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6. Organisation der Schule.
Ostern 1912 wurde die letzte Realschulklasse, die Untersekunda, eröffnet, So daß der Ausbau der Rödelheimer Realschule nunmehr vollendet ist.
Unter Berücksichtigung der besonderen örtlichen Verhältnisse hat der Herr Minister seine Genehmigung dazu erteilt, daß bis zum 1. April 1914, also noch ein Jahr lang, Knaben und Mädchen in der Vorschule und in den Realschulklasssen Sexta bis Quarta einschließlich gemeinsam unterrichtet werden. Der Herr Minister hat dabei aber aus- drücklich betont, daß eine Verlängerung des Termins über den 1. April 1914 hinaus nicht möglich sei.
7. Notwendigkeit eines Neubaues der Anstalt.
Trotz der zahlreichen baulichen Verbesserungen, die auch im abgelaufenen Schul- jahre die Stadtverwaltung in dankenswerter Weise vornehmen ließ, weist unser ehrwür- diges altes Schulgebäude Mängel auf, die sich erst durch einen Neubau beseitigen lassen werden: Das Fehlen einer Turnhalle, das Fehlen eines besonderen Physikzimmers und eines Zimmers für den chemischen und naturkundlichen Unterricht, vor allem aber die äußerst ungünstige Lage des Schulhauses dicht an der verkehrsreichsten Straße des Stadtbezirks— auf der außer den Straßenbahn- und anderen Wagen häufig Lastautos vorüberfahren, die das ganze Gebäude erzittern lassen— sind Mißstände, die einen Neubau dringend erheischen! Mit um so größerer Freude begrüßte daher das Lehrerkollegium im September die zur Ansicht ausgelegten ersten Pläne eines Neubaues der Rödelheimer Realschule. Der für den Schulneubau ausersehene Platz am Biegwalde ist so ideal gelegen und bietet unserer Rödelheimer Jugend so viele Vorzüge, daß wir der Stadtverwaltung für die Wahl gerade dieses Platzes unsern ergebenen Dank sagen möchten. Da das Kuratorium der höheren Schulen die ersten Pläne des Neu- baues bereits im September gebilligt hatte, so hegten Lehrer und Schüler die schöne Hoffnung, daß zu Ostern 1913 der Grundstein zur neuen Schule gelegt werden könne. Leider ist das nicht geschehen, doch wollen wir den Mut nicht sinken lassen, sondern hoffen, daß im Herbst 1913 mit dem Neubau begonnen werden kann.


