Jahrgang 
1934
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Hochverehrter Herr Professor!

Gestaffen Sie mir u. meiner Frau, Ihnen unseren allerherzlichsten u. innigsten Dank für Ihre so fiebevoflle Theilnahme an unserem Schweren Verlust abzustaiten. Sind wir Ihnen doch schon ohnedies so viefen Dank schuldig, Ihnen u. Ihren verehrten Herrn Kollegen für unseren Friedrich, Ihren ehemaligen Schüler. War es doch Ihre vortreffliche Selecta, in welcher unser Sohn Seine Schulfahre begann u. durch affe Kassen Tortsetzte, w er die Grundlagen für seine geistige Ausbildung erhie!t u. Anregung nachhaltiger Art in sittlicher Beziehung. Der gul- gearlete funge wußte und Iühlte auch sehr wofhf. tieldenkbar, dabs es die Selectenschule war u. ihre vortrefflichen Lehrer, die in ihm den Drang nach Wissen geweckt u. gepflegt. Er war Keiner von jenen leider so häutigen Schilern, welche mift ihrem Austritt aus der Schufe nur zu Bald Vergessen, daß ihres Lebens beste Freunde die sind, weſche sie geistig I. Sitflich gepflegt. Er haffe ein aufrichtiges dankbares Herz für Sie und seine Lehrer u. hat dies wie off mir ausgesprochen. Und die Herzensdankbarkeit, die ein so schöner u. edler Zug seiner Seele war, die voflständigste Inverdorbenheit dieses guten Sohnes, dem ich u. seine Mutfer das Ehrenzeugnis geben Kõönnen, datz er uns nie während seines Lebens auch nur die geringste Veranlassung zu einem Kummer gegeben hat, machen uns seinen Verlust so ganz unaussprechlich Schmerzlich.

Bewahren Sie Ihrem treuen Schüler, unserem Iieben Friedrich, ein freundliches Andenken und bitfen Sie in unserem Namen auch Ihre Herren Kollegen darum.

Mit aufrichtiger u. dankcbarer Verehrung Ihr Friedrich Stoſtze u. Fraul.

Frankturt à. M., 24. März 7660.

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