in ſeiner neuen Tätigkeit reichen Segen zu verbreiten und ſelbſt innere Befriedigung zu finden! Prof. Rodenhauſen leiſtet neben ſeiner unterrichtlichen Tätigkeit ſeit April 1920 in Erledigung der Direktionsgeſchäfte wertvollſte Mitarbeit. Der Anterzeichnete, der außer ſeiner amtlichen Tätigkeit noch vielfach durch die Vertretung der heſſ. höheren Beamtenſchaft in Anſpruch ge⸗ nommen iſt, hat dadurch die nötige Entlaſtung gefunden. Es erfüllt ihn deshalb mit beſonderer Genugtuung, daß Prof. Rodenhauſen durch die Ernennung zum Oberſtudienrat die verdiente Anerkennung errungen hat.

Schüler, Klaſſen, Unterricht, Prüfungen.

Die Schülerzahl hielt ſich auf der Höhe des vorhergehenden Jahres(530 gegen 535). Der verminderte Nachſchub, den die ſchwachen zur Aufnahme heranſtehenden Kriegsjahrgänge 1916 und 1917 erwarten ließen, machte ſich bei den Anmeldungen für die Gymnaſial⸗ ſexta nicht bemerkbar, ein Beweis dafür, daß auch hier wie überall in Deutſchland das In⸗ tereſſe und das Verſtändnis für den beſonderen Wert des Gymnaſiums im Wachſen begriffen iſt, wohl aber bei denjenigen für die Realſerta, wo wiederum nur eine und dazu noch ſchwache Klaſſe gebildet werden konnte. Unter den neuen Serxtanern befanden ſich acht, die nach dem Beſuch des dritten Grunoͤſchuljahres übernommen wurden, ſieben im Gymnaſium und einer in der Oberrealſchule. Recht anſehnlich blieb ́ie Aufnahme in der Realquinta, in der zum letztenmale Schüler ohne Vorkenntniſſe im Franzöſiſchen aufgenommen werden konnten.

Der Verluſt in der Realſexta wurde durch die ſtarke Neuaufnahme in die Ober⸗ klaſſen der Oberrealſchule ausgeglichen. Dabei iſt bemerkenswert, daß ſich wieder in ſtärkerem Maße Mädchen unter den Neuaufgenommenen finden. Die Oberſekunda mußte wie⸗ derum, die AUnterprima zum erſtenmale in zwei Zügen geführt werden. Das veranlaßte, da ſich die Klaſſenzahl im übrigen nicht verminderte, eine Erhöhung derſelben von 24 auf 25, die höchſte Zahl, die bis jetzt an der Auguſtinerſchule erreicht wurde und die vorausſichtlich in ab⸗ ſehbarer Zeit nicht überſchritten werden wird. Infolge deſſen war die Beſchaffung von Räumen für mindeſtens zwei Klaſſen unumgänglich geworden. Sie wurden gefunden in dem unteren Stockwerk der Dienſtwohnung des Hausmeiſters, die mit dem Anſtaltsgebäude im Zu⸗ ſammenhang ſteht. Der Hausmeiſter wurde in ſeiner Wohnung dadurch allerdings in ſchwer erträglicher Weiſe eingeengt. Mit dieſer Neubeſchaffung zweier Klaſſenräume iſt aber die Raumnot noch nicht behoben. Es blieb noch unmöglich, der naturwiſſenſchaftlichen Sammlung, die im Keller untergebracht iſt, einen würdigen Raum zuzuweiſen, es fehlt nach wie vor ein Arbeitszimmer für den Tehrkörper und ein Sprechzimmer zum Elternempfang.

Der Geſundͤheitszuſtand der Schüler war bis auf die Grippezeit Anfang 1927 befriedigend. Das Bedürfnis nach den von dem Kreiswohlfahrtsamt Frieoͤberg durchgeführten Erholungskuren war ſtark. Es konnte aber durch deſſen Entgegenkommen faſt jeder Wunſch erfüllt werden. An der Sechswochenkur in Kellenhuſen(Tübecker Bucht) nahmen vier, an der Vierwochenkur in Neufahrt(auf der Inſel Fehmarn) ſechzehn Schüler aus den Klaſſen Quinta bis AUnterſekunda teil. Die Erfolge waren durchweg gut, ja ausgezeichnet, ein neuer Beweis dafür, welch wohltätige Wirkung ein Luftwechſel, zumal ein Aufenthalt an der See, auf Kinder ausübt. Auch in dieſem Jahre hatte Prof. Tampas in dankenswerter Weiſe die Arbeiten übernommen, die dieſe Jörderung der Geſundheit unſerer Schüler veranlaßte.