— 15—
10. Erdkunde: Fischer-Geistbeck, Lehrb., 6 Teile(V— O 1). Debes, Schulatlas(VI—IV).
11. Mathematik u. Rechnen: Paehler, Rechenbuch(VI-—IV). Lieber u. v. Lühmann, Leitfaden d. Elem. Mathematik, I u. III. Schülke, Aufgabensammlung, I u. II. Schülke, vierstell. logarithm. Taf.
12. Physik: Püning: Grundzüge der Physik., Püning, Lehrb. d. Physik.
6. c) Bisher hatte in Prima die Gabelung in eine altsprachliche und eine mathematische Abteilung be- standen. Diese wurde Ostern 1924 aufgegeben, da wenigstens ein Teil der Ziele, denen sie dienen sollte, durch die eingeführten Neuerungen im Schulwesen(wahlfreier Unterricht, philosophischer und erdkundlicher Unter- richt u. a.) erreicht schien.
7. Chronik der Anstalt.
Im Dezember besuchte der Dezernent, Herr Geheimrat Dr. Gerstenberg, die Anstalt.
Am 27. Februar verstarb an Gehirngrippe der Abiturient Heinrich Pauli. Die Feuerbestattung fand am 4. März statt; zahlreiche Lehrer und Schüler gaben ihm das letzte Geleit.
Im Mai bielt Herr Diplomingenieur Hilsdori, Leiter der hiesigen Technischen Nothilfe über deren Aufgaben einen Vortrag. Ungefähr 20 Primaner crklärten sich mit Genehmigung ihrer Eltern bereit der Technischen Nothilfe beizutreten.— In der ersten Augustwoche hielt Herr Studienrat Dr. Flechsenhaar eine Ansprache zu Ehren unserer Gelallenen; ihr Denkmal in unserer Aula war mit Kränzen geschmückt.— Bei der Verfassungsfeier hielt Herr Studienrat Dr. Engel die Ansprache, die von musikalischen und Gedichtsvorträgen umrahmt war.— Am 21. Januar redete Herr Universitätsprofessor D. Dr. Wilhelm vor den Schülern der oberen Klassen und zahlreichen Eltern über„Chinesische Weltanschauung'.— Am 28. Februar, am Vorabend des Volkstrauertages, veranstalteten wir eine Gedenkfeier für unsere Gefallenen, an der auch zahlreiche Angehörige der Gefallenen teilnahmen. Der Chor sang ernste Musikstücke, Schüler trugen Gedichte vor, und der Direktor hielt eine Ansprache.— Am 4. März, dem Tage der Beerdigung des Reichspräsidenten Ebert, wurde eine Trauerfeier in der Schule abgehalten, bei der Herr Dr. Majer-Leon- hard die Ansprache hielt.— Am 4. April fand die Schlußfeier statt. Der Abiturient Walter Reusch sprach über die Staatsanschauungen Hobbes und Lockes; der Abiturient Stephan Kuttner richtete Abschiedsworte an die An- stalt. Der Chor trug Gesänge vor; Herr Studienrat Dr. Burkhardt und die Abiturienten Clemens Frank, Günther Führ und Ernst Goldschmidt erfreuten uns durch den Vortrag von zwei Sätzen aus einem Beethoven- schen Quartett. Sodann verteilte der Direktor Bücherpreise an würdige Schüler, zu denen nach alter Sitte die Stadt die Mittel bewilligt hatte, und entließ darauf die Abiturienten.
Zum Besten des hiesigen Bürgerhospitals fand im Mai an zwei Tagen eine Kinderaufführung im OQpernhaus statt, die aus einer Vorstellung des Bürgerkapitäns, eines Lokallustspiels, das etwa 1820 spielt, musikalischen Darbietungen(Egmont-Ouvertüre, Ouvertüre zur Entführung aus dem Serail, Haydns Kindersymphonie; Strauß, Donauwalzer) und einem Kinderballett bestand. Die Teilnehmer an den dramatischen Aufführungen waren bis auf zwei junge Mädchen lauter Lessing-Gymnasiasten. Ebenso bestand das Orchester zu einem großen Teil aus Schülern unsres Gymnasiums. Auf Veranlassung des Herrn Studienrats Dr. Franke, der an der Vorbe- reitung großen Anteil genommen hatte, wurde die Aufführung zu Anfang Juni an zwei Tagen im Lessing- Gymnasium zu dessen Gunsten wiederholt. Beide Male war der Saal ausverkauft; an die erste Aufführung schloß sich ein geselliges Beisammensein, an die zweite ein Tanz an. Zahlreiche Eltern und frühere Schüler nahmen an der Feier teil, die sehr befriedigend verlief und gute Eindrücke zurückließ; auch der finanzielle Er- trag war nicht unbedeutend.
Am 25. September fand eine Feier in der Aula stalt, bei der der delphische Apollo-Hymnus in der antiken Komposition, die Parodos zu Sophokles Aias, komponiert von Bellermann, und eine Horaz-Ode in der Kompo- sition eines Humanisten gesungen wurden; Szenen aus der Odyssee wurden dramatisch rezitiert und drei Chor- gesänge aus der Antigone von einem Sprechchor vorgetragen. Die Versammlung war gut besucht.
Die Schulgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland, die vor einigen Jahren gegründet worden war, war auch in diesem Jahre tätig: regelmäßige Beiträge für die deutschen Schulen in Polen konnten abgeschickt werden. Im Februar wurde nach einem Vortrage des Herrn Studienassessors Dr. Be I1 eine größere Sammlung bei Eltern und Freunden der Schüler veranstaltet, die den Betrag von 670 Mark erreichte.


