Staats⸗Calender
der
Fürſt⸗Primatiſchen Stadt Frankfurt am Main
auf das Jahr
1810
kommt als neue Frankfurter Schule hinzu die
Architektoniſche Schule.
Hr. Phil. Jacob Hoffmann, Director und Lehrer der Zeichnung der Bau⸗Pläne und aller Arten von Möbeln, Zimmerverzierun⸗ gen u. Gartenanlagen, dann der Perſpective und des Steinſchnitts.
Da dieſes Juſtitut von Sr. Hoheit, unſerm gnädigſten Für⸗ ſten, eigenſt zur Bildung praktiſcher Künſtler u. Handwerker an⸗ gelegt wurde, ſo wird mit dieſem praktiſchen Unterricht noch verbunden:
Rechenkunſt, Geometrie u. Mechanik bey Hrn. Prof. Hoffmann.
Chemie u. Naturlehre bey Hrn. Dr. Molitor.
Geographie u. Mythologie bey ebendemſelben.—
1810 wurde der primatische Staat um die Grafschaft Hanau, das frühere Bistum Fulda und das früher zu Kurmainz gehörige Gebiet um Aschaffenburg erweitert und zum Großherzogtum unter Karl von Dalberg erhoben.
1812 wurde die katholische höhere Doppelanstalt(Gym- nasium und Realschule) nach vierjähriger Ver- bundenheit wieder getrennt: das katholische Gymnasium wurde mit dem lutherischen Gym-
44
nasium zu einer paritätischen Anstalt(dem heutigen Goethe- und Lessing-Gymnasium) ver- einigt.
Die katholische Realschule wurde selb- ständig und ausgebaut; sie setzte die alte Tradition der höheren Domstiftsschule, der heutigen Se- lektenschule, fort, während der elementare Zweig, die heutige Dom-Volksschule, als„Bürger- schule“ weiterlebt. Beide haben einen gemein- samen Direktor, Professor Christian Schenzer.


