4
bildung jener so vorzüglich mitgewirkt, in kurzer Rede aufrichtigen Ausdruck.— Nicht genug; abermals, am 23. Januar, mußte der Direktor schmerzliche Worte des Abschiedes und dankbarer Erinnerung am Grabe eines lieben Nachbarn und Freundes, des Herrn Pfarrers Roos, im Namen der Musterschule sprechen, welcher der Verstorbene während einer Zeit von mehr als 20 Jahren(allerdings meist der Mädcheuschule) bis Herbst 1877 mit treuer Hingebung als Lehrer angehört hatte. 1
b. Amtsaustritt und Anstellung von Lehrern.
Aus dem Kollegium der Musterschule trat Ostern 1879 nach 32 jähriger Thätigkeit an der Anstalt Herr Dr. Karl Oppel aus, um sich des ihm von der dankbaren Stadt gewährten Ruhestandes zu erfreuen, den er freilich in seiner Weise mit unermüdlicher Thätigkeit zum Nutzen der hiesigen freiwilligen Armenpflege ausfüllt. Die Musterschule hat an ihm einen jugendfrischen, treuen Lehrer verloren, der es namentlich verstand, Herz und Interesse der jüngeren Knaben zu gewinnen, und der seinem Amte mit immer gleicher Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit unverdrossen oblag. Die städtische und Staatsbehörde haben auch ihrer An- erkennung Ausdruck gegeben. Möge er sich recht lange seiner unmüßigen Muße erfreuen!
Im Herbst 1879 folgte Dr. Friedrich Dieterich dem ehrenvollen Rufe als Rektor der Bornheimer Volksschule. Die Eigenschaften, welche er als treuer Amtsgenosse, als tüchtiger, gewissenhafter Lehrer zum Nutzen der Musterschule 9 Jahre lang bewährt hat, werden ihm auch dazu dienen, sein dortiges, nicht leichtes Amt zum Nutzen unseres Gemeinwesens und der heranwachsenden Jugend zu führen.
Beiden hochgeschätzten Männern werden wir ein dankbares Andenken und freundschaft- liche Gesinnung bewahren.
In das Lehrerkollegium traten neu ein als ordentliche Lehrer:
Herr Dr. Joseph Wulff, geboren den 7. Februar 1854 zu Dinschede in Westfalen, vorge- bildet auf den Gymnasien zu Arnsberg und Paderborn, auf der Akademie zu Münster und der Universität Leipzig. Nachdem er im Jahre 1875 zu Münster mit der Abhandlung: Quaestiones Accianae promoviert und darauf die Prüfung pro facultate docendi bestanden, trat er Ostern 1877 bis 1878 an dem hiesigen Gymnasium als Probe-Kandidat ein und war im Winter 1878,79 als Hilfslehrer an derselben Anstalt thätig, von wo er Ostern 1879 an die Musterschule als ordentlicher Lehrer berufen wurde.
Herr Otto Vorländer, geboren den 14. Januar 1853 zu Altena in Westfalen, machte seine Studien als Maler an der Königlichen Kunst-Akademie zu Düsseldorf vom 1. Oktober 1872 bis zum 1. Oktober 1875, bestand noch in demselben Monat die Prüfung als Zeichenlehrer für höhere Lehranstalten, setzte aber noch einmal seine Studien bei der Königlichen Akademie der bildenden Künste zu Berlin fort von Ostern 1878 bis Ostern 1879. In der Zwischenzeit war er von Ostern 1876 bis Ostern 1878 als Lehrer an der Gewerbeschule zu Dortmund thätig und trat dann Ostern 1879 als ordentlicher technischer Lehrer an der Musterschule ein.
Als außerordentlicher Lehrer für den katholischen Religionsunterricht ist Herr Caplan Johannes Eisel seit Ostern 1879 an der Musterschule thätig. Derselbe ist am 3. April 1843 zu Thalheim bei Hadamar geboren, besuchte das Gymnasium zu Hadamar, das Priesterseminar zu Mainz und die Universität zu Würzburg und fungiert seit Februar 1871 als Kaplan an der St. Leonhards-Kirche hierselbst.


