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Sprachen, daneben auch Erdkunde und Religion zu studieren. Von 1⁰07— 1910 besuchte er die Universi- täten Jena, Gießen und Marburg; sodann arbeitete er von Herbst 1910 bis Ostern 1912 1 ½ Jahre lang am Frankfurter Stadtarchiv und studierte schließlich von Ostern 1912 bis zum Kriegsausbruch in Marburg weiter, wo er am 1. August 1914 in der Philosophischen Fakultät zum Dr. phil. promoviert wurde. Seine Doktorarbeit behandelt„Drei Jahre reichsstädtischer, hauptsächlich Frankfurter Politik im Rah- men der Reichsgeschichte unter Sigismund und Albrecht II., 1437— 1439“. Im Sommer-Semester 1915 war er noch einmal bei der neugegründeten Frankfurter Universität eingeschrieben, an der er als erster Prüfling am 5./6. November 1915 das Staatsexamen in Geschichte, Deutsch. Lateinisch ablegte. Nach dem am Wöhler-Realgymnasium abgeleisteten pädagogischen Seminarjahr(Herbst 1916) blieb er auch für das Probejahr der Anstalt überwiesen, an der er bis zu seiner Ernennung zum Studienrat(1. 10. 1925) ununterbrochen vollbeschäftigt war.
Albert Hirsch, geboren am 9. August 1888 zu Frankfurt am Main, besuchte von Ostern 1800 bis 1908 das Goethe-Gymnasium. Er studierte zunächst zwei Semester Rechtswissenschaft, dann deutsche, französische und lateinische Sprachwissenschaft und Literaturwissenschaft in München, Heidelberg und Halle. Auf Grund seiner Abhandlung„Die deutschen Prosabearbeitungen der Legende vom heiligen Ulrich“(München 1915) wurde er von der philosophischen Fakultät München im Som- mer-Semester 1912 zum Doktor promoviert. Während des Krieges stand er vom Februar 1915 bis No- vember 1918 im Heeresdienst. Danach beendigte er an der Universität Frankfurt a. M. seine Studien und bestand dort die wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Seine pädagogische Vorbereitungszeit(November 1910 bis Februar 1921) verbrachte er am Wöhler-Realgymnasium zu Frank- furt a. M.; er verblieb auch nach Ablegung der pädagogischen Prüfung an dieser Anstalt, seit Ostern 1⁰22 mit voller Stundenzahl beschäftigt. Zum 1. Oktober 1925 wurde er zum Studienrat gewählt.
Rudolf Völke!, gehoren am 2. September 1802 zu Frankfurt a. M., besuchte von Ostern 1902 bis Ostern 1911 die Klinger-Oberrealschule in Frankfurt a. M. und studierte anschließend Germanistik und Geschichte in Marburg, Berlin und Frankfurt a. M. Er trat im August 1914 als Kriegsfreiwilliger in das Heer ein, machte im Winter 1914/15 den Feldzug in Flandern, Polen und in den Karpathen mit und wurde Februar 1915 durch Unterkieferschuß schwer verletzt. 1918 wurde er nach dreijähriger Lazarett-— Zeit entlassen, nahm das Studium wieder auf und bestand 1910 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen an der Universität Frankfurt a. M. Von Oktober 1010 an war er Mitglied des pädagogischen Se- minars am Wöhler-Realgymnasium und legte November 1920, nachdem ihm ein Jahr der Vorbereitungs- Zeit vom Minister erlassen worden war, das Assessorexamen ab. Von Herbst 1⁰20 bis Ostern 1024 war er zur Vertretung an verschiedenen höheren Schulen herangezogen. Von Ostern 1924 an war er an dem Wöhler-Realgymnasium tätig, am 1. Oktober 1925 erfolgte seine Ernennung zum Studienrat.
Vom 18. Mai bis zu den Sommerferien und im März 1926 war Herr Studienrat Dr. A. Kraemer durch Krankheit verhindert, seinen Unterricht zu erteilen.
Zum Lehrerausschuß gehörten die Herren Studienräte Dr. P. Sack, H. Tente 1. Dr. W. Irost und Dr. L. Hunk e; an den Sitzungen des Elternbeirates nahmen außer dem Direktor die Herren Studienräte Dr. P. Sack und Dr. E. Gent sceh teil. Das Amt des Oberstudienrates und Stellvertreters des Direktors bekleidete Herr Dr. Hein- rich Schmidt. In den Schulausschuß der städtischen höheren Schulen wurden als Vertreter der Lehrerschaft an den städtischen höheren Schulen von Frankfurt a. M. für den Zeitraum von 1925— 1927 gewählt: Oberstudiendirektor Dr. O. Lierm ann und Studienrat Dr. L. Hunke.
Der Herr Minister hat Herrn Musiklehrer Heinrich Weigand die Befähigung zum Obergesanglehrer(Studienrat) Zuerkannt.
Zum 31. März 1926 tritt Herr Studienrat Georg Bender nach dem Altersgren- Zengesetz in den Ruhestand. Mit ihm verliert unser Realgymnasium einen Vertreter des naturwissenschaftlich-mathematischen Unterrichts von besonderen Fähigkeiten, einen be— Leisterten Förderer des Turnens und Wanderns, einen warmherzigen Erzieher. Die neu- Zeitliche Einrichtung und Ausgestaltung unseres physikalischen Kabinetts, die Anlage der Sternwarte, die Kürturnervereinigung sind sein Werk. In der Geschichte des Wöh— ler-Realgvymnasiums, in dessen Dienst er seit Herbst 1902 sein Wissen und Können, seine Freude am Umgang mit der Jugend gestellt hatte, wird er unvergessen bleiben.


