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Am 4. September wurde unter Mitnahme einer Musikkapelle eine Festfahrt der ganzen Schule unternommen. Mit Sonderzug fuhren wir nach Cronberg, von wo die einzelnen Klassen auf verschiedenen Wegen zum Feldberg marschierten. Dort fand bei herrlichem Wetter ein Sportfest statt, an das sich die Preisverteilung für die Sieger anschloß. Ein Sonderzug brachte uns abends nach Frankfurt zurück. Die Kosten der Fahrt, zu der auch der Elternbeirat eingeladen war, wurden mit 528.77 Mark aus der Fahrten-Kasse bestritten, Ebenso erhielt aus der Fahrtenkasse die V. D. X. Gruppe 200.— Mark, um an der großen Tagung zu Pfingsten 1928 in Gmünden teilnehmen zu können. Daran schloß sich eine Wanderung durch das Salz- kammergut, Traunstein, Berchtesgaden, Königssee unter Führung von Herrn Böhme von der Dahlmann- schule. Es nahmen 15 Schüler teil.
e) Studienfahrten.
nsere Studienfahrten, an denen in diesem Jahre 10 Lehrer und 146 Schüler der Oberstufe teilnahmen, fanden kurz vor den Sommerferien statt. Die Einrichtung, die nun im dritten Jahre besteht, erfreut sich bei Lehrern und Schülern stets wachsender Beliebtheit und hat vollauf die Hoffnungen erfüllt, die das Kollegium auf sie setzte. Die Pahrtenkasse leistete für jeden einzelnen Schüler einen Kostenzuschuß von RM. 60.—, für die Lehrer von RM. 90.—. Die weitaus meisten Schüler kamen mit diesem Gelde aus. Ueber die ge- naue Abrechnung vgl. auf S. 21. Ueber Sinn und Verlauf der Fahrten geben die folgenden kurzen Fahrtbe- richte Xuskunft:— Gruppe Di und Hepp mit 20 Schülern. Ziel: Geographisch=⸗volkskundliche Wanderung durch das bayerische Hochland. Verlauf: München, Kochel⸗ see(Walchenseewerk), Wanderung zum Walchensee und Herzogstand, Mittenwald, Ellmau, Schachen, Par⸗ tenkirchen, Baadersee, Eibsee, von Ehrwald über den Fernpaß nach Nassereit, von da nach Innsbruck, Spaziergang über Berg Isl nach Schloh Amras, abends mit der Zahnradbahn auf die Hungerburg. Bahn- fahrt zum Achensee, Ueberfahrt bis Scholastika, Uebernachten, Xufstieg auf den Unnütz, Xutofahrt bis zur lugendherberge Scharling vor Tegernsee, auf den Kirchberg, Tegernsee, Wanderung über die Neureuth nach Schliersee, Heimfahrt über München. Gruppe Eichholz mit 12 Schülern. Ziel: das Salzkammergut nach seinem landschaftlichen Charakter, Kultur und Kunststätten: Salzburg- Hallstadt, St. Wolfgang. Wanderungen auf den Gaisberg bei Salzburg, Salzberg bei Hallstadt, Schafberg und Dachsteingletscher. Gruppe Euler mit 14 Schülern. Ziel: Kennenlernen der deutschen und österreichischen Voralpen auf einer Wanderung durch das Allgäu und Vorarlberg. Verlauf: Ulm(Münster), Oberstdorf(Breitachklamm, Freibergsee, Gerstruben, Hölltobel, Christlesee, Spielmannsau, Oytal, Faltenbachfälle, Besteigung des Nebelhornes), über Einödsbach und den Schrofenpaß nach Warth, auf der Flexenstraße(Lech, Zürs, Stuben, Langen nach Bludenz(Arlberg-Museum), durch das Brandnertal zum Lünersee(Douglashütte) und Besteigung der Scesaplana, Schruns und das Mon- tafon, Bregenz(Hahrt mit der Schwebebahn auf den Pfänder, Besichtigung des Maschinenhauses der Schwe-⸗ bebahn), Lindau Besichtigung der Stadt, Nusflug nach Bad Schachen und Baden im See, Aufstieg und Landen von Wasserflugzeugen), Fahrt über den Bodensee nach Konstanz(Münster, Konziliengebäude), von hier Heimfahrt über den Schwarzwald. Gruppe RMichel mit 15 Schülern. Ziel: Böhmerwald und mittlere Donau. Verlauf: Frankfurt-Nürnberg=-Regensburg. Kammwanderung über den Osser zum Schwarzen See und zum Teufelssee nach Bayerisch Eisenstein. Nusflug zum großen Falken- stein und zum Naturschutzgebiet„Höllentalgspreng“. Besuch der auf einer Quarzader erbauten Ruine Weis- senstein. Von Bodenmais aus Aufstieg durch die Rieslochfälle zum„König des Waldes“, dem Arber, Ab- stieg über die Geigenbachfälle zum Arbersee und zum Silberberg. Besichtigung einer Quarzhöhle. Wande- rung über den Lusen nach Kuschwarda. Besuch des Ludkenurwaldes am Kubany. Donaufahrt Passau⸗Linz.
Gruppe Schäfer mit 15 Schülern.
Als Standquartier war das Berchtesgadener Land gewählt. Die Gruppe wohnte im Landhaus Seimler in Berchtesgaden. Hauptsächlich wurden Landschaften gezeichnet und gemalt, daneben von einigen Schülern Pflanzenstudien getrieben. Eine mehrtägige Wanderung zum„Steinernen Meer“ und dem Riemannhaus diente besonders dem Kennenlernen der Hochgebirgsflora und der landschaftlichen Raumbildung. Alle Arbeiten wur⸗ den aus der Vorstellung geschaffen.
Gruppe Schröder mit 15 Schülern.
Ziel: Nibelungenfahrt Dassau⸗-Wien.— Die Kunst des Barocks. Verlauf: Frankfurt-Nürnberg-Regensburg, Donaufahrt Passau-Linz. Besichtigung des Stiftes Melk. Wachau=-Wien. Viertägiger Aufenthalt in Wien, Besichtigung der Hauptbauwerke und Ausflüge in die nähere Umgebung. Fahrt über den Semmering durchs Martal⸗Eisenerz⸗Hieflau in Steiermark. Wanderung durchs Gesäuse Hallstätter-See, St. Wolfgang, Wande- rung auf den Schafberg, Salzburg=-München.
Gruppe Thüre mit 13 Schülern.
Ziel: Fichtelgebirge, die Tschechoslowakei(Eger, Prag) Dresden. Verlauf: Wanderung durchs Fichtelgebirge. (Bayreuth mit Eremitage, Ochsenkopf, Mainquelle, Kösseine, Luisenstein, Marktredwitz). Eger(Stadthaus und Kaiserburg), Franzensbad, Karlsbad, Prag.(Karlsbrücke, Burg, Dom, Strahow, Lorettokapelle, Gemäl⸗ degalerie, Stadtmuseum, Rathaus, der alte jüdische Friedhof, die Alt⸗-Neu Schule). Besonders interessant war es, daß wir einer Sitzung des Parlaments beiwohnen konnten. Durch die Sächsische Schweiz nach Dresden. (Gemäldegalerie, Grünes Gewölbe, Xusstellung„Die technische Stadt“ Xutobusfahrt u. a. nach d. Weißen Hirsch).


