Jahrgang 
1913
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2. Dezember 1912. Die vom Königlichen Provinzial-Schulkollegium bestätigte Bestallungs- urkunde für den am 1. Oktober 1912 zum Oberlehrer ernannten Herrn Gerhard Wilken wird übersandt.

13. Februar 1913. Die Eltern werden darauf aufmerksam gemacht, daß Anträge auf Be- willigung von Freistellen bei den städtischen Schulbehörden bis zum 1. April bzw. 1. Oktober schriftlich einzureichen sind.

III. Chronik der Schule.

1. Pehrer.

Mit Beginn des Schuljahres 1912-13, am 15. April 1912, traten die Herren Oberlehrer Carl Theodor Fries vom Realgymnasium in Lüdenscheid(Westfalen) und Oberlehrer Arthur Scharowski von der Realschule zu Cronenberg(Rheinland) in das Kollegium der Rödelheimer Realschule ein. Der vorige Jahresbericht enthält nähere Angaben über den Lebenslauf dieser neuen Amtsgenossen.

Der Mecklenburgische Kandidat des höheren Lehramts Herr Gerhard Wilken von der Realschule in Rostock wurde gleichfalls zu Ostern an die Rödelheimer Realschule berufen, konnte sein Amt aber erst am 23. Mai antreten und wurde bis dahin durch das Kollegium vertreten. Herr Wilken, der am 1. Oktober zum Oberlehrer an der Rödel- heimer Realschule ernannt wurde, macht über seinen Lebenslauf folgende Angaben:

Gerhard Wilken wurde am 22. Nov. 1882 als Sohn des Pastors Wilken geboren. Er erwarb das Zeugnis der Reife am Königl. Gymnasium in Demmin in Pommern und studierte dann deutsche Sprache und Literatur, sowie Erdkunde und Geschichte an den Universitäten Tübingen, München, Berlin und Rostock. Am 20. Dez. 1000 bestand er das Staatsexamen vor der Großhzgl. Mecklbg. Prüfungskommission in Rostock und absolvierte dann das Seminar- und Probejahr von Ostern 1010 bis Ostern 1912 am Gymnasium, Realgymnasium und an der Realschule in Rostock. Nachdem er Ostern 1012 von der Stadt Frankfurt a. M. zum Oberlehrer gewählt war, übernahm ihn die preuß. Unterrichtsbehörde in den Dienst des Königreichs, so daßh zum l. Okt. 1912 seine An- stellung als Oberlehrer erfolgte.

Außzer den 11 festangestellten Lehrern wirkten im Berichtsjahre an unserer Anstalt mehrere nebenamtlich beschäftigte Herren: Herr Pfarrer Zipp erteilte an der Realschule 4 Stunden evangelischen Religionsunterricht. Herr Kaplan Staat hatte den katholischen Religionsunterricht an der Realschule übernommen, verließ uns aber zu unserm Bedauern bereits am 22. Juni, da er nach Eltville a. Rh. versetzt wurde. Die Schule bleibt dem bescheidenen jungen Geistlichen, dessen erfolgreicher Mitarbeit wir uns nur kurze Zeit erfreuen durften, zu großem Dank verpflichtet. An seine Stelle trat Herr Kaplan Wolf, der seit dem 23. Juni an der Realschule 5 Stunden katholischen Religionsunterricht erteilte. Herrn Volksschullehrer Löhr von der Rödelheimer Knabenvolksschule war der katholische Religionsunterricht in der Vorschule übertragen. Die Volksschullehrerin Fräulein Tschan, die im Hauptamte gleichfalls an der Rödelheimer Knabenvolksschule tätig ist, erteilte unsern Schüjerinnen den Handarbeitsunterricht.(Vergl. Abschnitt J, 2 u. 3 des Berichtes.) Hſerr Mittelschullehrer Becker hatte vom 21. Juni bis 4. Juli eine militärische UÜbung abzuleisten und wurde in dieser Zeit durch das Kollegium vertreten.

Vom 13. August bis 22. September mußte Herr Oberſehrer Dr. Wagner einer militärischen UÜbung wegen den Unterricht aussetzen; seine Vertretung übernahm der Probekandidat Herr Georg Pinterich vom Goethe-Gymnasium.

Herr Turn- und Zeichenlehrer Schubert war vom 3.21. September zu einem Turnlehrer-Fortbildungskursus, der an der Landesturnanstalt in Spandau abgehalten wurde, einberufen. Einige Herren des Kollegiums vertraten ihn.

Zur Ableistung des Probejahres wurde am 1. Oktober Herr Dr. Otto Becker aus Frankfurt a. M. der Rödelheimer Realschule überwiesen.