Jahrgang 
1913
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5. Sonstige Mitteilungen aus dem Schuljahr.

Die Wiederimpfung der Schülerinnen in der Schule durch Herrn Kreisarzt Dr. Werner fand am 17. Juni, die Nachschau am 24. Juni statt. Von den 50. impfpflichtigen Schülerinnen ließen sich 20 in der Schule impfen. Auch an dieser Stelle sei hervorgehoben, daß bei der Schulimpfung nur Schülerinnen der Anstalt geimpft werden, und zwar aus- schließlich mit tierischer Lymphe. Da der Schulleitung durch die Impfung in der Schule viele Nachfragen und Umständlichkeiten erspart werden, betrachtet sie die Beteiligung an der Schulimpfung als ein dankenswertes Entgegenkommen der Eltern.

An Stelle von Fräulein Rittweger, die die Sekretariatsgeschäfte der Anstalt nur ein Vierteljahr hatte führen können, trat am 1. Juli Fräulein Franziska Kremer als Sekretärin des Direktors ein.

Leider hatten wir im Berichtsjahre den Tod zweier lieben Schülerinnen zu beklagen.

Am 26. Oktober wurde die Schülerin der Klasse L5 Luise Wentzel aus der Zeitlichkeit abberufen. Ihre Mitschülerinnen begleiteten ihre liebe Freundin auf ihrem letzten Wege, und ihr Klassenführer Herr Oberlehrer Dr. Ganser sprach den trauernden Ange- hörigen am Grabe das innige Mitgefühl unsres Lehrkörpers und unsrer Schülerinnen aus. Sodann wurde die Schülerin der Klasse L8 Elfriede Hofmann ihren Eltern und ihrer Schwester gerade in der Nacht vor dem Weihnachtsfest durch eine tückische Krankheit entrissen, als die hoffenden Ihren schon die Gefahr überwunden glauben durften. Um so tiefer war der Schmerz der Angehörigen und um so herzlicher die Teilnahme ihrer Lehrer und Mitschülerinnen. Der Direktor gedachte der Entschlafenen vor versammelter Schul- gemeinde beim Wiederbeginn der Schule nach Neujahr.

Uber die äußere Einrichtung der Schule ist zu bemerken, daß sie im allgemeinen den Anforderungen entspricht, die in den ministeriellen Bestimmungen gestellt sind. Doch ist der Zeichensaal leider ganz unzureichend, und außerdem fehlen der Anstalt noch immer die gerade für eine Studienanstalt unentbehrlichen physikalischen und chemischen Arbeits- räume für Schülerinnen findet sich doch nicht einmal ein genügender Vorbereitungsraum für die Lehrkräfte.