Jahrgang 
1909
Einzelbild herunterladen
  

49

der Reife verließ. Alsdann studierte er von Herbst 1901 bis Herbst 1002 an der Technischen Hoch- schule zu Aachen und von Herbst 1902 bis Ostern 1905 in Bonn Naturwissenschaften und Mathe- matik. Hier wurde er am 25. Januar 1905 zum Dr. phil. promoviert. Am 6. Mai 1005 bestand er das Staatsexamen. Nach der zweijährigen Vorbereitungszeit wurde er Ostern 1907 als Oberlehrer an die Städtische Höhere Mädchenschule zu Duisburg berufen, an der er zwei Jahre lang tätig war, bis er Ostern 1900 an die Schillerschule zu Frankfurt a. M. übertrat.

3. Oberlehrer Dr. Fritz Sandmann.

Fritz Sandmann, Sohn des Oberlandesgerichtsrats Hermann Sandmann in Darmstadt, evangelischen Bekenntnisses, wurde am 10. April 1385 in Waldmichelbach im Odenwald geboren. Von 1804 bis 1903 besuchte er das Gymnasium zu Gießen und studierte dann an den Universitäten Gießen, Münster und Heidelberg neuere Sprachen und Geschichte. Im Juli 1907 bestand er in Gießen die Prüfung für das höhere Lehramt in Französisch, Deutsch und Geschichte. Im April 1900 wurde er von der Universität Gießen zum Dr. phil. promoviert.

Seinen Vorbereitungsdienst begann er Oktober 1007 als Lehramtsreferendar am Neuen Gymnasium zu Darmstadt. Ostern 1908 wurde ihm die Verwaltung einer Oberlehrerstelle am Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen übertragen. Ostern 1900 trat er in den Frank- furter Schuldienst über und kam als Probekandidat an die Schillerschule. Oktober 1900 wurde er hier als Oberlehrer angestellt.

4. Zeichenlehrer Paul Scheffler.

Paul Bernhard Scheffler, evangelisch-lutherischen Bekenntnisses, wurde am 6. Ok- tober 1877 zu Eilenburg in der Provinz Sachsen geboren. Er legte in den Jahren 1808 und 1001 (Delitzsch-Eisleben) seine Lehrerprüfungen ab. Nach zweijährigem Studium(1002 1004) auf der Königl. Kunstschule in Berlin und in Charlottenburger Künstlerateliers bestand er 1904 die Staats- prüfung für Zeichenlehrer Höherer Lehranstalten, Lehrerseminare usw.

Zunächst als Zeichenlehrer an der Königlichen Realschule in Mewe in Westpreußen tätig, wurde er Oktober 1904 an die Luisenschule in Magdeburg berufen. Von Ostern 1907 ab gehörte er dem Lehrkörper des Reform-Realgymnasiums zu Magdeburg an und trat Ostern 1000 als Zeichen- lehrer an der Schillerschule in den Schuldienst der Stadt Frankfurt a. M. über.

Die Verwaltung noch nicht besetzter Stellen wurde Ostern 1000 übertragen an den Kandidaten des Höheren Lehramts Dr. Arnold Sander, an die Schulamtsbewerberin Elisabeth Braach, die schon im Schuljahre vorher eine Vertretung an der Schule über- nommen hatte, und an die Schulamtsbewerberin Elisabeth Winter. Als Elisabeth Winter aus Gesundheitsrücksichten zu Pfingsten 1900 ihre Tätigkeit aufgeben mußte, trat die Schulamtsbewerberin Elisabeth Norgall an ihre Stelle.

Einen schweren Verlust erlitt der Lehrkörper der Schillerschule dadurch, daß die Lehrerin Gertrud Saling, die der Schule im Jahre vorher als Hilfslehrerin zugewiesen war, aber ihren Unterricht wegen einer Halserkrankung am 11. Dezember 1908 hatte auf geben müssen, am 18. Juni 1909 im Alter von 22 Jahren der Schwindsucht erlag, ohne die feste Anstellung, die ihr zu Ostern 1900 noch übertragen war, angetreten zu haben. Wir betrauern in der so jung Dahingeschiedenen, die grade am Ziel ihrer Wünsche ihrer Arbeit entrissen wurde, eine immer freundliche und liebenswürdige Amtsgenossin, die in nimmer- müdem Fleiße mit Daransetzung ihrer vollen Porsönlichkeit die Entwicklung ihrer Schülerinnen zu fördern bestrebt war und für die Liebe, mit der sie die ihr anvertrauten Kinder betreute, reiche Liebe erntete. An der Beisetzung zu Homburg v. d. H. am 21. Juni beteiligten sich der Direktor, der am Grabe einige Worte des Dankes an die Entschlafne sprach, und die