Jahrgang 
1927
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5. Verſchiedenes.

Die Stadt Frankenberg entledigte ſich der vertraglich übernommenen Pflichten der Schule gegenüber in einer Weiſe, die bei der wirtſchaftlichen Notlage der Städte beſon⸗ dere Anerkennung verdient. Ausgeführt wurden alle zur baulichen Erhaltung des Hauſes und ſeiner Räume nötigen Arbeiten, unter denen die Ausbeſſerung der Turnhalle beſon ders koſtſpielig war. Darüber hinaus wurden die Koſten der Heizung für die Badeein⸗ richtung getragen, die im Winter jeden Freitag nachmittags von den Schülern benutzt wurde.

Beſonders für Einrichtung und Ergänzung der naturwiſſenſchaftlichen Sammlun⸗ gen wurden größere Mittel zur Verfügung geſtellt.

Im Sommer konnten die Schüler zum erſten Male die neue ſtädtiſche Badeanſtalt benutzen. Eine Anzahl Klaſſenzimmer wurde wie bisher von der Stadtſchule benutzt. Die landwirtſchaftliche Winterſchule, die auch in dieſem Winter zwei Unterrichtsräume und zwei Sammlungszimmer gemieetet hatte, bezog Anfang Januar ihr eigenes Heim.

M 6. Aus der Chronik.

Das Schuljahr begann am 13. April. Nachdem der zunächſt überwieſene Studien⸗ aſſeſſor Dr. Steiger am 30. 4. durch Herrn Studienaſſeſſor Deidert erſetzt war, wurde der Unterricht ohne Störung bis zum Schluß des Sommerhalbjahres am 28. September durchgeführt.

Noch in den Herbſtferien, am 30. 9., übergab Herr Studiendirektor i. e. R. Löwer dem Unterzeichneten Archiv, Bücherei, Sammlungen und die ſonſtigen Beſtände der Schule.

Bei Beginn des Winterhalbjahres führte der neue Leiter ſich bei einer gemein⸗ ſamen Morgenfeier aller Lehrer und Schüler mit einer längeren Anſprache ein. Gleich⸗ zeitig wurde der neu eingetretene Studienrat Herr Dr. Rubbel den Schülern vorgeſtellt. Einige Tage ſpäter übernahm auch Herr Aſſeſſor Höſer ſeinen Dienſt.

Dem ſcheidenden Geſanglehrer Herrn Heidlich widmete am 27. 11. der Leiter der Schule dankbare Worte des Abſchieds. Ein von Herrn Aſſeſſor Höſer hierzu ein⸗ geübter kleiner Chor ſang ihm Mendelsſohns Comitat.

Der(6.) Wandertag wurde am 1. 12. von der ganzen Schule gemeinſam zur Er⸗ probung von Flugzeugmodellen benutzt, die von Schülern hergeſtellt waren. Für befrie⸗ digende Ergebniſſe wurden ſpäter an der Staatl. Hauptſtelle für naturwiſſenſchaftlichen Unterricht zwei Primanern(Storp u. Möller) Preiſe verliehen.

Am 14. 12. wohnte Herr Oberſchulrat Prof. Dr. Zühlke aus Kaſſel dem Unter⸗ richt der meiſten Lehrer in faſt allen Klaſſen bei.

Die Schüler der 3 oberen Klaſſen benutzten einen Wandertag, um am 16. 12. einer Aufführung von Schillers Jungfrau von Orleans in Marburg beizuwohnen. Unter Füh⸗ rung von Herrn Dr. Rubbel beſuchten ſie am nächſten Tage das zoologiſche und bota⸗ niſche Inſtitut der Univerſität, mit den Herren Dr. Quentin und Höſer u. a. die Lutherkirche.