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Ministerielle Verfügung vom 22. 8. 1911. Die Dauer der Unterrichtsstunde wird für alle höheren Schulen auf 45 Minuten festgesetzt.
Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums vom 2. 8. 1911. Solange die außerge- wöhnliche Hitze andauert, soll der Unterricht erforderlichen Falls über die geltenden Bestimmungen hinaus völlig ausgesetzt werden.
Ministerielle Verfügung vom 4. Sept. 1911. Die aus der Schule ausscheidenden Mädchen sind darauf aufmerksam zu machen, daß die Annahme von Stellen im Ausland oft mit den schwersten Gefahren verbunden ist.
Ministerielle Verfügung vom 20. 11. 1911. Zur Schlußprüfung des Lehrerinnen- Seminars(Oberlyzeums) sind nur solche Schülerinnen zugelassen, die an allen vor- geschriebenen Unterrichtsfächern(auch den technischen) teilgenommen haben. Es ist daher vor der Aufnahme ein ärztliches Zeugnis darüber vorzulegen, ob die Schülerin die körperliche Fähigkeit besitzt, allen nach dem Unterrichtsplan an sie heran- tretenden Forderungen zu genügen.
Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums vom 22. 12. 1911. Die Anstaltsleiter werden ermächtigt, am Tage der Haupt-Reichstagswahlen, sowie gegebenenfalls am Tage der Stichwahlen nach Schluß der letzten Vormittagsstunde den Unterricht auszusetzen.
Verfügung des Ministers der Geistlichen- und Unterrichts-Angelegenheiten vom 1. 2. 1912. Die bisherigen anerkannten höheren Mäâdchenschulen heißen von nun an Lyzeen, die bisherigen gehobenen Mädchenschulen mit den Lehrplänen von 1894 oder von 1908 höhere Mädchenschulen und die bisherigen Lyzeen (Frauenschulen und höhere Lehrerinnenseminare) Oberlyzeen.
III. Verlauf des Schuljahres.
Das Sechuljahr begann Donnerstag, den 22. April mit einer Feier, in der der
Unterzeichnete ein neues Mitglied des Lehrkörpers, die Oberlehrerin Fräulein Anna Hoffa, in ihr Amt einführte.
Anna Hoffa, geboren den 50. Mai 1876 zu Viktoria West in der Kapkolonie, besuchte die Heusersche höhere Mädchenschule und das Lehrerinnenseminar zu Cassel und bestand dort Ostern 1895 die Prüfung für mittlere und höhere Mädchenschulen, studierte französische Sprache ung Literatur auf der Universität Genf, war von Ostern 1905 bis Ostern 1907 an der städtischen Mädchenmittelschule und von Oktober 1904 bis Ostern 1907 an den Realgymnasialklassen für Mädchen in Cassel angestellt, legte Ostern 1909 die Reifeprüfung an der Musterschule in Frankfurt a. M. ab, studierte von Ostern 1907 bis Ostern 1911 Französisch, Deutsch, Mathematik und Philosophie auf der Universität Göttingen und bestand dort Ostern 1911 die Prüfung für das höhere Lehramt.


