sporttiere für Lasten und Menschen, die mit flinkem Geklapper die Strassen durch-
eeilen. Voller Gegensätze in ihrer Erscheinung sind auch die Menschen, besonders die 3 Frauen. Man sieht die neueste Mode und Bubiköpfe und daneben die altisländische
Nationaltracht mit herabhängenden Flechten. Reykjavik kennzeichnet sich als inter- nationales Export- und Importzentrum; hier liegt der Schwerpunkt des ganzen isländischen Staates, hier ist auch sein geistiges Zentrum(Universität), eine Oase blühenden Lebens, rings umgeben von ausgedehnten Lavawüsten.
Von Reykjavik ging's zu den warmen Waschbrunnen am Rande der Stadt. Kochend heisse Quellen bilden hier natürliche Waschbecken, in denen ganz Reykjavik seine Wäsche reinigt.
Ein mehrtägiger Ritt brachte mich durch die Landschaft von Reykjanes. Die ganze Halbinsel hat die Gestalt einer grossen Ebene aus Lava, aus der einzelne Kegel hervorragen, die schon von Reykjavik aus sichtbar sind. Die Lava reicht bis zum Meer und ist von den Wogen stark zerfressen. Die Pferde sausen im Galopp über die ebenen Strecken der Lavawüste, und sie stolpern und klettern mühsam über die schwer zu begehenden Lavablöcke. Unendliche Trostlosigkeit lagert über dieser Wildnis.
Bald sieht man Reste von Basaltmassen, die in ihrem eigenen Schutt ersticken, bald
zahllose kleine Kraterberge mit phantastischen Farbflecken übersät, dann wieder manns- hohe Gebilde von spratziger Lava, unterbrochen von dünenartigen Gebilden des vulka- nischen Sandes. Tot und leblos ist diese Lavawüste, und nur dürftige Flechten über- ziehen an wenigen Stellen die schwarze, eintönige Masse mit einem silbernen Schimmer. Am Rande der Lavawüste liegt ein grosses Solfatarenfeld. Schwefelgeruch erfüllt die Luft. Der Untergrund ist heiss und klingt hohl, und wundervolle Kristalle blühen aus ihm empor inmitten von violetten und gelbrötlichen Farbflecken. Der Boden zittert leise, und plötz- lich faucht es, und viele kochend heisse Wasserstrahlen zischen gleichzeitig aus der Erde und springen mehrere Meter hoch in starken Strahlen unter intensivster Dampf- entwicklung. Dann sinken sie zurück, langsam grollend, bis sich nach kurzer Pause derselbe Prozess wieder vollzieht. Ein Blick vom Leuchtturm auf Cap Reykjanes ver- tieft den gewaltigen Eindruck der grossen Oede und zeigt das Ausklingen der Lava- massen in den Wellen des Ozeans, die unermüdlich zerstörend wirken und die Lava zu den seltsamsten Gebilden umgestalten.
Von Reykjanes aus ging's nach Thingvellir, der alten Gerichtsstätte der Isländer, immer durch eine gleich trostlose Landschaft. 30 bis 50 Meter hoch türmen sich die senkrechten Kluftmauern des Almannagjà auf, die den einzigen Zugang zu der grossen Ebene bilden, in der sich alles Volk versammelte. Von den Kluftmauern stürzt die Oexarà in tosendem Wasserfall herab in den Thingvallasee, der einen grossen Teil des Senkungsfeldes ausfüllt. In ihrem Bereich unterbricht ein freundlicher, grüner Buschwald die Oede der Lavawelt, und ein üppiger Grasteppich mit Blumen breitet sich aus. Daneben das von Spalten zerrissene Lavafeld, das silbrige Wasser des Sees und die im blauen Dunst sich verschlingenden Vulkane des Hintergrundes, ein Bild von unerhörter Grösse und Schönheit!
Nach kräftigem Mahl, bestehend aus Brot und Forellen, ritt ich am Thingvallasee entlang, zur Fljotshlid, dem Paradiese Islands, der üppigsten Graslandschaft der Insel. Ich kam an den alten Sagestätten vorbei zur Gletscherwelt des Südens. Durch die reissenden Ströme der Thverä und des Markarfljöt ging's zum Nordabhang des Eyafjalla-
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