Jahrgang 
1929
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IIl. Turnen und Turnspiele.

Der Turnunterricht im Lyzeum soll hauptsächlich dazu dienen, den Schülerinnen eine gute Körperhaltung anzugewöhnen. Schon von den ersten Turnstunden an werden viele Haltungsübungen gemacht, um die Wirbelsäule zu stärken. In jeder Unter-

richtsstunde muss darauf geachtet werden, dass alle Muskelgruppen in Tätigkeit treten, und dass der Unterricht vielseitig gestaltet wird.

So nehmen wir zu Beginn jeder Turnstunde neuzeitliche Frei übungen bestehend aus: Arm-, Schulter-, Rumpf-, Buch-, Hüft- und Beinübungen. Ebenso Locke- rungsübungen, die den ganzen Körper entspannen. Nach einer bestimmten Gymnastik- methode wird im Schulunterricht nicht verfahren, jedoch bevorzugen wir die Methode von Dr. Bode. Die Uebungen wiederholen sich in den oberen Klassen immer wieder, Spitzenleistungen werden so wenig wie möglich gefordert.

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Das Geräteturnen ist bei den Mädchen ziemlich in den Hintergrund getreten, da- gegen wird viel Leichtathletik: Laufen, Springen, Werfen, Kugelstossen getrie- ben. Ebenso wird Schlagball und Völkerball gespielt. Von der Sexta ab werden die Trockenschwimmübungen durchgenommen.

An den regelmdässigen Spielnachmittagen wird im Winter geturnt, im Sommer gehen wir in das Stadion(Schwimmen), oder wir treiben auf der Marbachwiese Leicht- athletik. Unser Sportfest(veranstaltet im August vomSportverein Philanthropin) zeigte gute Leistungen der Schülerinnen, ebenso zeichneten sich schon viele der Turnerinnen bei den städt. Schulwettkämpfen durch hervorragende Leistungen aus. Mannschafts- und Einzelpreise betätigten unseren Erfolg. Der Gesundheitszustand unserer Schülerinnen ist so gut, dass nur ein geringer Prozentsatz auf ärztliches Attest hin

von dem Turnunterricht befreit werden musste. Auch an den Spielnachmittagen beteiligten sich alle Schülerinnen.

Die zum Reformrealgymnasium zugelassenen jungen Mädchen beteiligen sich an dem Unterricht des Lyzeums unter Berücksichtigung ihres eigenen Lehrplanes, d. h. es werden höhere Leistungen in der Leichtathletik und im Geräteturnen gefordert.

Unser seit 1921 bestehenderSportverein Philanthropin wächst zusehends an Mitgliederzahl; es finden wöchentlich einmal Trainingsnachmittage statt, nach Alters- gruppen geordnet.

Ausser den monatlichen Schulwanderungen finden vomSportverein aus öfters mehrtägige Wanderungen in die nähere und fernere Umgebung statt.

Der Turnunterricht in der Frauenschnule erstreckt sich hauptsächlich darauf, den jungen Mädchen ein Gegengewicht gegen die sitzende Beschäftigung zu bieten.

Der Unterricht muss der Vorbildung der Schülerinnen, die aus den verschiedensten Teilen Deutschlands kommen, angepasst werden und kann deshalb nicht ganz lehrplan- mässig stattfinden. Es wird hauptsächlich Sport im Freien getrieben. Dazu kommen Leichtathletik und Spiele, bei schlechtem Wetter Gymnastik und Geräteturnen.

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