Jahrgang 
1910
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jetzt hallen die bei dieser Gelegenheit von ihm in so liebevoller und svympathischer Weise geusserten Wünsche in unserem Ohr. Leider war die Teilnahme an unserer Feier eine der letzten Taten seines arbeitsreichen und so segensvollen Wirkens: Bald darauf ergriff ihn die schwere Krankheit, der er, noch in der Fülle der Manneskraft stehend, erlag. Als äusseres Zeichen unserer fortdauernden Dankbarkeit und Ver- ehrung für den Heimgegangenen hat die Schule den Lorbeer auf sein frühes Grab gelegt.

Gleich treues Gedenken schulden wir unserem lieben Kollegen Prof. Dr. Alfred Löhren, den ein plötzlicher Tod am 9. Oktober im Alter von 50 Jahren mitten aus eifrigem Schaffen aus unserer Mitte riss. Den grössten Teil seines Lebens- weges hat Alfred Löhren an unserer Anstalt zurückgelegt; dem Knaben hatte sie die Vorbildung gegeben, den Jüngling haben zwei unserer hervorragendsten Lehrer, Prof. Gustav Wertheim und Adolf Teblée, von der kaufmännischen Laufbahn, die er anfänglich eingeschlagen, zu dem pädagogischen Beruf geführt, dem er sich nach Beendigung seiner akademischen Studien an unserer Schule widmete. Neben dem trefflichen Lehrgeschick, das ihn auszeichnete, wurde er besonders durch die Liebe und Anhänglichkeit, mit der er an seiner Schule hing, ein wertvolles Mitglied un- seres Lehrkörpers. Mit freudiger Bereitwilligkeit übernahm er jede, wenn auch noch so mühselige Arbeit, und unvergessen pleibt namentlich die eifrige Tätigkeit, die er in dem letzten Jahrzehnt seines Wirkens bei den beiden grossen Feiern, die das Philanthropin begehen konnte, entwickelte, bei der Jahrhundertfeier der Schule 1904 und bei dem Umzug in die neue Anstalt 1908. Und wie der Schule, so brachte er seinen Schülern und Schülerinnen sowohl während der Zeit, da sie seiner Führung unterstanden, wie auch dann, wenn sie längst mitten im Strom des Lebens sich bewegten, nachhaltiges freundschaftliches Interesse entgegen jederzeit war er zur Stelle, wenn ein Kind seines besonderen Schutzes bedurfte, oder wenn er einem früheren Zögling förderlich sein konnte. Sein weiches, echt menschlich fühlendes Herz trieb ihn neben dieser so segensreichen Tätigkeit zu eifrigem Wirken für die Armen der Stadt, für die schulentlassene Jugend und namentlich auch für die jüdi- schen Lehrer, die in leistungsunfähigen Gemeinden unseres Vaterlandes des doppelt schweren und verantwortungsvollen Berufs bei unzureichendem Einkommen und in unsicherer Stellung walten. Sein frühes Hinscheiden hat deshalb wie bei uns so auch in den Kreisen der Armenverwaltung, im VereinJugendwohl und in der Ver- waltung derAchawa schmerzvolle Klage ausgelöst; sie gelangte in der Trauer- feier, die die Schule veranstaltete, zu ergreifendem Ausdruck. Da die Stelle des Heimgegangenen nicht sogleich besetzt werden konnte, überwies das Königliche Provinzial-Schulkollegium die Herren Candidaten Dr. Schott und Steine- bach zur Vertretung; die Anstalt bleibt den Herren Kollegen für ihr eifriges und gewissenhaftes Wirken zu aufrichtigem Danke verpflichtet.

Mit schmerzlicher Wehmut erfüllte uns der Tod unseres Schuldieners Franz Olesch, der am 15. Juli in Homburg, Wo er sich während der Sommerferien zur Erholung aufhielt, einem Herzschlag im Alter von 49 Jahren erlag. Bei der Be- erdigung brachte der Direktor den Dank der Schule für das 15jährige Wirken des