Jahrgang 
1932
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Sie hat die Sterbesakramente bekommen und ist, gottlob, ganz ruhig und zufrieden. Augenblicklich schlummert sie, und deas Blutspeien hat schon seit mehreren Stunden aufgehört. Ich weiß nicht, zu fürchten oder zu hoffen haben. Ihre Natur ist so eisenfest, daß sie allen Berechnungen trotzt; der natürliche Verlauf scheint

was wir

aber allerdings, daß sie es nicht mehr lange machen wird. Sie können versichert sein, daß wir nach besten

Kräften für sie sorgen; machen Sie sich also keine Unruhe, es ist ja auch mit ihrer Seele alles so gut bestellt, und die Geduld und Ergebung haben in den

letzten Zeiten bei ihr bedeutend zugenommen.

Ich denke, wenn auch das Schlimmste eintritt, Ihnen nicht zu telegraphieren, sondern nur zu schreiben. Sie können ja doch nicht hier sein, deshalb hat es ja keinen Zweck. In den nächsten Tagen schreibe ich aber jeden- falls wieder, damit Sie nicht ohne Nachricht sind.

Wenn dieser Brief bei Ihnen ankommt, ist hoffent lich die Entscheidung gefallen! Ein gestriges Telegramm der Kölnischen Volkszeitung über die Abstimmung über das 4. Kapitel befriedigte uns wenig. Wir hatten doch mehr Einstimmigkeit gehofft. Nun, Gott weiß es, wofür und weshalb alles so kommen muß!

Mein Mann möchte so gerne in jedem Falle die Sammlung der Photographien der Konzilsväter haben und bittet sehr, es ihm womöglich besorgen zu wollen und zu sagen, wohin er das Geld übermitteln soll. X Dieu für heute!

Mit der innigsten Verehrung und Liebe, hochwür- dgister Herr Abt,

Ihre ergebene Mathilde von Hoensbroech. Haag, den 15. Juli 1870.

8. Gymnasialdirektor H. Bone an Abt Ephrem.

Mainz am 1. März 1870.

Hochwürdigster Herr Abt! Celiebter Freund!

..Wie oft habe ich an Sie gedacht, da ja Tag für Tag die Blätter voll sind von den Konzilsangelegen- heiten. Oh, wie vieler Menschen Herzen werden in dieser Zeit offenbar! Mir bleibt es ein Pätsel, wie ein Kopf so verwirrt sein kann, daß er in einem Atem- zuge die Unfehlbarkeit eines allgemeinen Konzils aus- spricht und zugleich donnert und tobt, um ein wirkliches allgemeines Konzil vor Beschlüssen zu bewahren, die derselbe Kopf als die ärgsten dogmatischen Unwahr- heiten demonstrieren will. Solchen Köpfen wird doch wohl jeder Bauersmann antworten:Ei, wenn Du die Unfehlbarkeit eines allgemeinen Konzils glaubst, so haben wir ja ein solches jetzt in Rom zusammen; Du bist ja nachher blamiert, wenn seine Aussprüche mit Deinen Doctrinen nicht übereinstimmen. Neulich stand in der Zeitung folgendes:

Aufruf.

Gegenüber einer maßlos gewordenen kirchenfeind- lichen Dresse, gegenüber einem demutlosen Professoren-

dn

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Katholizismus, gegenüber einem deutsch-national-kirch- lichen Bestreben und damit der Lügenwolf nicht länger wüte in der Herde, bitte ich meine hochw. Herren Con- fratres in allen deutschen Gauen mit mir öffentlich zu erklären: 1. daß wir festhalten an dem Zentrum lischen Kirche, an Rom, 2. daß wir, abgeschen von von vorneherein unterwerfen den Beschlüssen vom hl. Geist unfehlbar geleiteten Konzils. Ich bitte alle katholischen Zeitungen und Kirchen- blätter, diesen Aufruf zu veröffentlichen. Dr. Matzner, Eeligionslehrer in Groß-Strelitz.

Diese kanonische Kürze für die Masse Ge- danken und Empfindungen, die den braven Verfasser

der katho-

jeder Privatmeinung, uns des

vOn

Sanz sicherlich tagtäglich mit Unmut durchzogen, hat mir so sehr gefallen, daß ich anonym als Laie dem

Verfasser einen Brief geschrieben habe, worin ich seinen Aufruf als ein sechsbändiges Werk bezeichnete: I. Ueber die maßlos gewordene kirchenfeindliche Dresse. II. etc. Und doch hat noch nicht einmal unser hiesiges Journal den Aufruf veröffentlicht, das sonst so anhaltend plä- diert. Eine kräftige Wirkung hat die Erklärung unseres Bischofs geübt, worin er mit jenem Döllinger, den die

ärgsten Kirchenfeinde bejubeln, keine Gemeinschaft haben will, und worin er die Allgemeine Zei-

tung mit dem AusdruckVerworfene Unwahrhaftigkeit belegt, und den Sonnenblick auf dieBrüderlichkeit der Väter eröffnet. Ja, Brüderlichkeit! Ich denke, Maria, die Mutter, die Vertreterin der Kirche, wird vor allem die Brüderlichkeit ihrer versammelten Kinder in Schut⸗ nehmen. Alles, was innerhalb des Konzils und was draußen geschieht, wird dereinst als weise Leitung oder Zulassung Gottes erkannt werden. Vorläufig aber hat

man allerdings den Wunsch, daß es etwas rascher vorwärts gehen möge, weil die Zeiten drängen. Ich

kann bei mir nie von dem Gefühl ablassen, daß der hl. Vater auch noch besondere Blicke in die nächste Zukunft bei sich trage. Daß Sie gleich in der ersten Zeit unsere Tochter Sofie getroffen, hat sie mir natürlich mit Freude geschrieben, auch, daß sie Ihrer DPredigt angewohnt Wann und wo

neulich werden

sowie hat. was werden wir alsdann zu sprechen haben? In Liebe Ibhr II.

wir uns wiedersehen? und

Bone.

9.

2. Brief H. Bones an Abt v. d. Meulen.

Mainz am Dfingstsonntag, 6. Juni 1870.

Hochwürdigster Herr Abt! Geliebter Freund!

Also fast ein Vierteljahr ist es geworden, seit ich Ihnen Tag für Tag habe schreiben wollen, um Ihnen meine Freude über Ihren herzlichen, frisch ergossenen Brief auszusprechen und meinen sehr schuldigen Dank für Uebersendung des kraft- und lichtvollen Buches abzustatten. Wenn dieser Dank sich zugleich über das herzliche Andenken erstrecken hätte, das mir aus

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ZU