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Den Turnspielen wurden, so oft das Wetter das Turnen im Freien gestattete, in der Regel die letzten 20 Minuten der Turnstunde gewidmet. Eine Vereinigung von Schülern zur Pflege von Bewegungs- spielen und Leibesübungen existiert nicht. Von den 228 Schülern der Realschule waren 32,45% Frei- schwimmer; von diesen haben 3,16% das Schwimmen erst im Sommer 1909 erlernt.
b. Gesang. Am Gesangunterricht beteiligten sich alle Schüler von der 2. Vorschulklasse ab bis zur Klasse IV der Realschule, soweit sie nicht durch ein ärztliches Attest dispensiert waren; die 2. und 1. Vorschulklasse sowie die Klasse IV der Realschule hatten je eine Stunde, die Klassen VI und V je zwei Stunden. V und IV waren ausserdem, verstärkt durch Stimmen aus der III., II. und I. Klasse, zu einem drei- resp. vierstimmigen Chor vereinigt, der wöchentlich einmal unterrichtet wurde. Das Ziel des Gesangunterrichtes war, den Schüler im Singen selbständig zu machen, d. h. ihn in stand zu setzen, ein mittelschweres Lied unter Beachtung einer guten Textaussprache und Tongebung möglichst vom Blatt zu singen. Zu diesem Zwecke wurden die ersten 15 Minuten jeder Gesangstunde zu theoretischen UÜbungen verwendet; im Anschluss daran erfolgte dann in den Klassen bis VI der Realschule die Einübung einer grösseren Anzahl einstimmiger, in den Klassen V und IV zwei- und dreistimmiger und im Knabenchor drei- und vierstimmiger Lieder, Rothschild.
c. Sehreiben. a) Vorschule. 3. Klasse. Mit dem Leseunterricht verbunden. Seelig. 2. Klasse. 3 St. Das kleine und grosse Alphabet mit Rücksicht auf angemessene Verteilung von Haar- und Grundstrichen. Buchstabenverbindungen, Wörter. Heinemann. 1. Klasse. 3 St. Deutsche Schrift in mehrsilbigen Wörtern. Englische Schrift in grösserem Massstabe. Taktschreiben(Ziffern). Fay. b) Realschule. Klasse VI 2 St. Die deutsche und englische Schrift anf vereinfachter Liniatur; Taktschreiben. Klasse V 2 St. Die deutsche und englische Schrift in grösseren Sätzen auf einfachen Linien. Klasse IV 2 St. Fortgesetzte UÜbung in der deutschen und englischen Schrift mit Sätzen geographischen und geschichtlichen Inhalts. Klasse III. 1 St. Ubungen zur Erzielung einer hübschen und fliessenden Schrift mit Zugrundelegung aus dem Geschäftsleben entnommener Begriffswörter. Briefe. Adressen. Rundschrift. Kl. VI bis III Heinemann.
d. Handfertigkeits- und Modellier-Unterrieht. a) Papparbeiten: Wöchentlich 2 Stunden; (wahlfrei). Am Handfertigkeitsunterricht nahmen teil im Sommer 16, im Winter 16 Zöglinge. Den Papparbeiten wurde der von dem„Deutschen Verein für Knabenhandarbeit“ herausgegebene Lehrgang zugrunde gelegt. Als Hauptaufgabe des Unterrichts galt die Anfertigung praktisch verwendbarer Gegenstände in geschmackvoller Ausstattung, häufig auch nach eigenem Plan und Entwurf der Schüler. Galliner. b) Modellieren und Zeichnen: Kl. VI im Sommer 16, im Winter 15 Schüler. Arbeiten nach Modellen: Ausgestopfte Tiere, Gefässe, Muscheln u. a. Gegenstände z. T. in wirklicher Grösse. Erste Vorschulklasse im Sommer 24, im Winter 20 Schüler. Zweite Vorschulklasse im Sommer 24, im Winter 18 Schüler. Formen, Zeichnen und Malen von Dingen aus dem Gesichtskreis der Kinder, zweite Vorschulklasse vorzugsweise Früchte und Gefässe, erste Vorschulklasse vorzugsweise Tiere. Galliner.
e. Unterrieht in der Stenographie.(System Gabelsberger). Kl. I im Sommer 24, im Winter 18; Kl. II im Sommer 21, im Winter 20 Schüler. Dr. Gantter.
f. Unterrieht im kaufmännischen Rechnen und in der Buchführung. 3 Stufen; ins- gesamt 37 Zöglinge. Seelig.


