Jahrgang 
1909
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VI. Das Schulgebäude.

Wie bei einem Neubau erklärlich, bei dessen Aufführung die Ziele der Höheren Mädchenschule und der Studienanstalt noch nicht feststanden, stellte das Schulleben manche nicht vorgesehenen Ansprüche an das Gebäude. Das Städtische Hochbauamt hat diese An- forderungen nach Besprechung mit dem Kuratorium in entgegenkommendster Weise befriedigt. Besonders ist der Zugang zur Turnhalle zu einem Umkleideraum ausgebaut und die Kombi- nationsklasse zur Nadelarbeitsklasse umgestaltet.

Von sonstigen dankenswerten Veränderungen sei die Verlegung der Schülerinnenbeete an die Seite des Schulhofs hervorgehoben, womit zugleich eine nicht unwesentliche Ver- größerung des verfügbaren Gartenlands verbunden war.

Auch im Berichtsjahre wurde unser nach mancher Hinsicht musterhaftes Schulgebäude besichtigt. Im Juni führte der Kgl. Oberlehrer Haas eine Klasse der hiesigen Kgl. Bau- gewerkschule durch das Gebäude, und eine andre Klasse folgte wenige Tage später. Im Juli besichtigte der Bürgermeister von Oppeln Dr. Bock das Haus, im gleichen Monat der Kgl. Regierungsbaumeister Otto, im August der Stadtverordneten-Vorsteher Rechtsanwalt Hagemann aus Husum, im Januar der Direktor des Magdeburger Reform-Realgymnasiums Prof. Dr. Kuhfuß und Prof. Dr. Plettenberg von der gleichen Anstalt, im Februar der Direktor der Höheren Mädchenschule und Frauenschule zu Peine Küßner, alle Herren in der ausgesprochnen Absicht, Anregungen für Schulneubauten zu gewinnen.

VII. Schulveranstaltungen.

I. Schulfeiern.

Am 20. April wurde das neue Schuljahr mit einer Ansprache des Direktors an die auf dem Schulsaal versammelten Schülerinnen eröffnet.

In der letzten Religionsstunde vor den Sommerferien wurden die evangelischen Schülerinnen auf die Bedeutung Calvins hingewiesen, dessen 400 jähriger Geburtstag in den Anfang der Sommerferien(10. Juli) fiel. 3

Am 10. November nahm eine Abordnung der Schule, bestehend aus dem Oberlehrer Schmahl und den Oberprimanerinnen Lela Oswalt und Cilli Wildberg, an der städtischen Gedächtnisfeier am Schillerdenkmal teil.

Am 11. und 12. November um 7 Uhr abends wurde vor den geladnen Vertretern der Schulbehörden, den Leitern der hiesigen Höheren Lehranstalten und den Eltern der Schülerinnen eine Gedächtnisfeier zur 150. Wiederkehr von Schillers Geburtstag im Festsaal der Schule abgehalten, deren Reinertrag für die Schulgeldstiftung der Studien- anstalt bestimmt war. Die Feier nahm folgenden Verlauf:

l. Einleitungsworte: Mit einem Lorbeerkranz auf Schillers Grab gelegt, von Felix Dahn,

gesprochen von Grete Lachmann UI.

2. Schulchor unter Leitung des Ordentlichen Lehrers Martin Ziegler:

a) Holder Friede, süße Eintracht, aus dem Lied von der Glocke von Friedrich von Schiller, vertont von Andreas Romberg. b) Die Hoffnung, von Friedrich von Schiller, vertont von Max Krause. 3. Vortrag Schillerscher Darstellungen aus dem Kreis der trojanischen Sagen: a) Einführung: Die Götter Griechenlands, von Friedrich von Schiller, gesprochen von Käthe Lang UII.