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des Schuljahres beurlauben und ſpäterhin einige Erleichterungen gewähren zu laſſen, wobei Herr Lehrer Weimar von der Comeniusſchule in dankenswerter Weiſe 4 Stunden Klavierunterricht übernahm. Nach dem Schluß der diesjährigen Prüfungen mußte Frl. Dr. Geering zur Herſtellung ihrer Ge⸗ ſundheit einen Urlaub bis zum Schluß des Schuljahres erbitten. Die Wirkungen, die durch die Er⸗ krankungen, und die Störungen, die durch die große Hitze verurſacht wurden, ſind im Laufe des Schul⸗ jahres wieder ausgeglichen worden.
Die beiden Lehrgänge in Gabelsbergiſcher Steno graphie ſind durch Herrn Stecher fortgeſetzt, eine kalliſtheniſche Tanzſtunde iſt von Frl. Humbert auch in dieſem Winter abgehalten worden.
Übungsſchule. Zu Beginn des Schuljahres, am 20. April 1911, wurden 59 kleine Mädchen aufgenommen. Die Übungs⸗Schule hatte ſieben Klaſſen. Als neue Lehrkraft trat Herr Auguſt Kritz ein; die Überſtunden übernahm Frl. Marie Heymach als Hilfskraft; ſie trat ihre Arbeit am 1. Februar 1912 an Frl. Baberadt ab, bei deren Erkrankung Frl. Emma Ritter einſprang(28. Feb⸗ ruar bis 13. März). Da im verfloſſenen Schuljahr als Übergangsjahr zur neuen Ordnung der Lehrer⸗ innenſeminare nur Unterrichts⸗Übungen der beiden III. Klaſſen ſtattfanden, ſo lag der Unterricht faſt ganz in den Händen der Übungsſchullehrer. Infolge der großen Hitze im Sommer konnten wochenlang nur die 2 oder 3 erſten Stunden ausgenutzt werden.
An der Ausübung ihres Dienſtes waren wegen Krankheit Herr Konrektor Trusheim und Frl. Hilf länger, Frl. Felsmann, Frl. Till und Herr Hoffmann vorübergehend verhindert. Die Ver⸗ tretungen übernahmen Frl. Helene Samuel, Frl. Eliſabeth Geiß und Frl. Helene Müller, im übrigen das Kollegium.
Leider haben wir im vergangenen Schuljahre zwei Schülerinnen durch den Tod verloren. Gertrude Schimmelpfennig in der II Klaſſe erlag am 9. April 1911, in den Oſterferien, Roſa Zimmermann aus der VII. Klaſſe am 12. Januar 1912 der gleichen Krankheit(Gelenk⸗ rheumatismus). Den heimgeſuchten Eltern gedenken wir in herzlicher Teilnahme auch an dieſer Stelle.
Sonſt war der Geſundheitszuſtand zufriedenſtellend. Unſer Schularzt, Herr Dr. Haus, hat ſowohl in ſeinen regelmäßigen Sprechſtunden und Rundgängen in den Klaſſen als auch durch etwa 150 Einzelunterſuchungen das Gedeihen der Kinder gefördert. 9 Schülerinnen fanden Aufnahme in Ferien⸗ kolonien und anderen Erholungsorten; 47 erhielten ein warmes Frühſtück; viele ſtillen Geber linderten die Not der Armſten. All den Wohltätigkeitsvereinen und einzelnen Wohltätern unſerer Kinder ſagen wir auch hier herzlichen Dank.
Der Beſuch der Bade⸗ und Spielſtunden litt unter der großen Hitze.
Die Schülerinnenbücherei wuchs von 1191 auf 1301 Bände an; Geſchenke gingen ihr zu von Herrn Oberlehrer Dr. Schwartze, von Fräulein Käthe Kranz und von den Verlagsbuchhandlungen Heninsen(Berlin), Gg. Weſtermann(Braunſchweig), Kosmosverlag(Stuttgart), Merſeburger Leipzig).
Schülerzahl
am Anfang des Am 1. März
Schuliabres Zugang Abgang 1912. 11. 24 2 26 III. 25 4 1 28 IV. 39 2— 41 V. 28 10- 38 VI. 30⁰ 3 2 31 VII. 47 6 8 45 VIII. 42 5 4 43
235 32 15 252


