Jahrgang 
1912
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3. Durchgearbeitete Lehrſtoffe

Kklaſſe I. Klaſſenlehrer: Oberlehrer Dr. Schwartze, Lehrer Rühle.

Evangeliſche Religion: 3 St. Glaubens⸗ und Sittenlehre mit beſonderer Berückſichtigung der kirchlichen Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Wiederholung des Lehrſtoffes von Klaſſe II und III. Unterrichts⸗Ubungen. Siebert. A. Barth.

Katholiſche Religion: 3 St. Die beſondere Sittenlehre, die Lehre von der Gnade und den Sakramenten. Die Glaubenslehre wurde wiederholt. Ausgewählte Abſchnitte aus den Evangelien wurden geleſen und erklärt. Kirchengeſchichte der Neuzeit. Quirmbach.

Iſraelitiſche Religion: 2 St. Syoyſtematiſche Religionslehre: Glaubens⸗ und Sittenlehre im Anſchluß das Leſen aus der Heiligen Schrift. Religionsgeſchichte: Wiederholung des ganzen Lehrſtoffs vom babyloniſchen Exil bis zur neueſten Zeit. Aus der Methodik des jüdiſchen Religionsunterrichts.

Seligmann.

Deutſch: 3 St. Literatur des 19. Jahrhunderts. Geleſen in Ia:: in der Klaſſe: Goethe: Dichtung und Wahrheit I.III. Teil, Götz von Berlichingen, Egmont, Auswahl aus der Jugendlyrik und aus dem Weſtöſtlichen Diwan; Prometheus, Ilmenau; Grillparzer: Sappho; Hebbel: Agnes Bernauer; Kleiſt: Pentheſilea, Der Prinz von Homburg; Ibſen: Ein Puppenheim. Proben aus der Lyrik des 19. Jahrhunderts. Zu Hauſe geleſen: Kleiſt: Der zerbrochene Krug, Michael Kohlhaas; Hebbel: Meine Kindheit; Mörike: Mozart auf der Reiſe nach Prag; Storm: Pole Poppenſpäler; Raabe: Zum wilden Mann; Keller: Das Fähnlein der ſieben Aufrechten, Die drei gerechten Kammacher, Pankraz der Schmoller; Meyer: Guſtav Adolfs Page, Das Amulett; Liliencron: Zwei Kriegsnovellen. Das Geleſene wurde in der Klaſſe beſprochen; außerdem trugen Schülerinnen vor: über Hebbel, Kleiſt, Leſſings Fauſt, Urfauſt. Wiederholungen aus dem Stoff der Klaſſe III und II; Ubungen in der Satzanalyſe, Aufſätze, Dispoſitionsübungen und Entwürfe.

Aufſätze: Vier Klaſſenaufſätze: 1) Nach Wahl: a) Wer mit dem Leben ſpielt, kommt nie zurecht; Wer ſich nicht ſelbſt befiehlt, bleibt immer Knecht. b) Nur in der Schule ſelbſt iſt die eigentliche Vorſchule. 2) Nach Wahl: Im Anſchluß an Sappho: a) Wen Götter ſich zum Eigentum erkoren, Geſelle ſich zu Erdenbürgern nicht. b) Warum geht Sappho in den Tod? Im Anſchluß an Agnes Bernauer: a) Wo liegt das Tragiſche im Leben der Agnes Bernauer? b) Rechte der Perſönlichkeit und Pflichten des Herrſchers. 3) Der Dichter im Vorſpiel zum Fauſt. 4) Der eine fragt: Was kommt danach, Der andere fragt nur: Iſt es recht? Und alſo unterſcheidet ſich Der Freie von dem Knecht. Zwei Hausaufſätze: 1) Nach Wahl: a) Götz und Karl Moor als typiſche Geſtalten von Sturm und Drang. b) Shakeſpeare⸗Einflüſſe im Götz. 2) Thema nach freier Wahl. Prüfungsaufſatz: Schiller und die Freundſchaft.

In b.: In der Klaſſe geleſen: Ludwig: Der Erbförſter; Hebbel: Maria Magdalena, Agnes Bernauer; Ibſen: Stützen der Geſellſchaft, Volksfeind. Zu Hauſe: Novellen von Storm, Keller, Raabe; Lyrik des 19. Jahrhunderts. Wiederholung der Penſen von III u. II.

Auſſätze: 1) Was hat Ibſen an der Geſellſchaft auszuſetzen? 2) Ausarbeitung: Grammatiſches und Sti⸗ liſtiſches. 3) Inwiefern iſt Otto Ludwigs Erbförſter eine Charaktertragödie? 4) Eine Novelle. 5) Ausarbeitung: Üüberblick über die deutſche Syntax. 6) Michael Kohlhaas. 7) Prüfungsaufſatz: Was verdanken wir Leſſing?

A. Geering. Buchegger. pädagogik: 2 St. Allgemeine Unterrichtslehre. Schulkunde. Die rechtliche Stellung der Lehrerin. Die Höhere Mädchenſchule. Geleſen: Abſchnitte aus Meumanns Vorleſungen zur Ein⸗ führung in die experimentelle Pädagogik; außerdem in Ia.: Abſchnitte aus Jean Paul: Levana; aus Törſters Schule und Charakter. In Ib.: Dürr: Lehre von der Aufmerkſamkeit; Preyer: die Seele des Kindes.. Buchegger. A. Barth.

Wöchentlich wenigſtens 4 St. Unterrichts⸗Übung.

Franzöſiſch: 4 St. Vorbereitung zu den franzöſiſchen Vorträgen und Vorſtellungen. Literatur⸗ geſchichte des 19. Jahrhunderts. Wiederholung der Penſen von III und II auf allen Gebieten der Grammatik, Stiliſtik, Phonetik, Literaturgeſchichte; franz. Wortbildung

Geleſen in Ia.: Voltaire; Beaumarchais; Chateaubriand; Mme. de Staël; l'école romantique; roman idéaliste, réaliste, naturaliste. Muſſet: II faut qu'une porte soit ouverte ou fermée; On ne badine pas avec l'amour. Pailleron: Le Monde ouù l'on s'ennuie.

14 ſchriftliche Arbeiten; darunter 11 Extemporalien zur Einübung beſtimmter Abſchnitte der Grammatik; 2 freie Arbeiten: Le verre d'eau; La clarté dans l'enseignement; 1 Ausarbeitung: franz. Wortbildung; Prüfungsarbeit: Napoléon I et la reine Louise(Ueberſetzung).