Jahrgang 
1917
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Den katholiſchen Religionsunterricht führte außer Kaplan Lindenſchmit, der im ganzen Jahr darin tätig war, nach dem Pfarrer Freih. Gedult v. Jungenfeld der Pfarrverwalter Kinoͤhäuſer und nach dieſem Pfarrer Daus.

Fräulein Sprengel, die im vorigen Jahre an unſerer Anſtalt wirkte, verließ uns am Anfang des Schuljahrs wieder, an ihre Stelle trat Fräulein Blume am 9. Juni den Dienſt an und erteilt ſeit 19. Juni vollen Anterricht.

Im Oktober 16 ſtarb der frühere Tehrer unſerer Anſtalt Auguſt Claus, der ſeit 1905 im Ruheſtand lebte. Er war vom 21. 9. 73 bis I. 10. 1905 alſo volle 32 Jahre Reallehrer an der Schule geweſen. Bei ſeiner Beerdigung war die Amtsgenoſſenſchaft durch Prof. Grein, der einen Kranz an ſeinem Grabe niederlegte, uns Zeichenlehrer Roth vertreten.

Am 7. November 1916 fiel in den ſchweren Kämpfen an der Somme Tehramtsaſſeſſor Dr. Heinrich Baſt als Leutnant und Kompanieführer im Infanterieregiment Ur. 99(ausgezeichnet durch das Eiſerne Kreuz II. Kl. und die Heſſ. Tapferkeitsmedaille, eingereicht zum Eiſernen Kreuz I. Kl.). Der Gefallene war in ſeinem zweiten Vorbereitungsjahr an der Auguſtiner⸗ ſchule tätig. Bei der Beſtattung in ſeiner Heimat Alfa(Kreis Schotten) am 24. November legte im Auftrage des TLehrerkollegiums Profeſſor Tampas einen Kranz nieder und gab der Trauer der Anſtalt um den jugenoͤfriſchen, tüchtigen Amtsgenoſſen Ausdruck. Sein Andenken wirdè unter uns in Ehren gehalten werden!

Am 17. Oktober 16 wurde Referendar Klamp zum Aſſeſſor ernannt, am 18. Dezember

Aſſeſſor Dr. Georg Frank, der im Felde ſteht, zum Oberlehrer an unſerer Anſtalt. Am 16. Dezember wurde der ſeitherige verdienſtvolle Teiter der Auguſtinerſchule, Direktor Ritſert, als Nachfolger des in den Ruheſtand getretenen Geh. Oberſchulrats Dr. Noèdnagel zum vortragenden Rat in der Schulabteilung des Miniſteriums ernannt. Genau ſieben Jahre hat er an der Spitze der Auguſtinerſchule geſtanden und ihr ſeine reiche Arbeitskraft ganz gewioͤmet. Er hat es verſtanden, ſein Amt ſo zu führen, daß ein gutes Zuſammenarbeiten des großen Tehr⸗ körpers möglich war und Geiſt und Teiſtungen der Doppelanſtalt erfreulich genannt zu werden verdienen. In wohlgeoroͤnetem Zuſtand übernimmt ſie der Nachfolger. Eine Abſchiedsfeier der ganzen Schule konnte nicht gehalten werden, da Oberſchulrat Ritſert ſchon mit dem J. Januar ſeinen neuen Dienſt antrat. Auch die Verabſchiedung vom Tehrerkollegium konnte in Anbetracht der Zeitverhältniſſe nur in ſchlichteſter Form am letzten Schultage des alten Jahres ſtattfinden. Dabei ſprach im Namen des Kollegiums Profeſſor Grein herzliche Worte des Abſchieds und der Beglückwünſchung zur ehrenvollen Berufung in die Teitung des heſſiſchen höheren Schulweſens. In ſeinen Dankesworten drückte der Scheidende ſeine Befriedigung über die in Frieèberg verbrachten Jahre und über die treue Mitarbeit und freunoͤliche Geſinnung aus, die er immer im Kollegium gefunden habe. Die Einführung des neuen Direktors brachte Schülern und Tehrern der Anſtalt die Freude, Oberſchulrat Ritſert wieder in ihrer Mitte begrüßen zu dürfen, und ihm ſelber die Gelegenheit, ſich von der ganzen Schule mit warmen Worten zu verabſchieden, wobei er ſeine beſondere Genugtuung darüber ausſprach, daß die erſte Dienſtreiſe in ſeinem neuen Amt ihn grade zu ſeiner lieben Auguſtinerſchule und ihrem Kollegium geführt habe.

Am 10. Februar 1917 wurde der Oberlehrer an dem Großh. Tanograf⸗Ludwigs⸗Gymnaſium

zu Gießen Profeſſor Otto Altendorf zum Direktor der Anſtalt ernannt. Seine feierliche Einführung erfolgte am 17. Februar durch Oberſchulrat Ritſert. Profeſſor Grein begrüßte dabei den neuen Direktor namens der Amtsgenoſſenſchaft. Am 10. März wurde Profeſſor Helmke, nachdem er 10 Jahre lang an unſerer Anſtalt ſeiner Aufgabe obgelegen und ſich in dieſer Zeit auch durch ſeine wiſſenſchaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Altertumskunde hervorgetan hatte, mit Wirkung vom I. April zum Oberlehrer an dem Tanoͤgraf⸗Luoͤwigs⸗Gymnaſium zu Gießen ernannt. An ſeine Stelle tritt Profeſſor Dr. Blecher, ein ehemaliger Schüler unſerer Anſtalt, der ſeither an der Realſchule und dem Progymnaſium zu Bingen beſchäftigt war.

Am 14. März wurde Reallehrer Glitſch mit dem Ritterkreuz II. Kl. des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen ausgezeichnet.

Am 17. März wurde Profeſſor Kramer an die Luswigs⸗Oberrealſchule nach Darmſtadt verſetzt mit Wirkung vom I. April. Durch ſeine Abberufung verliert die Anſtalt einen ihrer älteren Oberlehrer, der faſt 20 Jahre an ihr tätig war. Anſere beſten Wünſche begleiten ihn in ſein neues Wirkungsgebiet. An ſeine Stelle wird der Rektor der höheren Bürgerſchule zu Schlitz, Profeſſor Rodenhauſen, treten, der in den Jahren 1904 und 1905 ſchon einmal an der Schule beſchäftigt war.