Jahrgang 
1915
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Als am 6. August der Landesherr und seine hohe Gemahlin sich von dem ins Feld rückenden Friedberger Bataillon(Regiment Nr. 168) verabschiedeten, wohnten viele Lehrer und Schüler dieser militärisch einfachen und erhebenden Feier bei.

Seit November 1914 exerzierten wiederholt die Rekruten des Landsturm-Ersatz-Bataillons Friedberg in unserem Schulhofe, wo auch eine Besichtigung stattfand; die Vereidigungen waren in unserer Turnhalle.

Ein großer Teil der Mitglieder unseres Lehrerkollegiums trat sofort oder im Laufe des Krieges, dem Rufe der Pflicht folgend oder freiwillig, unter die Fahne. Es sind dies folgende Herren: Direktor Ritsert, Oberleutnant d. L. II. a. D., dann Hauptmann, Kompagnieführer bezw. Führer d. Rekrut.-Dep. b. Landsturm-Ers.-Bat. Friedbg.; z. Z. in Döberitz; Prof. Dr. Stroman, Offizier-Stellvertreter, dann Feldwebelleutnant im Landsturm-Bataillon Friedberg(Standort Friedberg, dann im Elsaß); Prof. Kramer wie Stroman; Prof. Hüffell, Oberleutnant d. L. II. a. D., stellvertretender Bezirksadjutant in Friedberg; Prof. Dr. Volp, Oberleutnant d. L. II. a. D., dann Hauptmann, Kompagnieführer beim Landsturm-Bataillon Friedberg bezw. stellvertretender Bezirksadjutant in Friedberg; Prof. Werner, Feldgeistlicher in den Fried- berger Lazaretten; Prof. Dr. Loos, Leutnant, dann Oberleutnant d. L., Offizier beim Stabe des Kommandeurs des Abschnitts I in Mainz; Prof. Michel, Unteroffizier d. L., beim 8. Feldlazarett des 18. Armeekorps auf dem westlichen Kriegsschauplatz; Oberlehrer Schaum, Vizefeldwebel d. L., stellvertretender Lazarettinspektor in Butzbach(später in Auerbach, dann in Friedberg), jetzt beim Ersatz-Bataillon Res.-Inf.-Reg. Nr. 116; Oberlehrer Kloos, Leutnant d. R. im Fußzartillerie- Regiment Nr. 3, dann Führer des 2. Rekrutendepots in Mainz, dann im Fußartillerie-Regiment Nr. 11 auf dem östlichen Kriegsschauplatz; Oberlehrer Schmoll, Kriegstreiwilliger im Reserve- Regiment Nr. 116; Reallehrer Klös, Gefreiter beim Landsturm-Ersatz-Bataillon in Friedberg bezw. Bad-Nauheim; Reallehrer Schieferstein,T Unteroffizier d. R., tätig im Res.-Lazarett, Frankfurt a. M.; Referendar Dr. Knieriem,(Offizier-Stellvertreter im Infanterie-Regiment Nr. 88; Assessor Steinhardt, Unteroffizier der Reserve im Infanterie-Regiment Nr. 168; Schulamtsaspirant Rohn diente bei Ausbruch des Krieges im Infanterie-Regiment Nr. 117, rückte mit aus, wurde verwundet und trat nach seiner Wiederherstellung in das Kollegium ein.

Die Amtsgenossen Stroman und Hüffell sind wieder in den Dienst der Schule zurückgekehrt.

Hoch erfreut und geehrt wurde das Kollegium und die ganze Anstalt, als Oberlehrer Kloos im Osten durch die Verleihung des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde. Assessor Steinhardt wurde in Frankreich verwundet, ist aber nach seiner Heilung zum zweiten Male ausgerückt. Bange, schwere Sorge erfüllt uns um das Schicksal des Oberlehrers Schmoll und des Primaners Stracke, von denen seit Wochen jede Kunde fehlt.

Eine Anzahl von Amtsgenossen stellte sich in den Dienst des Roten Kreuzes, war im Polizeidienst der Stadt oder bei der Bahnbewachung tätig.

Nach Ausbruch des Krieges legten alle Oberprimaner die Reifeprüfung ab und zwar am 8. VIII.: Geißler, Jung, Kuhn, Niemann, Ritsert, Schenck zu Schweinsberg, am 13. VIII.: Weber(diese traten alle als Kriegsfreiwillige ein); am 13. VIII.: Lohfink, am 4. IX.: Bötticher, Gruner, Keller, Müller, Thorn, Zimmermann(diese widmeten sich dem Dienste des Roten Kreuzes). Auf Grund der Verfügung der Behörde vom 18. XII. 1914 traten Keller, Lohfink, Müller, Zimmermann am 11. I. 1915 wieder in die Schule ein und bestanden am 8. II. 1915 zum zweiten Male die Reifeprüfung. Bötticher, Gruner und Thorn verpflichteten sich auf Kriegsdauer dem Roten Kreuz, wo sie volle Beschäftigung gefunden haben. Auf Grund der erlassenen Bestimmungen konnten auch die Unterprimaner Dienst, Henkel, Lang am 13. bezw. .20. VIII. Reifeprüfung ablegen, um als Kriegsfreiwillige einzutreten, Heyl bestand die gleiche Prüfung am 4. IX. und trat dann in den Dienst des Roten Kreuzes. Bei ihrem Eintritt als Kriegstreiwillige erhielten die Unterprimaner Koch und Stracke die Reife für Oberprima, der Obersekundaner Fritz Lang die Reife für Prima. Aus Real-Untersekunda bestanden am 24. IX. 1914 die Abschlußprüfung Bergauer und Hebbel, die dann auch als Kriegsfreiwillige eintraten; v. Merey aus 2 b trat als Kriegsfreiw.(Führer eines Sanitätshundes) ebenfalls in den Heeresdienst.

Geißler erhielt bei den Kämpfen im Osten im Januar 1915 die hessische Tapferkeits- medaille, wir erfahren seine Beförderung zum Gefreiten und hoftfen, daß er sich bald von seiner schweren Verwundung Schrapnellschuß in beide Füße erholen wird; Niemann und Dienst wurden ebenfalls verwundet, Schenck zu Schweinsberg zum Gefreiten befördert.

Auch den Tod eines lieben Schülers betrauern wir: Heinrich Koch wurde am 22. Oktober 1914 bei Radinghem durch einen Brustschuß schwer verwundet; nach schmerzvollem, mutig