Jahrgang 
1913
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36 Am 2. Juli waren 100 Jahre seit der Geburt des zweiten Direktors der Anstalt, Dr. Sigismund Stern, verflossen. In dankbarer Erinnerung an die unvergänglichen Verdienste, die sich der Verewigte durch 12 Jahre als Leiter und Reorganisator des Philanthropins erworben hat, veranstaltete die Schule an diesem Tage eine Feier, bei der der Direktor den Zöglingen das Leben und Wirken des bedeutenden Schul- mannes und Gelehrten vorführte. Die israelitische Gemeinde hatte in pietatvoller Erinnerung zu diesem Tage das Grab des Verewigten in würdiger Weise geschmückt; die Nachkommen Sterns überwiesen der Schule zu Prämien eine grössere Summe, die entsprechende Verwendung fand.

Zu einer ernsten Gedenkfeier vereinigten sich am 25. November Lehrer- kollegium und Zöglinge: An diesem Tage waren 10 Jahre vergangen, seitdem Ober- lehrer Dr. Hermann Dobriner, der Trefflichsten einer aus der langen Reihe der Lehrer unserer altehrwürdigen Anstalt, uns durch einen jähen Tod in der Blüte seines Schaffens entrissen wurde. Bei der Feier gab der Freund und Mitarbeiter des Heimgegangenen, Herr Oberlehrer Prof. Dr. Kracauer, den Zöglingen ein Bild von dem Leben und Schaffen des hervorragenden Mannes, dessen Andenken auch weiterhin in unserer Mitte fortleben wird. Die von dem Bruder des Heimgegangenen gestiftete Dobrinerprämie wurde alsdann 2 Schülern und 2 Schülerinnen vom Direktor mit einer entsprechenden Ansprache übergeben. An dem Elternabend, der an demselben Tage stattfand, rief der Direktor den Angehörigen der Zöglinge gleichfalls die Er- innerung an den allzufrüh von uns Geschiedenen wach.

An den Festen, die in unserer Stadt im vergangenen Jahre stattfanden, nahmen unsere Zögliuge lebhaften Anteil. Mehrere Schüler der oberen Klassen stellten sich als Führer dem Verkehrsausschuss des Schützenfestes zur Verfügung, eine grosse Zahl unserer Zöglinge durfte am 19. August ihrem Kaiser und König an dem ihnen zugewiesenen Platze ihre Huldigung darbringen, bei der Uhland- Gedächtnisfeier in der historischen Paulskirche am 13. November war eine Schülerabordnung anwesend.

Der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers und Königs wurde auch in diesem Jahre festlich begangen. Einem Orgelpräludium und dem Gesang des Abtschen LiedesDem Vaterland unter Orgelbegleitung folgten Vorträge vater- ländischer Gedichte von Schülern und Schülerinnen, hierauf hielt Herr Oberlehrer Prof. Dr. Michel die Festrede, in der er zunächst auf die gedeihliche Entwicklung unseres Vaterlandes in der segensreichen Regierungszeit unseres Herrschers hinwies und alsdann Alt-Frankfurter Erinnerungen aus den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts den Zöglingen mitteilte. Vor dem Kaiserhoch, das der Direktor ausbrachte, konnte er auch in diesem Jahre als Geschenk Sr. Majestät des Kaisers und Königs ein Buch dem Schüler der Quarta, Jakob Laufer, überreichen.

Der hundertjährige Gedenktag der Stiftung des Eisernen Kreuzes und der Geburtstag der unvergesslichen Königin Luise, der 10. März, ver- einigte Schüler, Schülerinnen und Lehrerkollegium im Festsaal der Schule zu ernster Gedenkfeier. Dem einleitenden dreistimmigen Schülerchor, BeethovensGott, deine