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die die betr. Vereine stellten, erteilt. Der Unterricht nach dem System von Stolze- Schrey wurde im Verlauf des Winters beendet, der nach Gabelsberger fortgesetzt.
Auf besonderen Antrag wurde auch israelitischer Religionsunterricht für U III— UII eingerichtet und mit Genehmigung des Kön. Prov.-Schulkollegiums von Herrn Dr. Mainzer erteilt. Die Zahl der betr. Schüler ist allerdings sehr gering.
Die Schule wurde auch in diesem Jahre, doch weniger als früher, von Kol- legen aus dem In- und Auslande besucht.
Mit Schluß dieses. Schuljahres verläßt uns Herr Kandidat O. Franz, um eine Oberlehrerstelle an der Oberrealschule zu Altona-Ottensen zu übernehmen. Wir sind dem tüchtigen, fleißigen und liebenswürdigen jungen Kollegen für seine Hilfe zu herzlichem Dank verpflichtet. Es war eine Freude zu sehen, wie er stets bereit war einzuspringen und keine Mühe und Arbeit scheute.— Ueber Herrn wiss. Hilfs- lehrer H. Seis, der uns in diesem Winterhalbjahr unterstützte, war bis zum Schluß dieses Berichtes noch keine Verfügung getroffen.
Die Gesundheitsverhältnisse bei Schülern sowie Lehrern waren erfreulicher Weise besser als seit lange. Herr Dr. Bothe wurde im August durch Krankheit in der Familie eine Zeit lang dem Unterrichte ferngehalten. Herr Dr. Breuer litt wiederholt an den Folgen des schlimmen Katarrhs, den er sich im Winter 1907-08 zugezogen hatte, und hat sich genötigt gesehen für die nächsten drei Monate Ur- laub nachzusuchen, um seine Gesundheit ganz wiederherstellen zu können, wozu ihm unsere besten Wünsche zur Seite stehen. Zu seiner Vertretung hat das Kura- torium Herrn Aushilfsoberlehrer Dr. Stiebeling bestimmt. Sonst waren einzelne Herren, meist nur für Tage, durch Krankheit, bes. Katarrh, verhindert zu unter- richten.— Bei den Schülern kamen einige Unfälle vor, die durch wildes Spiel im Schulhof und Mangel an Vorsicht beim Purnen herbeigeführt wurden. Die üblichen Kinderkrankheiten bei den Kleineren(Masern, Mumps etc.) traten recht gelinde auf. In wenigen Fällen mußten Schüler wegen ernsterer Erkrankung länger fehlen oder auch sich einer Operation unterziehen.— Auch der Schuldiener mußte im September 14 Tage krankheitshalber fehlen.
Um zu ermõglichen, daß die Verhältnisse im Schulgebäude, die bei steigender Schülerzahl besonders in Bezug auf Lehrer- und Direktorzimmer immer schwieriger ge- worden sind, wenigstens etwas erträglicher gestaltet werden, bis der langersehnte Neu- bau begonnen und vollendet wird, hat das Kuratorium genehmigt, daß der Schule eine Doppelbaracke zur Verfügung gestellt wird. Diese wird, da eine Aufstellung auf einem städtischen Grundstück in der Nähe zu teuer geworden wäre, auf unserem Schulhof aufgestellt. Wir hoffen den anstoßenden Platz der Turngemeinde für Turn- spiele leihweise benützen zu dürfen. Wir gewinnen hierdurch Raum für Teilung der Unter-Tertia, die bei der starken Frequenz dieser Klasse dringend nötig ist, und können auch eine Klasse aus dem Schulhaus in die Baracke verlegen. Hierdurch wird ein Klassenzimmer frei, das nun Lehrer- und Konferenzzimmer werden soll. Das bisherige Lehrerzimmer soll als Direktorzimmer dienen und das bis- herige Direktorzimmer für Aufstellung der Schüler- und Unterstützungs- bibliothek, als Arbeitsraum für die Schreibhilfe und nach Bedarf auch für den Schuldiener benutzt werden. Bis Ostern 1911 ist damit der schlimmsten Not abgeholfen. Dann aber verlangt die Bockenheimer Mittelschule nebenan, die ständig wächst, nach weiteren Räumen, und für uns wird der Neubau zur Existenzfrage. Möge er alsdann zur endlichen Erlösung aus unserer bedrängten Lage vollendet und beziehbar sein und mit dem Einzug ein neues Leben für unsere Schule beginnen!


