Jahrgang 
1929
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In diesen fünf Stiftungen ist der jeweilige Direktor des Philanthropins Mitglied des Vorstandes. In der Flora Geisenheimer Kann-Stiftung zur Unterstützung hilfsbe- dürftiger israelitischer Mädehen ist der gegenwärtige Direktor des Philanthropins lebens- länglich Vorsitzender.

Ueber die Tätigkeit der B. H. Goldschmidt'schen Stipendienstiftung und der Louis Mayer Maß'schen Stiftung ist satzungsgemäss alljährlich im Jahresbericht des Philan- thropins Bericht zu erstatten.

Durch die Geldentwertung sind in den letzten Kriegsjahren und insbesondere in der Nachkriegszeit die Mittel vieler Stiftungen derart zusammengeschmolzen, daſt manche dieser Stiftungen ihrem ursprünglichen Zweck kaum mehr dienen konnten, oder doch ihre Tätigkeit sehr einschränken muftten. Es steht zu hoffen, daßt sobald die Aus- wirkungen des Geldaufwertungsgesetzes, und insbesondere die Höhe der den einzelnen Stiftungen verbleibenden Hypothekenwerte, endgültig zu übersehen sind, wieder aus- führliche Einzelmitteilungen über die Stiftungen gemacht werden können.

II. Einzelberichte.

1. Die Hermann-Baerwald-Stiftung erhielt aus Anlaß des hundertsten Geburtstages Herman Baerwalds(vgl. auchZur Geschichte der Anstalt, Seite 70) von der Familie Baerwald eine Zuwendung von Mk. 5000..

Es ist dem Direktor eine besondere Ehre und Freude, auch an dieser Stelle der Familie Baerwald den tiefgefühlten Dank des Kollegiums auszusprechen für diesen neuen Beweis pietätvoller Teilnahme auch an den künftigen Geschidken der Anstalt, die gerade in diesem Jahre ihres 125. Jubiläums erfreut ist über jedes Zeichen innerer Zu- gehörigkeit.

2. Die Flora-Geisenheimer-Kann-Stiftung hat ihre Tätigkeit in vollem Umfang aufgenommen.

Sie fördert die Ausbildung für gehobene Berufe. Der Unterzeichnete erteilt gern Auskunft und Rat an Angehörige würdiger Bewerberinnen.

5. Die B. H. Goldschmidt''sche Stipendienststiftung, an deren Spitze, trotz seiner 85 Jahre, Freiherr Max von Goldschmidt-Rothschild in unverminderter Rüstigkeit seines freundlichen Amtes waltet, hat ihre Zuwendungen konzentriert, so daß die verfügbaren Mittel nicht zersplittert werden.

Sie erhielt ferner aus dem Nachlass des Ehepaares Rechtsanwalt Dr. M. Rothschild und Frau Gemahlin(Bruchsal) eine Zuwendung von Mk. 1000., für die dem liebens- würdigen Herrn Rechtsanwalt Dr. Otto Wolfsthal(Aschaffenburg) der herzlichste Dank der Stiftung wiederholt zum Ausdruck gebracht wird.

4. Die Julius- und Amalie-Flersheim'sche-Stiftung, verbunden mit der Ignatz-und Anna- Sichel-Stiftung. die satzungsgemäß als Alumnat würdigen Schülern des Philanthropins Unterkunft und volle Erzicehung gewähren, und deren Heim laut Verfügung ihrer Be- gründer ein Mitglied des Lehrkörpers des Philanthropins leitet(zurzeit Herr Lyzeal- oberlehrer Gut), konnte durch eine hochherzige Spende unseres ehemiligen Schülers, des Herrn Eugen Spier in London, in diesen Frühlingstagen den Grundstein legen zu einem neuen Hause, Ebersheimstraße 5, neben dem SportplatzBertramswiese, in

gesunder, freier Lage. Unsere aufrichtigen Wünsche gelten der Zukunft des neuen Heims und seiner

gegenwärtigen und kommenden Bewohner.