Der Kindergarten
des Philanthropins.
Der Kindergarten war im Schuljahr 1928/29 durchweg gut besucht. Im Winter war die Kinderzahl, wie stets, etwas höher als im Sommer. Die warme Jahreszeit ver- lebten die Kinder meist im Freien, im schattigen Garten, wo sie sich, begünstigt durch die schönen Tage, im Luftbadeanzug tummeln konnten. Auch die Beschäftigungen wurden im Freien vorgenommen.
Besonders zu erwähnen ist die Anschaffung des Montessori-Zeichenmaterials. Die Kinder wiesen dadurch erstaunliche Fortschritte in der Zeichentechnik auf. Es ist zu wünschen, dass weiteres Montessori-Material zur Förderung der Kinder und zur Anregung für die Frauenschülerinnen erworben werden kann. Die Fröbel'schen Beschäftigungen werden aber einstweilen weiter gepflegt.
Die Chanuckahfeier verlief wieder sehr stimmungsvoll. Die Eltern der Kleinen, die der Einladung zahlreich gefolgt waren, waren über die Spiele der Kinder sehr erfreut, ebenso über die kleinen Geschenke, die die Kinder für ihre Angehörigen angefertigt hatten. Die Kinder selber wurden ebenfalls bedacht, ihre vorher geäusserten Wünsche wurden nach Möglichkeit erfüllt. Der Kindergarten erhielt von der früheren Jugend- leiterin Frau Strauss geb. Oppenheimer(München), ein sehr schönes Geschenk in Form eines kompletten Turngeräts, das im Garten Aufstellung finden wird.
Die Frauenschülerinnen wurden wieder im Kindergarten zur praktischen Arbeit an- geleitet. Sie zeigten besondere Freudigkeit und reges Interesse für diesen Zweig ihres Lehrplans. 1
A. Laquer, jugendleiterin an der Frauenschule des Philanthropins


