Jahrgang 
1912
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Gruppe widmete sich Fräulein Petiteol wöchentlich 2 Stunden.

In den Osterferien unternahm Oberlehrerin Frl. Reishaus mit 14 Schülerinnen der I. Klasse einen viertägigen Ausflug nach Eisenach, Weimar und Jena. Die Stätten, an denen unsere großen Dichter gelebt und gewirkt haben, wurden aufgesucht, und um manche wertvolle Anschauung bereichert, kehrte die junge Schar zurück.

Am 10. Mai wurde der vierzigjährige Gedenktag des Frankfurter Friedens durch eine Schulfeier festlich begangen. In seiner Festrede sprach der Direktor über die geschichtlich bedeutsamen Stätten Frankfurts.

Das Maifest fand am 14. Juni statt.

Das Sedanfest wurde durch Ausflüge in die Umgebung Frankfurts gefeiert.

Am 13. und 14. Dezember veranstaltete die Schule ein Winterfest. Die Schülerinnen führten die von Oberlehrerin Frl. Reishaus verfaßte DichtungHeimat auf, die genug Gelegenheit zu Gesängen, Vorträgen und Reigentänzen bot. Der Rein- ertrag des Festes kommt zur Hälfte der Schulkasse, zur Hälfte dem Frankfurter Verein für Ferienkolonien zu gute.

Mit der Kaiser Heburtstagsfeier verband sich die Feier des zweihundertjährigen Geburtstags Friedrichs des Großen. Herr Oberlehrer Dr. Maurer legte in seiner Festrede dar, welche Auffassung der König vom Staate gehabt hatte.

Miß Jacks unterrichtete vier Kurse in Kalisthenies.

Die Eltern vieler Schülerinnen haben beim Abgang ihrer Töchter von der Schule bedauert, daß die Schule ihnen keine Gelegenheit zu weiterer Ausbildung bietet. Sie sind der Ansicht, daß ihre Töchter, wenn sie die Schule verlassen, nur die Grund- lage erhalten haben, auf der sich ein gewisses Verständnis der heutigen Kultur aufbauen läßt; sie glauben, daß anderswo, z. B. in Pensionen, meistens gar nicht versucht wird, die jungen Mädchen in das Verständnis der Gegenwart einzuführen, an deren Aufgaben sie doch einmal mitarbeiten sollen, daß aber jedenfalls niemand so gut auf der vorhandenen Grundlage weiterbauen kann, wie die Schule, die sie gelegt hat. Außerdem wünschen sie eine Einführung in die praktischen Aufgaben der Frau auf dem Gebiete der Kindererziehung und der sozialen Fürsorge. Aus diesen Gründen haben weit über 200 Eltern unserer Schülerinnen eine Petition an die städtischen Behörden gerichtet, in der sie darum bitten, an der Viktoriaschule eine Frauenschule zu errichten. Bis jetzt hat leider die Stadtverordneten-Versammlung noch keine Zeit gefunden, zu dieser Petition Stellung zu nehmen. Es ist aber sehr zu hoffen, daß die Frauenschule, wenn nicht im folgenden, so doch im nächsten Jahre zustande kommt.

Am Schluß des Schuljahres scheidet Herr Lehrer Schwarz aus seinem Amte, um eine Stelle an der Hufnagel-Mittelschule zu übernehmen. 10 Jahre lang hat er an der Viktoriaschule gewirkt. Er hat seinen Unterricht mit Freude und großem Eifer und mit warmem Herzen erteilt; und der Erfolg ist nicht ausgeblieben. Er hat fast den ganzen Gesangunterricht an der Schule in Händen gehabt; und für seine Mitarbeit bei der Ausgestaltung unserer Schulfeiern und Feste ist ihm die Schule zu besonderem Dank