bliebe die positive Jahresleistung. die Bewältigung des Pensums? Kein Arbeitsunter- richt, keine Jugendpsychologie, keine Parole„NYom Xinde aus“. keine Milde, keine Strenge überhebt uns der Forderung, an positivem. jederzeit bereitem Wissen und Können zu leisten. was nur zu leisten ist. Das Leben verzeiht keine Minderleistung. Und verlangt straffe Beschränkung auf die Forderung der Stunde. Lehrer darf an ein und demselben anderer im Gesamtunterricht.
Hier verzeiht er, was er dort tadelt. Und selbe. Der Schüler weiß das und versteht es. er es auch aus.)
Im Gesamtunterricht führt er und er allein. Der Lehrer hört und lauscht. gesammelt, auf das Wort des Werdenden und sieht die Augen um ihn herum fragend in die Gegenwart und in die Zukunft gerichtet. Der Lehrer späht und lernt auch aus den Augen der Stummen und aus ihrer Haltung.(. freundlichster Ein-Sicht und dürfen
Ein und derselbe Tage ein anderer sein im Fachunterricht, ein
ist doch in einer höheren Einheit der- und ist dankbar dafür.(Nielleicht nützt
verade die Schweigenden bedürfen nicht übersehen werden.
Das Gespräch des Gesamtunterrichts ist, im Sinne Berthold Ottos, das Gespräch der Familie. Die Jugend unterhält sich, ungezwungen. ganz ungezwungen.(Das muß nicht nur gesagt, das mußz auch erlebt erden können. Um dieser Ungezwungenheit mit der gebotenen freundlichen Geduld gewachsen zu sein, muß der Lehrer bei Müttern in die Schule gehen, die viele Kinder haben.) Dabei lernen die Jüngeren von den Aelteren. Die Aelteren lernen die Jüngeren verstehen, achten und lieben und bilden sich bald nichts mehr ein auf ihr„Besservs issen“. Denn sie sind die Aelteren. Die Kleinen schämen sich nicht der Unkenntnis: denn sie sind die Jüngeren. Und wen gerade das Gespräch nicht interessiert, der wartet. bis es auch für ihn interessant wird. Dann beteiligt auch er sich und fragt. Vielleicht führt er sogar gelegentlich einmal selbst. ganz unbefangen und natürlich und bescheiden, auch als Sextaner gegenüber den Sechzehnjährigen und Siebzehnjährigen. Gewähren lassen! Wachsen lassen und wachsen machen! Freude haben am Wachsen! Freude an dem Leben, das sich da entzündet, in jeder Gesamtunterrichtsstunde, auch unsichtbar in dem scheinbar Teilnahmlosen! Die Erinnerung des Kindes ist inselförmig. Später, nach Wochen, nach Monaten, nach Jahren enthüllt der damals Schweigende seine einstige innere Teilnahme. Nur nicht eindringen, nur nicht alles wissen wollen. was in dem geheimnisvoll werdenden jungen Men- schen vorgeht. Auch das Schweigen achten und das Träumen. Das Leben erlaubt so vielen nicht mehr. zu träumen.
Und wie oft ist ein Wachtraum nur ein Weiterspinnen eines guten Gedankens. der in Form irgendeines Wortes im Gesamtunterricht an die junge Seele heranflog, ein lieber, bunter Schmetterling, dessen Flug der Träumende weiter verfolgt in hohe und höchste Regionen der Phantasie, bis dahin, Wo er nur schwer wieder herunter- und zurückfindet. Später nimmt er vielleicht selbst diesen kühnen Flug in anderem, rei- ferem Zusammenhang wieder auf. Darum, gerade diese fünf Minuten im Gesamt- unterricht. laſt ihn träumen und störe ihn nicht! Der Gesamtunterricht faſit die For- derung jeder Erziehung an den jungen Menschen zusammen: Werde, was du bist! Und wenn, wie Scheler sagt, Erziehung„persönliche Seinsgestaltung“ ist, so kann der Gesamtunterricht, richtig verstanden, eineReihe von Ilöhepunkten der Erziehung enthalten.
Denn hier fällt alles Unpersönliche. Schematische, Organisierte. Aufgetragene. Absichtliche. Erzwungene, Angenommene, Maskierte, Unwahre erstaunlich leicht und frei von der Seele ab. Hier ist der junge Mensch ganz zu Hause. Hier kommt er zu sich selbst. Hier kehrt er bei sich ein. Hier geht er auch. manchmal stürmisch, aus sich heraus. Hier lädt er auch. ohne es zu merken oder es gar vor den anderen heraus- stellen zu wollen. die anderen bei sich ein.
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