Jahrgang 
1910
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Mittelohrentzündung leider längere Zeit erkrankt. Im übrigen kamen nur kürzere Er- krankungen, zumeist an Katarrh, vor. Bei den kleineren Schülern traten dieüblichen Kinderkrankheiten, doch nicht bösartig, auf. Einige schwächliche Schüler mußten längere Zeit fehlen und vom Unterricht befreit werden. Von einem traurigen Ver- lust ist zu Eingang berichtet. Unfälle infolge wilden Spieles und Tobens auf dem Schulhofe waren nicht selten; doch blieben sie ohne ernste Folgen.

Wir haben in diesem Schuljahre versuchsweise von der Erteilung von Weih- nachtszeugnissen abgesehen, wie dies unsere Schwesteranstalt, die Adlerflychtschule, seit lange tut. Zum Ersatz wurden in allen bedenklichen Fällen die Eltern anfangs Dezember und in der zweiten Hälfte des Februar durch besondere Mitteilungen von der Lage der Dinge verständigt. Wir glauben, daß es gut so ist. Jedenfalls war in diesem Jahre der Verkehr mit dem Elternhaus reger als je zuvor. Allerdings wurden dadurch an Fach- und Klassenlehrer wie an den Direktor erhöhte Anfor- derungen gestellt, die unsere Zeit und Kraft sehr in Anspruch nahmen. Wir hoffen aber dadurch unsern Schülern und deren Eltern genützt zu haben und weiter zu nützen. Leider fehlt uns außer dem engen Direktorzimmer jeder Raum zum angemessenen Empfang und zur ungestörten Unterhaltung mit den Eltern, die im Lehrerzimmer, auf dem Flur, oder in einem Lehrzimmer unter ständiger Störung mit uns verhandeln müssen, was sachlich ungünstig und persönlich unerfreulich ist.