Jahrgang 
1875
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Verhandlungen über die Errichtung einer Wittwen⸗ und Waiſenkaſſe, bezw. zur Vereinbarung über eine gleichmäßige deutſche Rechtſchreibung auf den höheren Schulen des Vereinsbezirkes be⸗ theiligt.

Am 15. Mai beſuchte die IIIb., IIIa. und II. Klaſſe auf dankbar anzuerkennende Ein⸗ ladung des verehrlichen Vorſtandes des landwirthſchaftlichen Vereins die von demſelben veran⸗ ſtaltete Ausſtellung.

Ueber den Geſundheitszuſtand von Schülern und Lehrern im verfloſſenen Schuljahre können leider nur betrübende Erfahrungen berichtet werden. Mußte ſchon die ungewöhnliche Hitze, welche bereits im Vorſommer, insbeſondere am 2., 5. und 8. Juni, den Unterricht, zumeiſt am Nachmittage, auszuſetzen gezwungen hatte, die Entwickelung gefährlicher Miasmen ganz beſonders befördern, ſo kam dazu noch die durch bekannte Urſachen herbeigeführte Verſchlechterung des Trinkwaſſers, vornehmlich in demjenigen Stadtviertel, in welchem die Selectenſchule liegt. Die beklagenswerthe Einwirkung dieſer geſundheitsbedrohlichen Erſcheinungen blieb nicht lange aus. Zahlreiche und ſchwere Erkrankungen am Typhus unter den Schülern veranlaßten das amtliche Einſchreiten des Hrn. Stadtphyſikus, worauf durch Beſchluß des Curatoriums vom 1. Juli der Unter⸗ richt an dieſem Tage ſchon vor Beginn der Sommerferien geſchloſſen wurde. Die Einführung der Waſſerleitung in das Schulgebäude, die Umänderung und Einführung der Aborte und Piſſoirs in die neuen Kanäle, ſowie ſonſtige unerläßliche bauliche Veränderungen im Schulgebäude er⸗ forderten ſo viel Zeit, daß der Unterricht leider erſt am Dienſtag den 25. Auguſt wieder eröffnet werden konnte. Es braucht kaum beſonders darauf hingewieſen zu werden, welche tief eingreifende Schäden dieſe Störungen für den Unterricht zur Folge hatten, zumal bereits am 19. September die vierzehntägigen Herbſtferien begannen, während welcher noch einzelne bauliche Veränderungen erſt völlig zum Abſchluſſe gebracht werden konnten. Alle dieſe beklagenswerthen Vorgänge haben, zumal bei der ſteigenden Schülerzahl, von neuem die Dringlichkeit einer Verlegung der Schule, d. h. die endliche Ausführung des ſchon ſeit vielen Jahren geplanten Neubaus tief empfinden laſſen.

Von den Lehrern waren mehrere, zumeiſt durch Unwohlſein, ihren Unterricht für kürzere oder längere Zeit zu beſchränken oder zu unterbrechen oder ganz auszuſetzen genöthigt und zwar: Hr. Dr. Thormann und Hr. Kaplan Butz an je 1, Hr. Geiſſel an 2, Hr. Margraf und Hr. Schüßler an je 3, Hr. Dr. Brentano an 7, Hr. Dr. Kirſchbaum und Hr. Leibfried an je 6, Hr. Mardner an 18, Hr. Thévenot an 15, Hr. Mehler(mit Urlaub vor Beginn der Sommer⸗ ferien) an 16, Hr. Dr. Berger an 20 Tagen. Die Unterrichtsſtunden des Letzteren wurden überdies vom Beginne des Winterſemeſters auf die oberſte Klaſſe beſchränkt, und die bezügliche Vertretung durch Verfügung des Curatoriums vom 11. November v. J., beziehungsweiſe 13. Ja⸗ nuar d. J. genehmigt.

In Folge der obenerwähnten großen Störungen des Unterrichtes im Sommerſemeſter war es der Schule nicht ermöglicht, die Feier des 2. September(Sedantag) gleich den übrigen höheren Schulen zu begehen. Da der Unterricht nach den Sommerferien erſt am 25. Auguſt

wieder begonnen werden konnte, ſo war es bei der Kürze der Zeit und ohne neue große Störungen

nicht möglich, die zu einer würdigen Feier unerläßlichen Vorbereitungen zu treffen, zumal auch

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