Anfang und Schluß des Schuljahres(10. 4. 29 und 9. 4. 30) wie auch aller kleineren Abſchnitte vereinten Lehrer und Schüler zu gemeinſamen Morgenfeiern, bei denen Orgel⸗ oder Klavierſpiel, Vorträge von Inſtrumentalmuſik oder Chor⸗ geſang, Anſprachen des Direktors oder des Religionslehrers, Herrn Kleeberg, einleiteten und ſchloſſen. Bei der beſonders ſtimmungsvollen Weihnachtsfeier hatte Herr Kleeberg die Verleſung des Weihnachtsevangeliums übernommen.
Da der Verfaſſungstag auf einen Sonntag fiel, hielt die Schule am Sonn⸗ abend, dem 10. 8., zunächſt ihre eigene Feier ab, bei der Herr Dr. Pfeil die Feſt⸗ rede übernommen hatte.
Am 17. 8. vereinte uns eine Trauerandacht, bei der Herr Studienrat Klee⸗ berg bedeutende und ergreifende Worte ſprach zum Gedächtnis des Unterprima⸗ ners Otmar Nagel. Am 15. 8. hatte der bei Lehrern und Mitſchülern gleich be⸗ liebte Jüngling, einer unſrer Beſten, beim Baden in der Eder durch Herzſchlag ein allzu frühes Ende gefunden. Unter Führung ihres Klaſſenleiters, Herrn Dr. Quentin, beteiligte ſich die Unterprima an der Beſtattungsfeier in Vonhauſen. Das Andenken des lieben Geſchiedenen, deſſen Lichtbild ſeine Kameraden in ihrem Unterrichtszimmer aufgehängt haben, wird bei uns immer in Ehren bleiben.
Bei verſchiedenen Gelegenheiten trat die Schule in dieſem Jahr auch an die Oeffentlichkeit. Der Aufführungen der Spielſchar und der Teilnahme an den Ver⸗ anſtaltungen des Vereins für das Auslanddeutſchtum wurde bereits gedacht.(3. h.)
Die allgemeine Verfaſſungsfeier wurde diesmal in Verbindung mit den Kreis⸗ jugendwettkämpfen bei ſtrahlendem Sonnenſchein unter freiem blauen Himmel auf dem Sportplatze öffentlich begangen. An dem Feſtzuge dahin nahm die Mehrzahl der ortsanweſenden Lehrer mit faſt allen Schülern teil. Unſer Chor durfte auf dem Feſtplatze ein Lied ſingen, ein Untertertianer Verſe vortragen, der Direktor hatte die Ehre, die Feſtrede zu halten. Eine bei freiem Eintritt für jedermann gut beſuchte öffentliche Abendunterhaltung fand mit Darbietungen des Schülerorcheſters und Geſamtchores am 12. 12. guten Beifall. Außer unſrem unermüdlichen, vor keiner Schwierigkeit zurückſchreckenden Muſiklehrer, Herrn Leimbach, machte ſich bei den muſikaliſchen Darbietungen auch Herr Bartcky verdient. Herrn Stu⸗ dienrats Meils Gattin ſtellte ihre klangvolle, geſchulte Stimme in den Dienſt der Schule und erntete wohlverdienten Beifall. Der theatraliſche Teil des Abends war das Werk von Herrn Dr. Roeder, der ein modernes, engliſches Drama überſetzt und einſtudiert hatte und ihm durch Uebernahme der Hauptrolle zu einem vollen Erfolge verhalf. Am 6. 2. 30 wurde das Stück(Little Johny von Drinkwater) vor einem kleinen Kreiſe in engliſcher Sprache aufgeführt. Daß unſre kleine Schule mehr iſt als eine bloße Arbeitsgemeinſchaft, zeigte ſich bei einem eigenarti⸗ gen Anlaß. Des 25jährigen Dienſtjubiläums eines Beamten zu gedenken, iſt in Schulen im allgemeinen nicht üblich. Trotzdem benutzten Lehrer und Schüler die Abweſenheit des für eine Woche beurlaubten Direktors, um eine liebevoll ausge⸗ dachte und geſchmackvoll durchgeführte Feier des Tages vorzubereiten, an dem ihr Direktor ſein 25. Jahr im Staatsdienſt beendete. Am Abend des 30. 9. bewegte ſich ein Fackelzug durch die Stadt zum Schulhauſe, wo Herr Bartcky an den gänz⸗ lich überraſchten Jubilar eine Anſprache hielt. Am 1. 10. verſammelte ſich die Schule in der von Schülern und Schülerinnen geſchmückten Aula zu einer Feier, bei der Schüler mit Klavier⸗ und Gedichtvorträgen, die Spielſchar mit der Auffüh⸗
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