der indirekten Uebermachung des Christlichen Haus- kalenders entgegenleuchtete, so tritt daneben noch eine andere indirekte großartige Gabe, die mir durch das prachtvolle Werk über die Lauretanische Litanei von D. F. Justinus Miechoviensis zuteil geworden. dieses hat die gute Frl. Kaufmann mir als Andenken übermacht, indem sie mit der Zusendung desselben mich plötzlich überraschte. Erinnern Sie sich auch, mit welcher Vehemenz darin gegen die Verteidiger der unbefleckten Empfängnis als Neuerer der alten überkommenen Lehre
losgezogen wird? wozu dann freilich in der neuen Aus-
Denn
Labe nach erfolgter Definition— die Anmerkung gemacht wird, wie diese Auslassung und dieser Irr-— tum der einzige Flecken in dem herrlichen frommen
Buche sei. Da lernt man allerdings geduldig sein gegen verschiedenartige Meinungen, so lange man weiß, daß sie aus aufrichtigem und devotem Herzen kommen und nicht im Eigendünkel und widerstrebendem Eigensinn wurzeln. Daß diese himmlische Geduld gerade bei dem gegenwärtigen Konzil oft auf die glühendste Drobe gestellt wird, kann man wahrhaftig auch in der Ferne Sowohl bei den versammelten Vätern, als vor allem dem unvergleichlichen Dius, in Inneres zu schauen, mich gar oft gelüstet. Ich viel von dieser heiligen Pfingstzeit, und nur mit Schau vorstellen, wenn unter den da nicht seit Christi Gebete verharrenden
nachfühlen. dessen hoffe
bei
dern könnte ich es mir Vätern auch solche wären, die Himmelfahrt das Vorbild der im Apostel vor Augen gehalten und in demütiger Schn- sucht, heißem Verlangen und fast zudringlichem Ver- trauen den Geist der Wahrheit herabgefleht hätten. wozu die Worte in den betreffenden heiligen Messen und im Brevier so mahnenden Impuls geben. Und doch, wenn unter den 12 Aposteln ein Judas war, wie sollte man es für möglich halten, daß unter den Nachfolgern der Apostel auch falsche Brüder weilten, daß vielleicht gar, wie gestern eine meiner Töchter bemerkte, auf je zwölf ein verräterischer zu rechnen sei? Daß nicht alle von gleichem wahrhaft apostolischem Streben, man doch verlangen könnte, erfüllt sind, tritt denn doch allmählich durch dieses ewige Reden und Redenwollen
wWas
Lar augenscheinlich hervor. Wohin soll das führen, wenn in gleicher wie bisher, reichhaltigen Disziplinarsachen, die das wahre konkrete Leben die Kirche bringen, abgehandelt werden sollen? Gewiß ist das Resultat, das uns der weiße Sonntag brachte, ein sehr gehaltreiches; aber mir deucht, daß solche Wahrheiten nicht so vieler BReden und Debatten bedurft hätten zwischen Männern, die da nicht als Katechu- menen sind, sondern als die lebendigen Bewahrer des Depositums fidei catholicae. Nichts anderes kann da das gläubige Gemüt beschwichtigen der Uebergang aus Ungeduld und Unmut himmlisches Frohlocken, indem man auch das Widerwärtige als weise Zulassung Gottes betrachtet, um größeres Widerwärtige zu verhüten und glorreichere Ziele zu bereiten. Wir ste- hen nun einmal an einem Wendepunkte der Geschichte nach allen Richtungen hin. Im Religiösen ist die Vor-— bereitung zum großen Abfall vorhanden; aber voraus- Gottes allmächtige Hand noch
Weise alle die
in
als völlige
in
sichtlich wird er durch einmal zurückgehalten werden, damit nach abermaligem
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der
Walten
Aufblühen und sieg- und segensrcichem verdammungs-
Kirche der letzte Abfall sich als desto würdiger erweise. Jedenfalls hat dieses Konzil seinen vollen Beruf erst für die Zukunft, vielleicht für die aller- nächste, worauf auch Sie schon hindeuten mit der Dik- tatur, ne respublica detrimentum capiat.
Welch ein Haltpunkt ist es für daß er weiß, wie alles in Häresie zu Schanden gegangen, was sich von Rom lossagte, wie ja Häresie in Wahrheit nichts anderes ist, als Abfall vom rö misch-katho- lischen Glauben. Ob sich die Bischöfe alle recht lebhaft sagen, daß ihre eigenen Diöcesanen beim Ab- schluß sich nicht an die etwa divergierende Meinung ihres Bischofs, sondern an den Dapst zu halten haben, wenn sie zu derjenigen Kirche gchören wollen, die seit Anbeginn alle Stürme überdauert und ihr Lrünes Laub werk bewahrt hat?
den Katholiken,
wohl
Das neue Blatt, das ich aber nun anfange, soll zu¹ was ich gleich-
nächst noch einiges Spezielle bringen, wollen und
falls schon längst Ihnen habe schreiben eigentlich in meinem letzten Briefe, worin ich das Hin- unseres bewährten Pfarrers Schmit⸗ meldetc. hatte.
scheiden nur vergessen Es versteht sich nämlich von selbst, daß von nun an mein Haus den nächsten Anspruch hat, Sice bei Ihren Reisen aufnehmen zu dürfen. Ich hatte das, wic gesagt, in meinem letzten Briefe vergessen, weil eben damals die Zeit noch so ferne lag, wo cine persönliche Her kunft in Aussicht stände. Später aber wurde ich in an derer Weise wieder daran erinnert: Bruder Lorenzo von Oelenberg nämlich besuchte mich, und da fiel mirs gleich aufs Herz, daß derselbe irgendwie in Verlegenheit könne gekommen sein. Er war aber bercits Ihrer An- ordnung gemäß bei Frl. Kaufmann diesmal noch im Pfarrhause eingckehrt. Für die Zukunft habe ich ihn natürlich zu mir eingeladen, was er dann lediglich von Die wird
abhängig machte.
ausfallen.
Anordnung zustimmend
weiteren voraussichtlich
Ihrer dann
Meine Tochter Sofie ist glücklich wieder hier an- gckommen. Sie wissen, daß es nur die Umstände Ihrer Wohnung sind, wodurch sie gehindert worden, persönlich Abschied von Ihnen zu nehmen, so gerne sie auch vor ihrer Abreise Sie noch einmal gesprochen hätte. Ohne Zweifel werden Sie nun bald Konzilsferien erhalten; aber ich kann mir denken, daß Sie dieselben nirgends in Ihrem Kloster und persönliches
lieber verbringen werden als daß ich somit wohl kaum Aussicht Begegnen habe. Wievieles würden Sie mir mitzuteilen haben, zumal da bis dahin doch wohl der Ankerpunkt gefunden sein wird, um den sich jetzt die Geister er- hitzen! Wie klar und fest ist bisher dieser Ankerpunkt immer festgehalten und anerkannt worden und wie er-— schreckt man vor dem Gedanken, ihn auch für die Zu- kunft als solchen anzuerkennen und im voraus zu be— zeichnen. Es ist immer wieder das Herabgleiten zu menschlichen Autoritätsverhältnissen, während doch auch die Autorität eines Konzils nur als Wundertat Gottes, wobei es heißt:„Es wird Euch schwer, wider den Stachel auszuschlagen“, für unfehlbar gelten kann. Doch Sie über diesen Punkt haben hören
auf
wievieles werden


