Jahrgang 
1907
Einzelbild herunterladen

12

Erzieher an der Anstalt gewirkt hatte, das letzte Geleite. An Stelle des durch dienstliche Geschäfte verhinderten Direktors widmete Herr Oberlehrer Lampas im Namen des Lehrer- kollegiums dem Dahingeschiedenen einen ehrenden Nachruf.

Die Abiturienten wurden mit einer kleinen Feier aus der Anstalt entlassen.

4. Bei den Schulfeierlichkeiten wirkte der von Herrn Gymnasiallehrer Müller ge- leitete, aus etwa 102 Schülern bestehende Schülerchor und das Schülerorchester mit; diesem gehörten im letzten Schuljahre an die Schüler: Friedrich Bitsch Ia(Klavier und Harmonium); Wilhelm Glitsch Ib, Rudolf Dirlam IIa, Fritz Laubner IIa, Karl Sang IIa, Albert Stohr IIa, Adolf Faatz IIb, Fritz Reinhard IV, Ludwig Müller 3az(Violine); Adolf Kann IIIa, Philipp Keim IV(Triangel); Fritz Usinger IV(kleine Trommel); Kurt Kle- berger IIIa(grosse Trommel).

Auch in diesem Winterhalbjahr hatte Herr Oberlehrer Professor Dr. Stroman die Liebenswürdigkeit, eine Freiturnstunde für die Klassen IIIb Ia, 2bi, 2bz, 2a zu leiten; sie wurde einmal wöchentlich zu unserer Freude unter sehr lebhafter Beteiligung abgehalten.

Die Stenographie wurde auch in diesem Jahre eifrig gepflegt.

Während des Sommersemesters wurden in 4 Lehrgängen, einem Redeschriftkursus, einem Fortbildungskursus und zwei Anfängerkursen im ganzen 27 Schüler, während des Wintersemesters in 2 Lehrgängen, einem Fortbildungskursus und einem Anfängerkursus, im ganzen 18 Schüler unterrichtet. Der Verein zählte zu Beginn des Schuljahres 25, im Herbst 31 und am Schlusse des Winterhalbjahres 27 ordentliche Mitglieder. Insgesamt wurden 9 Monats- versammlungen abgehalten. In der Regel wurde in diesen Versammlungen von einem der Mitglieder ein Vortrag über ein auf die Stenographie bezügliches Thema gehalten. Zur Sprache kamen unter anderen Punkten insbesondere: Die stenographische Lage der Gegen- wart, Bereicherung der Bibliothek, Erweiterung der Satzungen, Unterrichtsfragen, Beziehungen zu auswärtigen Vereinen. Am 12. und 13. Mai 1906 wurde unter Führung des Ehren- vorsitzenden, Herrn Professor Kramer, ein gemeinschaftlicher Ausflug von Homburg aus über den Feldberg, Königstein und Eppstein nach Hofheim i. T. unternommen. Am 3. Novem- ber wurde das 7. Stiftungsfest in der Holzmühle bei Rödgen und am 9. Februar in der Schule der Geburtstag Gabelsbergers gefeiert.

Vorsitzender des Vereins war der Oberprimaner Bitsch.

Der evangelische Religionslehrer Oberlehrer Lampas versammelte auch in diesem Jahre seine Schüler der Prima zu einemfreien Abend(in der Regel alle 14 Tage) zur Besprechung religiöser und ethischer Fragen.

Am 3. Mai besuchte Herr Oberlehrer Dr. Loos mit den Schülern der 2 bz das städtische Völkermuseum zu Frankfurt a. M. Herrn Konsul Sarg, der in liebenswürdigster Weise hierbei die Führung übernommen hatte, sei auch an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt.

Am 18. August hielt der Direktor der Urania zu Düsseldorf Herr Emil Gobber einen ungemein fesselnden LichtbildervortragIm Banne des Vesuv.

Am 18. Januar fand in unserer Festhalle ein von dem Historischen Verein, dem Verein für Heimatkunde und der Direktion veranlasster Lichtbildervortrag des Herrn Pro- fessor Dr. Walbe aus Darmstadtüber das Bauernhaus in der Provinz Oberhessen statt; eingeladen waren die Schüler des Lehrer-Seminars, sowie die mittleren und oberen Klassen der Augustinerschule.

In der Zeit vom 20. Februar bis 2. März hatte Herr Kreisarzt Dr. Nebel die grosse Liebenswürdigkeit, den Schülern der Klassen 2 bi, 2 bz, 2a, Ia vier Vorträge über ge- sundheitliche Fragen, im Anschlusse an dieGesundheitsregeln Dr. Leo Burgersteins, zu halten. Daran schloss sich am 5. März ein Vortrag für die Schüler der 2b 2a und IIb bis Ia über die Gefahren übermässigen Alkoholgenusses, endlich am 7. März ein Vortrag für unsere Abiturienten über die sittlichen Gefahren, die der Jugend drohen. An diesem Vortrag nahmen mit Zustimmung ihrer Eltern sämtliche Abiturienten teil. Zu dem Vortrag über die Alkoholfrage waren die Eltern der teilnehmenden Schüler, zu dem letzten die Väter der Oberprimaner eingeladen.

Für seine verdienstvollen Bemühungen sagen wir Herrn Dr. Nebel auch an dieser Stelle herzlichsten Dank.

Auch die sonstigen, ohne Mitwirkung der Schule vor sich gehenden Veranstaltungen