Jahrgang 
1915
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krankung am 17. Januar 1915 seinen Dienst niederlegen. Für ihn trat der Wissenschaftliche Hilfslehrer Herr Dr. Breuer vom 18. Januar ab ein.

Am 6. Dezember 1914 verschied plötzlich an einem Herzschlag unser lieber Kollege Herr Prof. Dr. Karl Treutel. In dem so jâh aus seinem geliebten Arbeitsfeld Abgerufenen verlieren die Schüler einen hochverehrten, allzeit fröhlichen Lehrer und väterlichen Berater, das Kollegium betrauert den Verlust eines lieben Freundes von allzeit bereiter Opferwillig- keit und nie ermüdender Schaffensfreudigkeit für unsere Schule. Sein Andenken wird von der Sachsenhäuser Oberrealschule, der er seit ihrer Gründung im Jahre 1901 seine Tätigkeit gewidmet hat, in Ehren gehalten werden.

Leider haben wir den Tod eines braven und hoffnungsvollen Schülers zu beklagen. Am 5. Dezember 1914 verstarb der Untertertianer Max Hoffmann im Alter von 17 Jahren. Die Klassenkameraden begleiteten mit dem Klassenlehrer und einigen Lehrern den Ent- schlafenen zur letzten Ruhe.

Herr Oberlehrer Dr. Gsell, der als Leutnant im Regiment Nr. 137 in den Kampf für das Vaterland zog, erlitt am 20. August 1914 bei Dieuze eine schwere Verwundung, der er am 22. Dezember 1914 im Bürgerspital in Straßburg i. E. erlag. Er gehörte erst seit Ostern 1014 unserer Schule an, hat es aber durch sein frisches, fröhliches Wesen verstanden, sich in der kurzen Zeit die Achtung seiner Kollegen und die Liebe seiner Schüler zu erwerben. Als erster unserer Schule hat er sein Blut auf dem Felde der Ehre vergossen. Sein An- denken wird von uns in Ehren gehalten werden.

Herr Oberlehrer Dr. Rumpf wurde als Leutnant im Infanterie-Regiment Nr. 83 im September in Rußland durch einen Schuß in den linken Unterarm verwundet. Er befindet sich zur Zeit hier in Frankfurt a. M. und hat unseren Schülern in dem Festsaal der Schule einen zweistündigen fesselnden Vortrag über seine Kriegserlebnisse in Belgien, Ostpreußen und Rußland gehalten.

Das Eiserne Kreuz wurde verliehen den Herren Oberlehrer Dr. Rum Df, Oberlehrer Dr. Gsell, Oberlehrer Dr. Kraemer.

Von unseren 17 Oberprimanern meldeten sich 16 als Kriegsfreiwillige. Sie unter- zogen sich der Notreifeprüfung und bestanden dieselbe. Von der Unterprima traten 0 als Kriegsfreiwillige in das Heer ein. Vier von ihnen unterzogen sich der Reifeprüfung, die sie auch bestanden. Von der Obersekunda traten 3 Schüler, von der Untersekunda 2 Schüler als Kriegsfreiwillige in das Heer ein. Im Ganzen wurden infolge der Mobilmachung 4 Reife- prüfungen abgehalten.

Leider beklagen wir den Heldentod zweier dieser Kriegsfreiwilligen: Hans Sonder- mann, Oberprimaner, fiel am 21. November 1914 bei Fromelles in Frankreich, Hans Hili- mann, Unterprimaner, fiel am 9. März 1915 an der Rawa in Rußland.

Sofort bei Beginn der Mobilmachung bildeten wir aus unseren Schülern ein frei- williges Radfahrerkorps. das sich sämtlichen Militär- und Zivilbehörden zur Verfügung stellte und bis Ende August eine flotte Tätigkeit entwickelte. Eine größere Anzahl von Schülern betciligten sich an demStädtischen Gemüsebau und an denErntearbeiten.

Bei der Verpflegung der durchfahrenden Truppen auf den Bahnhöfen war eine größere Anzahl von Schülern lange Zeit im Dienste des roten Kreuzes tätig.

Die Goldsammlung für die Reichsbank durch unsere Schüler betrug bis zum 25. März 25 240 Mark. Zum Lohn für ihre Tätigkeit wurde den Schülern der 22. März frei gegeben.